Aeronauticum Nordholz: Erster Spatenstich für die neue "Arado"-Halle ist vollzogen
Nordholz. Wenn das keine guten Vorzeichen sind: Bei Sonnenschein und 20 Grad wurde mit dem Bau an der neuen "Arado"-Halle fürs Aeronauticum begonnen.
Von einem weiteren Meilenstein für das Museum Aeronauticum sprach der Fördervereinsvorsitzende Bernhard Jährling am Montagmorgen in Nordholz, als er gemeinsam mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Dirk Wurzer, dem Vorsitzenden des Fördervereins Arado 196 e.V. Uwe H. Giesecke, dem technischen Museumsleiter Jan Spinck und dem Unternehmer Hans-Jürgen Poit den Baubeginn für eine weitere Museumshalle mit dem obligatorischen 1. Spatenstich vollzog.
Die neue Halle wird in Stahlbauweise realisiert und soll über eine Gesamtfläche von 615 Quadratmetern verfügen. Die Traufhöhe wird von der ausführenden Firma "Stahabau Hallensysteme" aus Lahmstedt mit 6,23 Meter angegeben. "Wir werden das komplette Dach mit einer modernen Photovoltaik-Anlage ausrüsten", sagt der technische Museumsleiter Jan Spinck. Die Halle soll bereits Ende des Jahres errichtet sein. Im Frühjahr 2023 soll sie dann für den Umzug des historischen Bordflugzeuges "Ar 196 A-5" bereit stehen. Die Kosten für den Hallenneubau belaufen sich mittlerweile auf rund 370.000 Euro, nachdem die Preise für Baumaterialien in den vergangenen Monaten immens angestiegen sind. Die N-Bank fördert das ansonsten selbst finanzierte Großprojekt mit 180.000 Euro.
Arado 2012 aus den USA überführt
Urheber des Projektes ist übrigens der kaufmännische Leiter des Museums Hans-Peter Weber. "Er war der Initiator und hat dafür gesorgt, dass die Arado kurz vor Weihnachten 2012 überhaupt nach Deutschland gekommen ist", erinnert sich Dirk Wurzer. Weber war seinerzeit Kasernenkommandant in Nordholz und verfügte über beste Kontakte in die USA. Die beiden Männer hatten die historische Maschine aus Pensacola in Florida persönlich abgeholt und in zwei Containern nach Deutschland überführt. "Ich erinnere mich noch gut daran, das wir anfangs noch gar keine Halle hatten", ergänzt Dirk Wurzer. Hans-Peter Weber fand dann eine Lösung auf dem Grundstück der Marine, wo für die Arado eine Halle gebaut wurde. Dort befinden sich auch heute die Teile, die von fünf bis acht Ehrenamtlichen mit guten handwerklichen Kenntnissen so nach und nach wieder zusammengebaut werden.
Alte Halle nicht geeignet
"Wir haben im Laufe der Zeit ganz schnell festgestellt, das diese alte Halle für Restaurierungsarbeiten nicht geeignet ist. Im Sommer ist es wärmer als die Außentemperatur und im Winter ist es mindestens so kalt wie draußen. Das ist natürlich auf Dauer kein Zustand", erklärt Uwe H. Giesecke. Der Vorsitzende hat noch eine weitere gute Botschaft im Gepäck: "Ich habe gerade die Nachricht bekommen, dass wir unseren Vertrag um fünf Jahre verlängern konnten. Das bedeutet im Klartext, das die Arado nicht bis 2027, sondern jetzt bis 2032 in Nordholz beheimatet sein wird." Die Verantwortlichen hegen natürlich die Hoffnung, dass der Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Deutschen Marine nach 2032 in eine Dauerleihgabe umgewandelt werden kann. Uwe H. Giesecke freut sich zudem, wenn sich noch weitere Ehrenamtliche finden, die Interesse haben, dass historische Aufklärungsflugzeug wieder zusammenzubauen. Hobbyrestauratoren können unter E-Mail: info@arado169.de oder Telefon: (0 47 21) 6 66 93 99 Kontakt aufnehmen.
Der Rumpf der Arado wurde übrigens in den vergangenen Wochen von Stefan Köhler von der Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven e.V. aufwendig mit Stoff bespannt. Damit ist ein weiterer wichtiger Teil des Bordflugzeuges, das einst auf dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen stationiert war, restauriert. Im kommenden Jahr soll die Arado dann in die neue Halle umziehen. Museumsleiterin Dr. Anja Dörfer plant zudem eine neue begleitende Ausstellung über die Arado-Werke. Die Schau informiert über den Bau und den Einsatz des historischen Flugzeuges sowie über die Produktion, zu der auch Kriegsgefangene herangezogen wurden.