Frage vonLeisten oder Lamellen
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Skepsis bei Pilzgerichten.
Es gibt genau zwei Menschen, denen ich in Pilzfragen vertraue. Der eine ist tot, der andere ist der Vater meiner Schwiegermutter: Opa Wolfgang kann die Fruchtkörper wachsen hören, aus seinen Fundstellen - das weist ihn als echten Sammler aus - macht er regelmäßig ein Staatsgeheimnis. Blöd nur: Er lebt ein paar hundert Kilometer weit weg, ist also nicht greifbar, als meine Frau mit einer großen Papiertüte heimkehrt: "Pfifferlinge", erklärt sie, was streng genommen nicht stimmt. Meine Frau sagt "Rehli" dazu, so ist das in Süddeutschland üblich.
Dort unten ist ein Pilz übrigens ein Schwamm, ein Riesen-Schirmling heißt Parasol und den Maronen-Röhrling kennt man hier und da auch als Braunkappe. Im Grunde meinen alle Bezeichnungen dasselbe - wobei "meinen" (im Unterschied zu "wissen") bei der Pilzbestimmung ein schlechter Ratgeber ist. Der Grat zwischen genießbar und giftig ist schmal. Grund genug für mich, jeden Pilz aus der Tüte dreimal umzudrehen. Leisten oder Lamellen - das ist hier die Frage.
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