Bier zählt mehr als Rock'n'Roll?!
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Reflexionen zur Festivalgeschichte.
In einem archetypischen Song der Rockgeschichte kreuzen sich die Wege des Ich-Erzählers und eines Festivalbesuchers. "Wo willst'n hin, Mann?" fragt der eine den anderen, und aus dem bricht es hervor: Auf dem Weg zu einem Riesending sei er, um "bei einer Band anzuheuern, unter freiem Himmel zu kampieren und die Seele baumeln zu lassen". Klingt nach einem Plan, zumal nach einem ziemlich zeitgemäßen.
Würde man sich am Cuxhavener Bahnhof dem erstbesten "Deichbrand"-Besucher in den Weg stellen, erführe man vermutlich Ähnliches zur persönlichen Motivationslage: Campen, eine gute Zeit haben. Bleibt die Sache mit dem Band-Beitritt: Die fällt womöglich nicht mehr in den Sehnsuchtskatalog der Enkelgeneration von Crosby, Stills, Nash & Young. "B-i-e-r!" (und nicht Rock'n'Roll) lautet der Schlachtruf, den ein Reporter eines Privatsenders kürzlich bei einem anderen Event, nämlich auf dem "Hurricane" in Scheeßel, einfing. Kann man trivial finden. Aber wer deswegen von der "guten alten Zeit" faselt, wäre vermutlich auch vor 55 Jahren ein Spießer gewesen.
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