Jan Woitas/dpa
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Verdi droht mit neuem Warnstreik im Nahverkehr

22.04.2025

Die Gewerkschaft Verdi droht mit einem neuen Warnstreik im niedersächsischen Nahverkehr. Sollte die Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen kein besseres Angebot vorlegen, werde man für den kommenden Dienstag erneut zum Streik aufrufen, teilte die Gewerkschaft mit. «Die Arbeitgeber haben es jetzt in der Hand», sagte Gewerkschaftssekretär Marian Drews. «Wir hoffen aber, dass ein weiterer Streik nicht notwendig sein wird.»

Erst heute kam es zu massiven Ausfällen im Nahverkehr. Rund 2.500 Beschäftigte waren zum Warnstreik aufgerufen – unter anderem im Braunschweiger Land, Hildesheim, Lüneburg, Nordhorn, Stade und Verden. Aus Sicht der Gewerkschaft sei der Tag erfolgreich verlaufen, teilte Verdi weiter mit. «In den betroffenen Regionen sind am Dienstag so gut wie keine Busse der bestreikten Unternehmen aus den Depots gefahren», sagte Drews. 

Wo gestreikt wurde

  • KVG Braunschweig (Verkehrsgebiet südöstliches Braunschweiger Land, Salzgitter, Wolfenbüttel und Helmstedt)
  • Regionalverkehr Hildesheim
  • KVG Lüneburg
  • KVG Stade (Stade, Buxtehude und Cuxhaven)
  • Öffis Hameln-Pyrmont GmbH
  • Verdener Verkehrsgesellschaft
  • Nutzfahrzeuge Nordhorn
  • VLG Gifhorn
  • Omnibusbetriebe von Ahrentschildt in Zeven
  • Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya

Arbeitgeber sehen keinen Grund für Warnstreik

Der Arbeitgeberverband Nahverkehr Niedersachsen (AVN) kritisierte den Warnstreik als unverständlich. Es habe bislang nur einen Verhandlungstermin gegeben, die Arbeitgeberseite sei konstruktiv mit einem Angebot eingestiegen, sagte Verhandlungsführer Uwe Gaßmann. Dass danach zu einem Warnstreik aufgerufen wird, sei nicht nachvollziehbar. «Es ist ein normaler Prozess, dass man sich aufeinander zubewegt», sagte er. Als weitere Verhandlungstermine stehen demnach seit Längerem der 28. April und 5. Mai fest. 

Verdi fordert: «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit»

Hintergrund ist ein Tarifkonflikt: Beschäftigte, für die der Tarifvertrag Verkehrsbetriebe Niedersachsen mit dem Arbeitgeberverband AVN gilt, erhalten laut Verdi weniger Lohn als ihre Kolleginnen und Kollegen im Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N). Die Differenz im Fahrdienst betrage bis zu 3,30 Euro pro Stunde. Verdi fordert: «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.»

Die Gewerkschaft erwarte für den nächsten Verhandlungstermin am 28. April ein deutlich verbessertes Angebot, das auf ihre Forderungen eingeht, hieß es von Verdi. «Sodass wir auf dieser Grundlage in der dritten Runde am 5. Mai, ohne weitere vorherige Arbeitskampfmaßnahmen zu einem Abschluss kommen können», sagte Drews.

Der Arbeitgeberverband verwies darauf, dass die Rahmenbedingungen für die Verhandlungen sehr herausfordernd seien. «Der finanzielle Spielraum der Aufgabenträger ist stark begrenzt», betonte Gaßmann.

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