Mit Gartenkräutern konnte man sich an diesem Stand auf dem Blumenmrkt eindecken.
Mit Gartenkräutern konnte man sich an diesem Stand auf dem Blumenmrkt eindecken.
Veranstaltungen 

Cuxhavener Blumenmarkt lockt Massen an: Pflanzen und Künstler begeistern Besucher

von Kai Koppe | 23.04.2023

Schon kurz nach dem Marktbeginn war die Cuxhavener Fußgängerzone schwarz vor Menschen. Das Event, das schon in Vorjahren auf große Resonanz gestoßen war, konnte bisherige Besuchererfolge aktuell toppen. 

"Das halbe Auto hab' ich schon voll", sagt eine Kundin, die sich von Carsten Nickel die Vorzüge einer Felsenbirne erklären lässt. Der Chef der Otterndorfer Baumschule ist nur einer von vielen Ausstellern, die beim 3. Cuxhavener Blumenmarkt ihre Pflanzen verkaufen - die ihnen mitunter förmlich aus den Händen gerissen werden. Michael Giesel ist wohlweislich noch einmal zum Großmarkt gefahren: "Die Resonanz ist super", sagt der Blumenhändler aus Loxstedt, der bei der Laufkundschaft in der Nordersteinstraße  mit prächtigen Tulpen und den ersten Sommerblumensträußen punkten kann. 

Während die Hobbygärtner (und -gärtnerinnen) unter den Blumenmarktgängern tatsächlich in fester Kaufabsicht die "City" gekommen sind, lassen sich viele ganz einfach treiben. Und das funktioniert gut auf einer Veranstaltung wie dem Blumenmarkt: "Das ist ganz einfach eine tolle Atmosphäre hier", findet Lothar Dekarski, der es keinesfalls bereut, dass er im Rahmen der am Sonntag geltenden Sonderöffnungszeiten seinen Laden aufgesperrt hat. Der Aufbau des Marktparcours sei ausgesprochen gelungen, sagt er und beobachtet, wie Besucher vor den eigenen Auslagen, aber auch an den Ständern eines Textilgeschäfts nebenan stehen bleiben. "So muss es sein."

Organisator zeigt sich zufrieden

Ein Satz, den Traute Fock und Marlies Schmidt ohne weiteres unterschreiben würden. Die beiden haben sich auf der eben fertiggestellten Terrasse am Wasserturm niedergelassen. Der Außenbereich des künftigen Cafés ist voll besetzt und bildet doch eine Oase, in der man - bei Saxofonklängen und ein paar Meter abseits des Trubels - verschnaufen kann. So einen Ort habe Cuxhaven gebraucht, finden die beiden Frauen und loben den Pioniergeist des Schweizer Betreiber-Ehepaars. Nicht von ungefähr zählt Günter Wichert, "Erfinder" des gemeinsam mit der Werbegemeinschaft City Cuxhaven e. V. organisierten Blumenmarktes, den Bereich am Wasserturm zu den Magneten der diesjährigen Veranstaltung. Es ist kurz vor 12, der Markt läuft noch keine Stunde und dennoch ist in der Innenstadt so viel los wie selten zuvor. "Ich bin sehr glücklich", bekennt Wichert: Selbst in den B-Lagen sei es gelungen, den Leuten etwas zu bieten. "Wenn uns jetzt kein Schauer einen Strich durch die Rechnung macht", sagt er mit einem vorsichtigen Blick gen Himmel, "werden wir unser Ziel, größter Blumenmarkt in ganz Niedersachsen zu sein, wohl erreichen".

Petrus - das steht am frühen Nachmittag fest - meint es gut mit Kaufleuten, Blumenhändlern und mit Familien, Nachbarn und Freunden, die sich zum gemeinsamen Marktbummel verabredet haben: Als eine Truppe von Straßenkünstlern mit an Jules Verne-Romane gemahnenden Fantasie-Maschinen über den Holstenplatz rollt, ist das Wetter fast schon zu heiter, um die Dampf und Feuer spuckenden Steampunk-Vehikel richtig zur Geltung zu bringen. In der Nachmittagssonne zu spielen, ist auch einer Brass-Band vergönnt, deren Mitglieder übrigens nicht die einzigen Markt-Mitwirkenden blieben, die sich auf das Thema Blech fokussiert haben. Maik Pigorsch aus der Wingst hat ein Gespür für Accessoires, die das Gärtnerherz höher schlagen lassen: Zinkwannen, alte Gieß- und Milchkannen aus Metall gehören zu seinem Sortiment aus Antikwaren und Trödel. Besonders gefragt, verrät Pigorsch, seien im Moment alte Stallfenster: Mit solch einem Rahmen und ein paar Ziegelsteinen mauern Kreative sich ein kleines Land-Idyll auf der eigenen Terrasse. Wie viel letzteres mit der Wirklichkeit zu tun hat, kann man am Landvolk-Stand (Ecke Bahnhofstraße) in Erfahrung bringen: "Wir wollen nichts verkaufen", betont der stellvertretende Landvolk-Vorsitzende Gerriet Gerdts und überreicht ein Tütchen Kakao. Den Blumenmarkt wertet er als gute Gelegenheit, um aufzuklären: "Dass wir Landwirte mehr machen als nur Mais anbauen und Trecker fahren".

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Kai Koppe

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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