Im Verwaltungsbereich des ehemaligen Marinemunitionsdepots in Altenwalde beziehungsweise Oxstedt ist Platz genug für ein neues Tierheim. Dieses Gebäude soll zum Katzen- und Kleintierhaus werden. Foto: Reese-Winne
Im Verwaltungsbereich des ehemaligen Marinemunitionsdepots in Altenwalde beziehungsweise Oxstedt ist Platz genug für ein neues Tierheim. Dieses Gebäude soll zum Katzen- und Kleintierhaus werden. Foto: Reese-Winne
Türen öffnen sich

Cuxhavens neues Tierheim entsteht in Altenwalde: Für jedes Gebäude eine Nutzungsidee 

von Maren Reese-Winne | 15.05.2026

Die Bundeswehr zog sich 2005 zurück; seither galten die Backsteingebäude in der Küstriner Straße als Reserve für die Errichtung eines neuen Cuxhavener Tierheims. Nun scheinen alle Zeichen auf Grün zu stehen. Wir schauen hinter Tore und Türen.

Mehr als zehn Jahre alt ist die Idee, das Cuxhavener Tierheim auf dem Gelände des früheren Marinemunitionsdepots in Altenwalde unterzubringen. Im Dezember 2023 beauftragte der Rat der Stadt die Verwaltung, zusammen mit dem Vorstand des Tierschutzvereins eine Neubauplanung zu erarbeiten. Nun werden die Pläne konkret.

Für den Gebäudekomplex gleich hinter dem Tor am Beginn des Radwegs nach Oxstedt existieren bereits Bau- und Nutzungspläne, teilweise in mehreren Varianten. Die Stadt und der Verein "Tierheim Cuxhaven Tierschutz - Eine Pfote, ein Versprechen" haben sich das Vorhaben gemeinsam auf die Fahnen geschrieben. Die Zusammenarbeit wird von beiden Seiten als äußerst konstruktiv beschrieben.

Im Doppelhaushalt 2025/26 und in der Vorausplanung für 2027 sind Finanzmittel in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro für das Projekt vorgesehen. Am Freitag schaute sich Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, zusammen mit Vertreterinnen des Bundes- und Landestierschutzes das Areal und die Gebäude in Altenwalde an und traf sich mit Oberbürgermeister Uwe Santjer und den Vorstandskolleginnen und -kollegen in Cuxhaven. Bei einem ausführlichen Rundgang öffneten sich die Türen der einstigen Militäranlage.

Über die Gegebenheiten der Gebäude und Außenanlage zeigte sich Thomas Schröder schwer begeistert. Schriftführerin Jelka Tetzlaff, die die Führung übernahm, verstand es, die Bilder, die sich vor dem geistigen Auge entwickelten, immer wieder zu den Realitäten in Bezug zu setzen. Klar ist, dass ein neues Tierheim  zukunftsfähig sein muss. Das bedeutet Investitionen; die heutigen Bauvorschriften, Arbeits- und Tierschutz lassen ohnehin nichts anderes zu.

Blick aus dem oberen Stockwerk des Katzen- und Kleintierhauses auf das Hundehaus (r.) und das spätere Vereinsgebäude (hinten).

Und so wird nicht alles, was sich an Raum offenbarte, einfach mit Tieren belegt werden können, es braucht Mitarbeiter- und Lagerräume, Kranken- und Quarantänestationen, Räume zur Futterzubereitung und vieles mehr. Vieles, was beim Rundgang angeregt wurde, hat der Verein dank der Beratung durch Dr. Christiana Müller, Tierheimberaterin und Angestellte des Bundesverbands, längst berücksichtigt, zum Beispiel einen Lastenaufzug, der helfen soll, das Futter aus dem Keller in die oberen Etagen zu hieven.

Die seit über 20 Jahren verlassenen roten Backsteingebäude präsentierten sich in einem erstaunlich guten Zustand, vor allem gibt es so gut wie keine Feuchtigkeitsprobleme. Dennoch wird erheblich in die Erneuerung der Leitungen und der Technik investiert werden müssen.

Für die Nutzung gibt es folgende Pläne: Das frühere Wachgebäude (mit vergitterten Fenstern) soll die Verwaltung und die Mitarbeiterräume aufnehmen; hier wird sich dann auch der einzige öffentliche Zugang befinden. Vorgesehen ist dort auch eine Tierarztpraxis für eine eigene angestellte Tierärztin oder einen Tierarzt.

Das folgende doppelstöckige Gebäude soll Katzen- und Kleintierhaus werden, das parallel zum Radweg stehende Gebäude Hundehaus. Am Ende befindet sich ein weiteres Gebäude, in dem sich früher Kantine und Küche befanden. Dieses ist für den Tierschutzverein vorgesehen, der für die Herrichtung daher auch selbst Verantwortung übernehmen wird.

Große Offenheit erntete Uwe Santjer für den Vorschlag, in den Gebäuden einen größeren Schulungsraum vorzusehen, der dann auch von anderen Gruppen genutzt werden kann. Außerdem plant der Verein, sich der Öffentlichkeit zu öffnen, Beratungen anzubieten und über seine Arbeit zu informieren - ohne damit zum Zoo zu werden. Einig waren sich alle ebenfalls darüber, dass der jetzige Standort zwischen Cuxhaven und Altenwalde keinerlei Ansprüchen mehr genügen kann. Uwe Santjer würdigte das außerordentliche Engagement der Aktiven, die das Tierheim durch tiefe Täler gebracht hätten.

Die Innenräume präsentieren sich überwiegend trocken und in einem guten Zustand; großen Nachbesserungsbedarf gibt es bei Leitungen und Technik. Foto: Reese-Winne

Als großes Anliegen gab ihm das Team die Notwendigkeit eines Hunde-Übungsplatzes mit auf den Weg. Geschützt durch den Wald, ist der früher durch die Bundeswehr-Hundeführer genutzte Platz noch vorhanden. Die Rasenflächen vor dem Gebäude -  vom Radweg aus einsehbar - eigneten sich nicht, um den Hunden die nötige Sicherheit und Ruhe für das wichtige Training zu geben, hieß es.

Neben der Stadt Cuxhaven haben auch die Gemeinden und Samtgemeinden Land Hadeln, Wurster Nordseeküste und Hemmoor die Bereitschaft bekundet, das Tierheim Cuxhaven als zentrale Stelle zur Abgabe von Fundtieren anzuerkennen. Die Finanzierung wird die Stadt nicht allein schultern. Elvira Gruenke vom Landestierschutzverband machte beispielsweise auf Förderungsmöglichkeiten im Rahmen des Infrastruktur-Sondervermögens des Bundes aufmerksam.

Vandalismus hat es auch in diesem Gebäudekomplex gegeben, gut erkennbar ist aber trotzdem die frühere Kantine. Foto: Reese-Winne

Die Bundeswehr hatte das Munitionsdepot 2005 aufgegeben. 2014 wurde der ehemalige Verladebahnhof des Depots zurückgebaut, 2018 etwa 6000 Meter Zaun. Die Stadt Cuxhaven hat die früheren Anlagen des Lagers Kiefernhorst erworben und dort den Katastrophenschutz etabliert. Auch das Gelände gleich gegenüber - die Fläche für das Tierheim - ist im Zugriff der Stadt und wird auch nicht von der Bundeswehr im Zuge der Reaktivierung früherer Bundeswehrflächen benötigt. Zu den im Hintergrund laufenden Vorbereitungen und Untersuchungen gehört auch ein aktualisiertes Lärmschutzgutachten.

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