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Fabian Frick liebt das Abenteuer: Bei einem der größten Kite-Events in Ägypten sprang der 21-Jährige bis ins Halbfinale und verpasste das Finale trotz "der besten Runde seines Lebens" denkbar knapp. Foto: Andrea Fanelli
Fabian Frick liebt das Abenteuer: Bei einem der größten Kite-Events in Ägypten sprang der 21-Jährige bis ins Halbfinale und verpasste das Finale trotz "der besten Runde seines Lebens" denkbar knapp. Foto: Andrea Fanelli
Kitesurfen

Cuxhavener Kiter Fabian Frick lebt seinen Traum - und fliegt an die Weltspitze

von Jan Unruh | 28.10.2026

Acht Minuten Vollgas, spektakuläre Sprünge und der Sprung in die Weltspitze: Der Cuxhavener Fabian Frick überzeugt bei zwei internationalen Kitesurf-Events mit Platz vier - und scheidet beide Male ganz bitter aus. 

Fabian Frick fliegt durch die Lüfte. Über ihm der Kite, unter ihm das Board. Viele Meter über dem Wasser zeigt er einen Trick nach dem anderen. Acht Minuten hat er Zeit. In diesen acht Minuten zeigt Frick sein ganzes Können, geht volles Risiko - und wird belohnt. Er steht alle Tricks in dieser Runde. Es ist das Halbfinale bei einem der größten Kite-Events der Welt in Ägypten. Fabian Frick hat sich qualifiziert, gehört allein dadurch zu den besten Kitesurfern der Welt. Im Halbfinale beweist er es noch einmal deutlich. "Ich bin die beste Runde meines Lebens gefahren", sagt der 21‑Jährige. Dennoch reichte es nicht für den Finaleinzug. Sein Kontrahent aus Ägypten bekam noch mehr Punkte. Und so schied er im Halbfinale aus, verpasste damit den Finaleinzug denkbar knapp. 

Auch noch einige Tage danach ärgerte er sich über das verpasste Finale. Doch er ist auch stolz. Fabian Frick ist in der obersten Liga des Kitesurfens angekommen, lebt aktuell seinen sportlichen Traum. Aktuell studiert Frick auch noch Online-Marketing an einer Fern-Uni, doch seinen Fokus richtet der Cuxhavener auf das Kitesurfen. Mit 14 Jahren hat er angefangen mit dem Kiten. Sieben Jahre später gehört er zur Welt-Elite.
In Ägypten bei dem Kite-Event, das von Red Bull ausgerichtet wurde, sind einige der besten Kiter der Welt gestartet. Sie mussten sich per Video bewerben. Frick bekam bereits Anfang des Jahres die Zusage. Danach hat er sich vollends auf diesen besonderen Wettkampf konzentriert. "Es war schon eine Ehre, dorthin zu fliegen", sagt er. Und auch mit dem vierten Platz konnte er letztlich gut leben - auch wenn das Halbfinal-Aus maximal bitter war. Und nicht nur das. Mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch stieg Frick nach dem Wettkampf noch einmal aufs Board, war gedanklich nicht wirklich bei der Sache - und stürzte. Er zog sich Verletzungen an den Händen und Füßen zu. Aktuell muss er eine kurze Kite-Pause einlegen. "Das tut mir auch mal ganz gut", sagt er. Denn die vergangenen Tage waren nicht nur wegen des Red Bull-Wettkampfes in Ägypten besonders aufregend. 
Nur wenige Stunden zuvor startete Frick ganz spontan in Großbritannien beim größten und spektakulärsten Kitesurf-Wettkampf des Landes. Als Reservefahrer bekam er einen Tag vor dem Event die Nachricht, dass er doch an den Start gehen darf.

Fabian Frick (r.) bewegt sich seit einigen Monaten im Kreis der besten Kitesurfer der Welt. Foto: Andrea Fanelli

Er packte seine Sachen ein, buchte sich Flug, Mietwagen und Unterkunft und reiste in den Süden Englands nach Portland. "Das war schon stressig", sagt er im Nachhinein. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Fabian Frick legte in den einzelnen Runden starke Auftritte hin, schaffte es wieder ins Halbfinale. Und schied erneut denkbar knapp aus. Dieses Mal fehlten 0,1 Punkte zum Finaleinzug. Dennoch ging er mit einem guten Gefühl aus dem Wettkampf. Am Ende reichte es für den vierten Platz. "Und das als Nachrücker. Das war schon besonders geil", sagte Frick, der in den vergangenen Monaten quer durch die Welt reiste und in Zukunft auch reisen wird. Finanziert wird er von seinem Ausrüster "Slingshot", seinen eigenen Social-Media-Kanälen und seiner eigenen Firma "Kiteworkz", die er mit einem Kollegen gegründet hat. Material bekommt er auch oft noch von der "Kiterei" aus Cuxhaven. "Ich lebe gerade meinen Traum", sagt er. Cuxhaven ist für ihn noch immer das Zuhause, auch wenn er nur noch rund die Hälfte der Tage im Jahr vor Ort ist. An den anderen Tagen kitet er an den besten Spots der Welt. In seiner Heimat geht er nur noch selten ins Wasser. Aus Zeitgründen und weil die Trainingsbedingungen anderswo deutlich besser sind. Regelmäßig fährt Frick nach Büsum, um dort tideunabhängig zu trainieren.

Wenn er dann mal nicht auf dem Wasser ist, stemmt er Gewichte oder geht joggen. Der Sport bestimmt seinen Alltag. Und der Wind seinen Sport. Denn auch wenn er viele schöne Strände und Orte dieser Welt kennenlernen darf, hat es mit Urlaub wenig zu tun. "Schönes Wetter hat man eigentlich nie. Ich bin extrem viel am Frieren", sagt er schmunzelnd. Denn genau dann stimmen die Bedingungen für den nächsten spektakulären Sprung. Für Fabian Frick ist das kein Verzicht, sondern der Preis für ein Leben, von dem er lange geträumt hat.

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