Symbolischer Spatenstich in Wingst: In den drei Samtgemeinden Hemmoor, Börde Lamstedt und Land Hadeln wird der Glasfaser-Ausbau vorangetrieben. Foto: Schröder
Symbolischer Spatenstich in Wingst: In den drei Samtgemeinden Hemmoor, Börde Lamstedt und Land Hadeln wird der Glasfaser-Ausbau vorangetrieben. Foto: Schröder
Millionen-Investitionen

Also doch: Glasfaser bis zur letzten Milchkanne im Kreis Cuxhaven

von Egbert Schröder | 23.06.2026

In dieser Woche erfolgte in der Wingst der offizielle erste Spatenstich, um mehr als 5000 weitere Haushalte in den Samtgemeinden Land Hadeln, Börde Lamstedt und Hemmoor in das "Gigabitnetz" einzubinden. Was macht die Glasfaser-Chance so einmalig?

Die Bundesregierung treibt eine Internet-Offensive voran, um Deutschland bei der digitalen Infrastruktur von der Kriechspur auf den Highway zu bugsieren. Dabei genießt die flächendeckende Erschließung durch leistungsfähige Gigabit-Netze Priorität. Doch gerade im ländlichen Bereich ist das nicht gerade einfach, da in vielen Bereichen unwirtschaftlich. 

Aber der Landkreis Cuxhaven hat bereits vor Jahren die Chance erkannt, durch verschiedene Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene auch in einem vorwiegend ländlich strukturierten Bereich den Netzaufbau voranzutreiben.

Noch kostenfrei zum Glasfaseranschluss

Dass es sich dabei nicht nur um kleine Lückenschlüsse handelt, sondern großflächig gedacht wird, zeigt sich nun auch beim jüngsten Coup im Cuxland in einer finanziellen Größenordnung von 32,3 Millionen Euro. So werden im Bereich des Altkreises Land Hadeln (mit den Samtgemeinden Hemmoor, Börde Lamstedt und Land Hadeln) weitere 5188 Haushalte, Firmen und öffentliche Einrichtungen mit einem leistungsfähigen Glasfasernetz versorgt - und es könnten und werden wohl angesichts der einmaligen Chance weitere hinzukommen.

Das Gros stellt die Samtgemeinde Land Hadeln mit über 2900 Anschlüssen, 1400 sind es in der Börde Lamstedt und annähernd 900 Anschlüsse in der Samtgemeinde Hemmoor. Das wird nicht aus der Portokasse und nicht über die künftigen Glasfaser-Kunden allein finanziert, sondern vielmehr über Bundes- und Landesmittel sowie aus den Kassen der Kommunen. Allein der Bund steigt in das regionale Projekt mit knapp 20 Millionen Euro und damit über dem üblichen Fördersatz ein.

Das Ziel: 99 Prozent in drei Jahren

Im Landkreis Cuxhaven wird nach Angaben der Wirtschaftsflörderung mit Abschluss des Förderverfahrens zum Glasfaserausbau (wahrscheinlich 2029) die Möglichkeit geschaffen werden, dass grundsätzlich in 99 Prozent der Fälle ein Gigabitanschluss beauftragt werden kann. Das bedeutet, dass dort entweder ein Glasfaseranschluss oder aber ein Kabelanschluss mit Downloadraten von mindestens 1 Gigabit/Sekunde verfügbar ist.

Beim symbolischen Spatenstich vor dem Wingster Spiel- und Sportpark betonte Hadelns Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule auch im Namen seiner Amtskollegen Jan Tiedemann (Hemmoor) und Frank Springer (Börde Lamstedt), dass das Glasfasernetz nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen und die Landwirtschaft von elementarer Bedeutung sei. Jetzt biete sich die Chance, dass man noch kostenfrei einen Anschluss erhalten könne. Diese Möglichkeit solle man nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Dr. Dominik Mayer (Niedersächsisches Wirtschaftsministerium) hob bei dem Termin zudem die Vorreiterrolle Niedersachsens und des Landkreises Cuxhaven bei der Glasfaser-Initiative hervor. Im Bundesvergleich befinde sich Niedersachsen auf dem zweiten Rang beim Ausbau. Bei den Landkreisen rangiere Cuxhaven nicht zuletzt durch den routinierten Kreis-Wirtschaftsförderer Ralf Bruns ebenfalls ganz weit vorn. Das sei auch auf lange Sicht gerade für ländliche Regionen notwendig: "Es geht hier schließlich auch um Standortsicherung und Zukunftsfähigkeit eines Landkreises."

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