Marteria beim Stage Diving: Gemeinsam mit seiner Mutter wagt sich der Rapper ins Publikum. Foto: David Reineke/Deichbrand
Marteria beim Stage Diving: Gemeinsam mit seiner Mutter wagt sich der Rapper ins Publikum. Foto: David Reineke/Deichbrand
Beim Festival in Wanhöden

Pumpen, Feuerwehr und Moshpit mit Mama: Marterias wilder Deichbrand-Tag in Cuxhaven

von Joscha Kuczorra | 18.07.2026

Ein Tag voller Action und Emotionen für Rapper Marteria beim Deichbrand-Festival. Vom Fitnessstudio über ein Treffen mit der Feuerwehr bis hin zu einem unvergesslichen Konzert mit Familienmomenten auf der Bühne. Der Tag im Recap.

Marten Laciny, besser bekannt als Rapper Marteria, hatte am Freitag (17. Juli 2026) einiges vor: erst Fitnessstudio, dann Quiz und Stage Diving, später ein Treffen mit der Feuerwehr und schließlich Water Stage. Und am Ende geht sogar noch ein Lebenstraum in Erfüllung.

Der Tag des 43-Jährigen beginnt weit weg vom Festival-Gelände. Am Mittag trainiert Marteria gemeinsam mit seiner Crew in einem Fitnessstudio in Cuxhaven. Mit dabei ist auch sein Sohn Louis, der inzwischen ein junger Mann ist. Anschließend geht es für die Gruppe noch in die Sauna. Zum Abschied werden ein paar Erinnerungsfotos gemacht.

Dann macht sich Marteria auf den Weg nach Wanhöden. Gegen 17.20 Uhr taucht er am Fisherman's-Friend-Leuchtturm auf. Dort steht das "9 Leben"-Spiel auf dem Programm. Zunächst tritt Marteria im Quiz gegen Festival-Gäste an, die er auf die Bühne holt. Ein glücklicher Gewinner darf sich anschließend über Festival-Tickets freuen. Er hat eine besondere Verbindung zum Rapper: Er hat seinen Sohn Marten genannt, nach dem bürgerlichen Namen Marterias.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Gegen 18 Uhr geht es für Marteria zum Abschluss des Auftritts der Politpunkband "Feine Sahne Fischfilet" auf die Bühne. Gemeinsam mit dem Sänger Jan "Monchi" Gorkow geht es per Stage Diving in die Crowd.

Und weiter geht es im Takt: Um 20 Uhr, knapp eine Stunde vor seinem eigenen Auftritt, steht für den 43-Jährigen ein Termin an, der aus dem üblichen Festivalprogramm heraussticht: ein Treffen mit der Festival-Feuerwehr.

Die Feuerwehrleute sind diejenigen, die auf dem Festivalgelände im Notfall da sind. Die allermeisten von ihnen kommen aus den umliegenden Feuerwehren und arbeiten ehrenamtlich. Jedes Jahr empfangen sie mehrere größere und kleinere Künstler, die sich für ihre Arbeit bedanken wollen. Diesmal ist Marteria an der Reihe.

Rapper Marteria marschiert mit den Feuerwehrleuten zu den Feuerwehrfahrzeugen, um mit den Wagen im Hintergrund zu posieren. Foto: Kuczorra

Mit dabei sind unter anderem die 26-jährige Mascha Luhn von der Feuerwehr Nordholz und der 37-jährige Matthias Fenner aus Midlum. Auch Kräfte aus Misselwarden und Loxstedt sind beim "Meet and Greet" dabei.

Für Mascha ist das Treffen etwas Besonderes. Sie war bereits drei Mal auf Marteria-Konzerten und kennt nach eigener Aussage "alle Alben auswendig". Dementsprechend sei sie "richtig aufgeregt". Matthias Fenner geht die Sache etwas gelassener an. Er sei "entspannt. Ich bin ein ganz souveräner Feuerwehrmann."

Dann kommt Marteria aus dem Artist Village. Gemeinsam mit den Feuerwehrleuten geht es ein paar Meter weiter zu den Feuerwehrfahrzeugen. Für ein Foto stellen sich alle vor den Wagen auf. "Feuer", schreien die Posierenden und werfen die Hände in die Luft.

Rapper Marteria (beiges Shirt) posiert mit den Feuerwehrleuten für ein Erinnerungsfoto. Foto: Kuczorra

Anschließend darf einer der Feuerwehrmänner noch vor der Kamera ein paar Worte mit Marteria wechseln. Der Musiker findet deutliche Worte für die Ehrenamtlichen: "Beim Deichbrand braucht man gewisse Leute, die sich den Arsch aufreißen. Ihr seid die Allergeilsten!"

Marteria legt die Hände vor der Brust zusammen, verbunden mit einem Dank in Richtung der Feuerwehrkräfte. Dann geht es für ihn wieder zurück in Richtung Artist Village. Mascha Luhn läuft dem Künstler noch ein paar Meter hinterher. Und sie hat Glück: Sie ergattert noch ein Selfie mit Marteria.

Kurzer Austausch vor der Kamera: Einer der Feuerwehrleute darf noch ein paar Worte mit Marteria wechseln. Foto: Kuczorra

Eine knappe Dreiviertelstunde später ist der kurze Abstecher zur Festival-Feuerwehr schon wieder Geschichte. Der 43-Jährige steht pünktlich auf der Water Stage. Gleich zu Beginn macht er deutlich, wie viel ihm das Deichbrand bedeutet. Nicht zuletzt deshalb, weil seine Mutter mit Peter einen Cuxhavener geheiratet hat. Mit ihm lebt sie in zweiter Ehe. Bereits bei seinem Auftritt 2023 hatte Marteria das Deichbrand als sein Lieblingsfestival bezeichnet.

Rapper Marteria liefert eineinhalb Stunden lang auf der Water Stage ab. Foto: Tim Fraats/Deichbrand

Eineinhalb Stunden lang liefert Marteria ab. Und auch auf der Bühne wird es persönlich. Seinen Sohn Louis, der unter dem Künstlernamen Luzey rappt, holt er zu sich auf die Bühne. Es dürfte einer der ersten gemeinsamen Auftritte von Vater und Sohn sein. Für beide ist es ein emotionaler Moment. Nach drei Songs geht es für Louis wieder von der Bühne.

Marteria kommt eigentlich aus Rostock, hat die Nordseeküste aber liebgewonnen - nicht zuletzt deshalb, weil sein Stiefvater aus Cuxhaven kommt. Foto: Tim Fraats/Deichbrand

Ein weiterer besonderer Moment kommt ganz zum Schluss. Beim Song "Adrenalin" holt Marteria seine Mutter auf die Bühne - wie bereits beim Deichbrand vor drei Jahren. Diesmal aber geht es für die beiden gemeinsam ins Publikum. Und dort direkt in den Moshpit. Marterias Mutter, eine ehemalige Lehrerin, sei 74, sagt der Musiker. Per Stage Diving geht es anschließend zurück auf die Bühne.

Deichbrand ist Marterias Lieblingsfestival. Das gab er bereits bei seinem Auftritt vor drei Jahren zu Protokoll. Foto: David Reineke/Deichbrand

"Ich war gerade mit meiner Mama im Moshpit. Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt", freut sich Marteria. Danach ist Schluss. Marten Laciny verschwindet mit seiner Crew hinter der Bühne.

Es war sein vierter Deichbrand-Auftritt. 2017 stand er bereits auf der Bühne, 2019 kam er mit seinem Alter Ego "Marsimoto" nach Wanhöden, 2023 trat er wieder als Marteria auf.

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Joscha Kuczorra

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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