Weltrekord bleibt stehen - Bike Navy in Nordholz trotzt Unwetter und Hitzeschlacht
Heftige Unwetter, Temperaturen von mehr als 30 Grad und dennoch beste Stimmung: Die siebte Bike Navy auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz bot hochklassigen Sport, prominente Gäste und eine spektakuläre Weltrekordjagd.
Die Anfeuerungsrufe der Zuschauer wurden lauter, als Maximilian Levy hinter dem Derny zum Weltrekordversuch antrat. Der vierfache Weltmeister, sechsmalige Europameister und dreifache Olympiamedaillengewinner wollte bei der Bike Navy die Bestmarke von 92,5 Kilometern pro Stunde angreifen. Am Ende reichte es zwar nicht für einen Eintrag in die Rekordbücher - der Höhepunkt der siebten Bike Navy sorgte dennoch für Begeisterung bei den zahlreichen Besuchern. "Am Samstagabend hatte ich noch ein Training und bin auf 81 km/h gekommen", berichtete Levy vor seinem Versuch. Entsprechend optimistisch ging der 38-Jährige die Tempojagd in zwei Versuchen an. Doch trotz aller Bemühungen verhinderten die äußeren Bedingungen den erhofften Erfolg. Beim zweiten Lauf, der am späten Nachmittag stattfand, erreichte Maximilian Levy laut Messung der Polizei Cuxhaven eine Höchstgeschwindigkeit von 83 km/h.

"Die Luft war zu warm und hatte zu wenig Sauerstoff, sodass das Derny nicht einmal auf die nötige Geschwindigkeit gekommen ist", erklärte Dernypilot Peter Bäuerlein. Enttäuscht zeigte sich Maximilian Levy dennoch nicht: "Die Challenge war es wert und es hat Spaß gemacht." Einen weiteren Versuch kann sich der Bahnrad-Star gut vorstellen: "Wenn wir den Versuch vielleicht am Samstagabend auf einer Start- und Landebahn machen können, dann bin ich dabei." Peter Bäuerlein blickte ebenfalls nach vorn: "Dann würden wir es mit einem Elektro-Derny oder Stehermotorrad probieren. Und wenn es dann einer schafft, dann Maximilian."

Dass der Weltrekord am Ende Bestand hatte, tat der Stimmung bei der Bike Navy jedoch keinen Abbruch. Bereits der Start in den Veranstaltungstag verlangte den Organisatoren einiges ab. Heftige Unwetter hatten in der Nacht zum Sonntag das Veranstaltungsgelände stark beschädigt. Zelte, Technik und Absperrungen mussten am Morgen zunächst wieder aufgebaut werden, ehe die Wettkämpfe mit rund einer halben Stunde Verspätung beginnen konnten.
"Wir sind ein wenig in Zeitverzug gekommen, weil das Gelände, als wir ankamen, komplett zerstört war und wir alles wieder aufbauen mussten", berichtete Organisator Christian Stoll. Kaum waren die Schäden beseitigt, stellte das Wetter die Verantwortlichen vor die nächste Herausforderung. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad rückte der Gesundheitsschutz der Teilnehmer in den Mittelpunkt. Die Kinderrennen wurden vorsorglich verkürzt. "Das haben wir als Sicherheitsmaßnahme gemacht", erklärte Christian Stoll.
Zusätzlich richteten die Veranstalter kostenlose Trinkwasserstationen und Kühlmöglichkeiten ein. Soldaten, die die Bike Navy unterstützten, verteilten Fischerhüte im Flecktarnmuster an Sportler und Besucher. Die geöffnete Flugzeughalle bot vielen Gästen zudem eine willkommene Möglichkeit, der prallen Sonne zu entkommen. "Zum Glück haben wir dieses Jahr die große Flugzeughalle geöffnet, die auch Schatten spendet", sagte Organisator Stoll.

Sportlich hatte die Veranstaltung erneut einiges zu bieten. Bereits am Morgen eröffneten die Laufwettbewerbe über verschiedene Distanzen sowie der Duathlon den Wettkampftag, ehe anschließend die Radrennen folgten. Neben den Team- und Firmenrennen sowie dem offenen Fun-Rennen gingen auch zahlreiche Hobby- und Freizeitsportler gemeinsam mit den prominenten Gästen auf die Strecke.

Mit Jens Voigt, André Greipel, Jens Fiedler, Christian Knees und Olympiasiegerin Petra Roßner war die Bike Navy einmal mehr hochkarätig besetzt. Die ehemaligen Spitzenathleten begleiteten Teilnehmer bei den Rennen, standen für Gespräche zur Verfügung und sorgten auch bei den Show-Wettbewerben für beste Unterhaltung - wie beim "Last Man Standing". Hier war nicht Geschwindigkeit gefragt, sondern das Gegenteil: Gewonnen hatte, wer möglichst langsam fuhr, ohne den Boden mit den Füßen zu berühren. Jule Prins und René Enders bewiesen dabei das beste Gleichgewicht und sicherten sich den Sieg. Enders legte wenig später nach und gewann auch den "Kampfsprint der Giganten", bei dem sich Profis im direkten Sprintduell maßen.
Auch wenn der erhoffte Weltrekord am Ende ausblieb, und Unwetterschäden, große Hitze und anspruchsvolle Bedingungen die diesjährige Bike Navy prägten, erlebten Teilnehmer und Besucher einen abwechslungsreichen Veranstaltungstag. Und vielleicht bietet sich Maximilian Levy schon im kommenden Jahr die nächste Gelegenheit, die Jagd auf den Weltrekord erfolgreich zu Ende zu bringen.
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