Immer mehr Mitglieder: Turnkreis Cuxhaven sieht Chancen im Ganztag
Der Turnkreis Cuxhaven setzt neue Maßstäbe: Er hat so viele Mitglieder, wie seit zehn Jahren nicht mehr - insgesamt über 27.000 aktuell. Auf dem Kreisturntag stellt der Turnkreis zudem die Weichen für die Zukunft des Vereinssports im Ganztagsbetrieb.
Über 27.000 Mitglieder in über 100 Mitgliedsvereinen - der Turnkreis Cuxhaven ist der größte Kreisfachverband des Kreissportbundes und verzeichnet einen neuen Rekord. Es ist die höchste Mitgliederzahl seit zehn Jahren. "Eine tolle Zahl", freut sich Vorsitzende Juliane Schattauer auf dem diesjährigen Kreisturntag in der kleinen, aber feinen Sporthalle in Odisheim. Neben den Vorstandmitgliedern und einigen Delegierten aus den Vereinen waren auch einige herausragende Turnerinnen und Turner aus den Vereinen des TV Loxstedt und des TV Gut Heil Spaden dabei. Sie wurden an diesem Tag nicht nur für ihre starken Leistungen ausgezeichnet, sondern durften diese auch den Anwesenden eindrucksvoll in Form von Saltos, Flickflacks und weiteren spektakulären Figuren vorführen.
Es war der lockere Teil eines ansonsten eher formellen Kreisturntages mit Grußworten, Ehrungen und Wahlen. Bei diesen wurde Juliane Schattauer im Amt der Vorsitzenden bestätigt - für weitere vier Jahre. Wehmut kam bei den Anwesenden auf, als mit Anke Rennebeck eine langjährige Vorstandskollegin im Turnkreis verabschiedet wurde. Die Cuxhavenerin stand für eine weitere Amtszeit als stellvertretende Vorsitzende für den Bereich Freizeit-, Breiten- und Gesundheitssport nicht mehr zur Verfügung. "So ein bisschen ist die Luft raus", sagte sie während des Turntages. Sie wurde gebührend verabschiedet, bleibt dem Turnkreis jedoch als Referentin weiter erhalten. Ihre Nachfolgerin im Vorstand wird Hanna Pilawa, die erst vor einem Jahr nach Neuenwalde gezogen ist und sich gerne aktiv im Turnkreis einbringen wollte. Die anderen aktiven Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Ebenfalls neu im Turnkreis-Gremium ist Lina Ujvari, die als Fachwartin Gesundheitssport die Nachfolge von Anke Rennebeck antritt.
Sie alle lauschten mit den anderen anwesenden Delegierten und Gästen vor den Wahlen einem Fachgespräch zum Thema "Ganztag 2026 - Chance und Risiko für unsere Sportvereine?" Die KSB-Geschäftsführerin Stefanie Klüver, Kreisrat Friedhelm Ottens, Schulleiterin Elisabeth Baumann (Grundschule Otterndorf) und Alessandro Domscheit, Jugendbildungsreferent beim Niedersächsischen Turner-Bund. Sie alle berichteten ihre Sichtweise zu diesem "sehr wichtigen" Thema. Alle vier waren sich einig: Ganztag geht nur mit Sportvereinen. "Wir müssen das nutzen, was wir haben. Und das sind die Vereine", sagt der erste Kreisrat Friedhelm Ottens. Der Kreissportbund sieht sich diesbezüglich als Vermittler. "Ich weiß, dass viele Vereine große Sorge haben. Wir beschäftigen uns schon lange mit dem Thema", sagt KSB-Geschäftsführerin Klüver. Am 17. Juni wird es beim Kreissportbund eine große Informationsveranstaltung zum Thema Vereinssport und Ganztagsschule geben, um mit den Beteiligten noch konkreter auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der nächsten Jahre eingehen zu können. Der Tenor der kurzen, aber knackigen Unterhaltung war eindeutig: Der Ganztagsbetrieb in Schulen bietet durchaus Chancen für Sportvereine, doch es wartet noch eine Menge Arbeit.

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