Das multifunktionale Umschlagsterminal von Cuxport Foto: Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven
Das multifunktionale Umschlagsterminal von Cuxport Foto: Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven
Niedersächsische Seehäfen

Seegüterumschlag wächst: Cuxhaven verbessert Vorjahresergebnis um 26 Prozent

von Redaktion | 23.03.2026

Die niedersächsischen Seehäfen erleben 2025 einen Boom. Dank beeindruckender Zuwächse, besonders in Cuxhaven und Wilhelmshaven, zeigen sich die Häfen als zentrale Drehscheiben der Energiewende und des internationalen Handels.

Mit einem Plus von 9 Prozent auf ein Gesamtumschlagsvolumen von knapp 60,5 Millionen Tonnen im Seeverkehr 2025 (55,5 Millionen Tonnen 2024) sind die neun niedersächsischen Seehäfen weiterhin auf Wachstumskurs. Einen nicht geringen Anteil an dieser Entwicklung hat der Hafen Cuxhaven. Neben dem Aufschwung im Containerumschlag können Niedersachsens Seehäfen auch beim konventionellen Stückgut sowie bei der Energiewende-Logistik mit steigenden Volumen punkten.

Umschlag von Windenergie-Komponenten um knapp 52 Prozent gesteigert

Cuxhaven im Aufwind: Mit einem seeseitigen Umschlagsvolumen von mehr als 3,1 Millionen Tonnen verbesserte Cuxhaven 2025 das Vorjahresergebnis um 26 Prozent (etwa 2,5 Millionen Tonnen in 2024). Der Umschlag von Windenergie-Komponenten für den Onshore- wie auch den Offshore-Markt konnte um knapp 52 Prozent auf über 412.000 Tonnen gesteigert werden. Dies entspricht insgesamt 5275 Komponenten zum Bau von Windenergieanlagen für verschiedene Hersteller. Für die kommenden Jahre werden weitere Zuwächse bei der Windenergie-Logistik erwartet, auf die sich auch die Umschlagsunternehmen durch entsprechende Investitionen vorbereiten.

Ebenfalls positiv stellt sich die Entwicklung Cuxhavens als Logistikhub der Automobilindustrie dar: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 367.605 Fahrzeuge seeseitig umgeschlagen und damit das Vorjahresergebnis um 9 Prozent übertroffen (337.100 Fahrzeuge 2024). Im Massengutbereich führten Baumaßnahmen eines großen Ansiedlers am Standort zu einem deutlich vermehrten Import von Baustoffen.

Aufwärtstrend für Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven

Einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnete im vergangenen Jahr der Containerumschlag am Container Terminal Wilhelmshaven, wo mit rund 1,47 Millionen TEU ein Wachstum von 74 Prozent generiert wurde. Der Stückgutumschlag in Niedersachsens Seehäfen stieg um 41 Prozent auf über 20 Millionen Tonnen, maßgeblich getragen durch das Geschäft mit Eisen und Stahl, Forstprodukten sowie Projektladungen, rollender Ladung und der Logistik rund um die Energiewende - etwa mit dem Umschlag von Windenergie-Komponenten und Seekabeln. Dazu gehörten auch die insgesamt rund 1,63 Millionen Neufahrzeuge, die seeseitig in Cuxhaven, Emden und Wilhelmshaven umgeschlagen wurden.

Beim seeseitigen Massengutumschlag ist die Entwicklung in den niedersächsischen Seehäfen zweigeteilt: Während der Umschlag fester Massengüter, wie Ein- und Ausgangsprodukten der ansässigen Industrien, aber auch von Agrarprodukten sowie von Baustoffen, mit insgesamt 13,2 Millionen Tonnen um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist, war der Umschlag flüssiger Massengüter, wie Rohöl und chemischer Produkte, mit 27,3 Millionen Tonnen um 6 Prozent rückläufig. Der Gesamtumschlag von Massengütern belief sich demnach auf 40,5 Millionen Tonnen.

"Gute Wettbewerbsposition im internationalen Markt"

Zu den Umschlagsergebnissen und zur Hafenentwicklung in Niedersachsen äußert sich Inke Onnen-Lübben, Geschäftsführerin der Seaports of Niedersachsen GmbH: "Die positive Entwicklung der niedersächsischen Seehäfen im vergangenen Jahr spiegelt sowohl unsere gute Wettbewerbsposition im internationalen Markt als auch unsere bedeutende Rolle als überregionale Versorgungsdrehscheiben wider. Die Hafenbetriebe investieren gezielt und entwickeln ihre Dienstleistungsangebote stetig weiter. Dass die Energie- wie auch die Zeitenwende nur mit unseren Seehäfen funktionieren kann, beweisen wir nahezu tagtäglich mit Umschlagsaktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien und auf Projektbasis bei der Militärlogistik. Unser Marktumfeld ist insgesamt allerdings weiterhin herausfordernd aufgrund der anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten und der strukturellen Lage der deutschen Wirtschaft."

In Stade wächst das Umschlagsvolumen um elf Prozent

Das seeseitige Umschlagsvolumen des Hafens Stade ist 2025 um 11 Prozent auf über 6 Millionen Tonnen gewachsen, maßgeblich getragen von der Entwicklung der am Standort Stade ansässigen Industriebetriebe.

In Wilhelmshaven wurden im vergangenen Jahr mit 38,3 Millionen Tonnen rund 8 Prozent mehr Güter als im Vorjahr umgeschlagen. Der Stückgutumschlag wuchs dabei um 75 Prozent auf rund 12,6 Millionen Tonnen, bedingt durch Volumensteigerungen bei Containern und Fahrzeugen. Mit fast 1,47 Millionen TEU (Standardcontainer) wurden 2025 in Wilhelmshaven 74 Prozent mehr Container umgeschlagen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Zogen Bilanz für die niedersächsischen Seehäfen: V.l. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne, Seaports-Geschäftsführerin Inke Onnen-Lübben und Holger Banik, Geschäftsführer von NPorts und der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG. Foto: Andreas Burmann

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