Besucher erkunden die neue Cuxlandhalle in Cuxhaven: Viel Lob - aber auch Kritik
Hunderte Besucher haben die neue Cuxlandhalle an der Beethovenallee in Cuxhaven erkundet. Besonders ein Detail kristallisierte als Publikumsmagnet beim Tag der offenen Tür heraus. Allerdings zeigte sich auch: Es ist noch nicht alles eingespielt.
Neugier statt Wettkampf: Hunderte Cuxhavener haben am Sonntag (27. September 2026) die neue Cuxlandhalle an der Beethovenallee beim Tag der offenen Tür unter die Lupe genommen. Und dabei kristallisierte sich schnell ein Highlight heraus.
Auch die jüngsten Besucher wollten wissen, was in der neuen Halle möglich ist. Der neunjährige Luca vom TSV Otterndorf hat bereits klare Pläne: Am liebsten würde er dort Fußball spielen. Seine Stärken seien "Dribbeln und Tore schießen", sagte er stolz. Sein Vorbild ist der französische Nationalspieler Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain.
Rund zwei Jahre nach Baubeginn öffnete die Sporthalle erstmals für die Öffentlichkeit. Der Andrang war groß: Nach Angaben des Landkreises kamen zwischen 600 und 700 Besucher, bereits vor der Öffnung warteten bis zu 250 Menschen vor dem Eingang.
Von 15 bis 17 Uhr konnten sie sich selbst ein Bild von der neuen Halle machen. Statt einer klassischen Führung gab es einen Rundgang mit verschiedenen Stationen. Auf Informationstafeln wurden Technik und Ausstattung erklärt.
Der größte Publikumsmagnet war schnell ausgemacht: der neue LED-Sportboden. "Nur wegen des Bodens bin ich hier", gab Sabine Mück zu, die mit ihrer Freundin Monika Schulz gekommen war.
Zugleich gefiel ihr die Gestaltung der Halle: "Ich finde die Holzverkleidung sehr modern und schön, und ich finde auch die Akustik gut."
Bei den Sportlern kam die neue Halle ebenfalls gut an. Basketballer Alexander Schneider von den Cuxhaven BasCats lobte die moderne Ausstattung. "Ich finde, die Halle ist modern, der Boden ist schön, aber noch gewöhnungsbedürftig." Karsten Adelmann, der über Jahrzehnte Basketball gespielt hat, hob vor allem die Dimensionen und die Akustik hervor. "Die Halle hat eine beeindruckende Höhe. Bei der Menge an Menschen ist die Geräuschkulisse angenehm." Sein Urteil über den Boden: "Ein absolutes Highlight: keine störenden Linien."
Auch Angela Ahrens und Helma Schenkelberg begrüßten die Möglichkeiten des neuen Systems. "Wir finden gut, dass man die einzelnen Sportarten und Sportflächen so schön ausleuchten kann", sagten sie. Rüdiger Schimmelpfennig, Boxer bei Rot-Weiss Cuxhaven, sprach von einer "absoluten Bereicherung für den Cuxhavener Sport". Er habe ein "großes Erwartungsfieber" gehabt und sei "sehr angetan". Auch die sanitären Bereiche überzeugten ihn: "Die sind vom Feinsten."
Der Mehrzweckraum erhielt ebenfalls Lob. "Der Mehrzweckraum ist gigantisch. Er ist auch freundlich mit dem hellen Boden", fanden Anne Schwarz und Gitta Thoben, die sich gut vorstellen können, dort Fitness zu betreiben. Julia Adelmann bewertete die Halle als rundum gelungen, auch die ausfahrbaren Tribünen.
Ganz ohne Kritik verlief der Rundgang nicht. "Wir vermissen noch ein Geländer am Tribünenaufgang. Sonst alles gut", bilanzierten Hans und Elke Köster aus Altenbruch. Klaus Migeod, 74 Jahre alt und früher Stürmer beim CSV und bei Rot-Weiss, hätte sich für diesen Tag ein sportliches Programm gewünscht. Sein Fazit fiel dennoch positiv aus: "Sonst muss man sagen: toll."
Auch bei den Vereinen gibt es noch offene Punkte. Bernd Köpcke, Vorsitzender von Rot-Weiss Cuxhaven, sieht vor allem bei der Organisation Handlungsbedarf. Dazu gehörten Einlassregeln und weitere Vorgaben - etwa die Regelung, dass die Halle um 22 Uhr verlassen werden müsse. Insgesamt fiel sein Urteil dennoch gut aus: "Der Teufel steckt im Detail, manche Dinge müssen noch nachgebessert werden. Wir haben unsere Rundturnhalle geliebt, man muss aber sagen: Da haben die Stadtväter und Kreisväter etwas Schönes hingekriegt."

Landkreis-Mitarbeiter Malte Hinck zeigte sich mit dem Zuspruch zufrieden. "Wir freuen uns über den Ansturm. 600 bis 700 Besucher waren hier." Rund 80 Prozent der Fragen hätten sich um den Glasboden und die Linierung gedreht. "Überwiegend gab es eine positive Rückmeldung", fasste Hinck zusammen. Zugleich räumte er ein, dass es noch "Kinderkrankheiten" gebe: "Gerade bei dieser umfassenden Technik, die wir haben. Wir sind sehr optimistisch, dass die in Kürze behoben sind."

Ratsherr Volker Kosch sieht in der neuen Halle vor allem eine zukunftsweisende Investition in den Schul- und Vereinssport. Die neuen Möglichkeiten könnten "zu mehr Motivation und Ansporn führen". Kamal Zein, Basketballer beim TSV Altenwalde, brachte es auf den Punkt: "Ich finde die Halle super gelungen. Eine wahre Bereicherung für Cuxhaven."

Für Sabine Lenz-Breuer, Turn- und Sportlehrerin beim ATSC, steht vor allem die Funktionalität im Mittelpunkt. Für Übungsleiter bringe die neue Ausstattung allerdings auch die Herausforderung mit sich, mit der Perfektion mitzuhalten. Ihr Wunsch für die Zukunft ist klar: "Ich würde es schön finden, wenn die Vereine und Sporttreibenden hier ein sportliches Zuhause finden können."

Die erste große Bühne bekommt die Cuxlandhalle bei der Sportgala 2026. Dort soll ein "Eröffnungsbild" mit 120 Menschen im Alter von drei bis 88 Jahren entstehen. Sabine Lenz-Breuer will damit die ganze Bandbreite des Cuxhavener Sports zeigen. "Denn wir wollen ein Spiegelbild der Cuxhavener Sportbevölkerung sein, genauso wie die neue Halle es sein soll."

Der erste Eindruck nach dem Tag der offenen Tür: Die Cuxlandhalle ist noch neu, manches muss sich erst einspielen. Doch das Interesse ist groß. Und der neue Sportboden dürfte noch für einige Gespräche sorgen.
Von Joachim Tonn
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