In Otterndorf: Extrem-Läufer absolviert 800. Marathon - in nicht einmal zehn Jahren
Ausdauer ohne Ende: Ralf Dembeck absolviert in Otterndorf seinen 800. Marathon - und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Beim 18. Gezeitenlauf stehen neben Bestleistungen aber vor allem Gemeinschaft und Laufleidenschaft im Mittelpunkt.
Er läuft und läuft und läuft: Ralf Dembeck ist nicht zu stoppen. Der 55-Jährige steht auch beim Gezeitenlauf in Otterndorf mit einem Grinsen im Gesicht am Start. Auch für ihn ist es ein besonderer Lauf. Er tritt zu seinem 800. Marathon an. Eine wahnsinnige Leistung, die Dembeck in nicht einmal zehn Jahren hingelegt hat.
Im November 2016 lief er das erste Mal 54 Kilometer am Stück. Seitdem ist er vom Lauffieber infiziert. Dembeck ist Ultraläufer, liebt es, große Distanzen zurückzulegen. Das beweist er sich und der Laufwelt so gut wie jede Woche. Dass er ausgerechnet in Otterndorf sein Jubiläum feiert, ist kein Zufall. "Ich hatte eine kleine Auswahl", sagte er kurz vor dem Start. Eine Woche zuvor nahm er noch am Hamburg-Marathon teil. Dort das Jubiläum zu feiern, wollte er nicht. "Es sollte ein heimischer Lauf werden", sagt der mittlerweile in Lintig lebende Dembeck.
Und so nahm er in Otterndorf zum 800. Mal die 42,195 Kilometer in Angriff. Am Ende wurden es sogar noch deutlich mehr. Er lief in sechs Stunden insgesamt 56,5 Kilometer, legte fast 17 Seerunden bei strahlendem Sonnenschein hin und war damit in den 800er-Klub aufgenommen worden.
Am Ziel ist Ralf Dembeck damit noch lange nicht. "Ich werde laufen, solange mein Körper das gestattet", sagt er. Die 1000er-Marke hat er schon seit Längerem im Blick. Dieser ist er nun einen weiteren Schritt nähergekommen. Druck macht sich der 55-Jährige aber keinen. Der Spaß überwiegt. So wie in Otterndorf. Zusammen mit vielen Mitgliedern der Ultrafriesen. Dembeck ist dort Vorsitzender und in der Läuferszene ein sehr bekanntes Gesicht. Beim Gezeitenlauf in Otterndorf startet er schon seit Jahren.

Mit ihm waren in diesem Jahr rund 200 Läuferinnen und Läufer am Start. Um 10.30 Uhr fiel der Startschuss für den Hauptlauf. Jeder Teilnehmer konnte bis 16.30 Uhr so viel laufen, wie er wollte. Auch ein späterer Einstieg war möglich. Die mit Abstand meisten Kilometer legte der Stader Martin Schulz zurück. Nach genau sechs Stunden stoppte er bei 70,377 Kilometern.
Die Frau mit den meisten Kilometern in den Beinen war an diesem Tag Rabea Reinhold, die für den Husumer SV und gleichzeitig die Ultrafriesen an den Start ging. Neben den sportlichen Höchstleistungen standen für viele Teilnehmer aber der Spaß am Laufen und die Gemeinschaft im Vordergrund.

Zumal die äußeren Bedingungen an diesem Tag kaum besser hätten sein können. "Wir haben Glück mit dem Wetter", sagt Maik Schwanemann, Geschäftsführer des TSV Otterndorf und Mitorganisator der Veranstaltung, schon vor dem Start. Für die Cuxhavenerin Katrin Toetzke war es schon fast zu warm. "Ich laufe lieber bei Nieselregen", sagte sie mit einem Grinsen im Gesicht. Auf den musste sie beim diesjährigen Gezeitenlauf verzichten.
Die Veranstaltung hatte übrigens noch eine Neuerung parat. Erstmals wurde der Gezeiten-Kids-Lauf ins Leben gerufen. Über 20 Jungs und Mädchen stellten sich der Herausforderung und liefen eine Runde über 3,33 Kilometer. Die schnellsten Kinder kamen allesamt aus Otterndorf:
- Bei den Jungs siegte Anton Buse (14:16 Minuten) vor Leander Karitzky (15:58).
- Bei den Mädchen war Marlene Haase die Schnellste (19:18). Knapp dahinter folgen Ehlin Lindner (19:28) und Helena Schwanemann (19:29) auf den Plätzen zwei und drei.