"Die Rippen gebrochen": Welche Erinnerungen Springreiter Toni Haßmann ans Dobrock hat
Nach 20 Jahren kehrt Springreiter Toni Haßmann zum Dobrock-Turnier zurück. Mit im Gepäck sind sechs Pferde und seine Erfahrung, die er nun an junge Talente weitergibt. Der Fokus seiner Karriere hat sich gewandelt.
Nur 20 Jahre hat es gedauert, dass Springreiter Toni Haßmann erneut auf dem Dobrock in Wingst reitet. An das bis dato letzte Mal kann er sich noch gut erinnern. "Da habe ich mir die Rippen gebrochen und das war es dann mit dem Turnier." Das sollte diesmal möglichst nicht passieren.
Legendär waren Haßmanns drei Siege hintereinander im Deutschen Springderby in Hamburg Klein-Flottbeck 2004 bis 2006. Das hatte vor ihm nur der legendäre brasilianische Springreiter Nelson Pessoa 1992 bis 1994 geschafft. Doch seither ist viel passiert im Leben von Toni Haßmann. Zusammen mit seiner Partnerin, der Schweizer Springreiterin Clarissa Crotta, hat er eine siebenjährige Tochter. Auch beruflich hat sich einiges verändert. Toni Haßmann hat sich selbstständig gemacht und betreibt gemeinsam mit Clarissa Crotta einen Ausbildungs- und Verkaufsstall in Ibbenbüren.
Schon in Elmlohe am Start
Dem Turniersport ist der mittlerweile 50-Jährige dennoch treu geblieben. Nur die Schwerpunkte haben sich etwas verschoben. Beim Dobrock-Turnier hat er am Donnerstag (13. August 2026) bereits zwei Pferde in der Qualifikation für das Deister Springpferde-Championats geritten.

Insgesamt bestreitet er das Turnier mit sechs Pferden. Zwei hat er für die schweren Aufgaben auf der Großen Tour dabei, wie den Großen Preis des Landkreises Cuxhaven am Sonntagnachmittag (16. August 2026). Einer der Hoffnungsträger ist der 16-jährige Holsteiner Contendrix, mit dem er bei seinen Turnierauftritten erfolgreich ist, der andere ist der 13-jährige Westfale Sacramento Gold. Mit beiden Pferden ist er kürzlich auch bei den Elmloher Reitertagen an den Start gegangen.
"Ich liebe alteingesessene Reitturniere"
"Ich liebe diese alteingesessenen Turniere wie den Dobrock, Elmlohe aber auch Turniere in Schleswig-Holstein", sagt Haßmann gegenüber der CN/NEZ-Redaktion. "Auf Rasen zu reiten, ist einfach richtig schön." Aber auch aufwendig für Reiter und Pfleger, weil Stollen in die Pferdehufe eingedreht werden müssen, um Halt zu geben und Wegrutschen zu verhindern.

Haßmann trainiert Japans Equipe bei der WM
Auch wenn Toni Haßmann dem Springsport auch als Reiter weiterhin eng verbunden ist, so ist er nun in einer Phase angekommen, um Jüngeren seine Erfahrungen weiterzugeben. "Ich war auf allen Turnieren, habe national und international alles geritten. Das hat alles viel Spaß gemacht", sagt Haßmann. Aber der Hauptfokus hat sich bei ihm verändert. In der kommenden Woche betreut er die japanische Springreiter-Equipe bei den Weltmeisterschaften in Aachen. Auf dem Dobrock betreut er einen jungen südkoreanischen Springreiter, Jun-Seong Kwon.
Auf internationaler Bühne reitet Toni Haßmann im September das CSI-Springturnier in Paderborn. Doch vor allem sind es junge Pferde, die er in seinem Ausbildungs- und Verkaufsstall an den Springsport heranführen will.
Während er auf dem Dobrock reitet, ist seine Frau Clarissa mit der gemeinsamen Tochter Stella in den Vereinigten Staaten, um dort einige Turniere zu reiten, aber auch Kontakte zu knüpfen. "Noch sind bei uns ja Ferien", sagt der Vater. Clarissa Haßmann-Crotta wurde 2009 Mannschaftseuropameisterin mit dem Schweizer Team. Sie blickt ebenfalls auf eine außergewöhnliche reitsportliche Karriere mit zahlreichen Erfolgen zurück. Regelmäßig ist das Paar Haßmann-Crotta im Winter und Frühjahr in Florida und anderen Orten in den USA, wie zum Beispiel im Reitsportzentrum Wellington, um dort bei den internationalen Turnierserien zu reiten.