Die Beratungsstelle VBS in Cuxhaven feiert Jubiläum in weihnachtlicher Atmosphäre
Die Fachstelle für Sucht feiert ihr 45. Bestehen. Die VBS bietet nicht nur Beratung bei akuter Sucht an, sondern leistet auch Prävention und Aufklärung an Schulen und hilft Angehörigen von Suchterkrankten in der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven.
Lediglich das Wetter machte der weihnachtlichen Atmosphäre einen Strich durch die Rechnung, als die VBS (Verein für Beratung und Hilfen bei Suchtfragen und seelischen Leiden im Landkreis Cuxhaven) zur Feier ihres 45-jährigen Bestehens eingeladen hatte. Vor den Räumlichkeiten der Beratungsstelle lud ein kleiner Weihnachtsmarkt zum alkoholfreien Apfelpunsch und Bratwurst essen ein. In den Räumlichkeiten der VBS konnten Besucher sich über die Angebote der VBS informieren, ihr Wissen testen, welche Aussagen über Drogen zutreffen und in welchen Lebensmitteln oder Flüssigkeiten Alkohol enthalten ist. Außerdem wurde der Film "Im Rausch des Zufalls" gezeigt, der sich mit Glücksspiel und Glücksspielsucht beschäftigt.
Gleich zu Anfang musste Johannes Anskeit, Leitung der VBS, ein Geständnis machen. Die Einladungen ließen nämlich verlauten, dass das 55. Jubiläumsjahr anstatt des 45. gefeiert werden soll. Aus Nachhaltigkeitsgründen könnten die Einladungen in zehn Jahren erneut genutzt werden, witzelte Anskeit. Dieser übernahm im April 2023 die Leitung der VBS. Zunächst kommissarischer Fachstellenleiter, übernahm er im weiteren Verlauf die feste Stelle.
Offene Sprechstunde als unkompliziertes Angebot, um in Kontakt zu kommen
Neben ihrem Beratungsangebot in den Räumlichkeiten an der Grodener Chaussee 21 bietet die VBS auch Sprechstunden an verschiedenen Standorten im Landkreis an. Die offene Sprechstunde, jeden Dienstag in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, ist ein unkompliziertes Angebot, um mit der Beratungsstelle in Kontakt zu kommen. Im letzten Jahr wurden rund 566 Menschen bei der VBS beraten. "Bei den Beratungen geht es um alle Fragen rund um Sucht und Abhängigkeit. Häufig kommen dann noch alltägliche Probleme wie Schulden oder Konflikte zum Tragen."

Glücksspiel, Medien und Gaming-Sucht
"Glücksspiel, Medien und Gaming werden oft in einen Topf geschmissen, da es sich um stoffungebundene Süchte handelt. Dennoch ist die Beratung unterschiedlich", erläutert Johannes Anskeit. Beim Glücksspiel werde zunächst geschaut, um welche Art von Glücksspiel es sich handelt. Auch hier wird zwischen Online- und dem Glücksspiel in der Spielhalle unterschieden. Gaming sei ein Teil der Mediensucht. "Gaming disorder" sei die Diagnose, womit exzessives Computerspielen gemeint sei. Andere Aspekte wie das Binge-Watching oder die ständige Nutzung von sozialen Medien, oft aus Angst etwas zu verpassen, seien laut Anskeit schwerer zu diagnostizieren. Die Störung würde lange nicht auffallen und der Leidensdruck würde nur langsam entstehen. Dass die Zahlen ansteigen, könne aber nicht beobachtet werden.
Digitale Beratungsangebote zur Erweiterung und zum Abbauen von Unsicherheiten
Im Bereich der Mediensucht seien die Klienten jung, beim Glücksspiel sei das nicht der Fall. "Gerade jüngere Menschen benutzen digitale Medien viel selbstverständlicher. Um auch diese Klientengruppe besser zu erreichen, nehmen wir an der Plattform ,digiSucht' teil", erklärt Johannes Anskeit. "Über diese Seite können Klienten anonym mit Beratern Kontakt aufnehmen. Im Laufe der Beratung kann dann auch ein Termin bei uns in der Beratungsstelle vereinbart werden." In dem Fall würde der reale Termin dann bei dem Berater stattfinden, mit dem auch schon die digitalen Termine stattgefunden haben. "Gerade Suchterkrankungen haben oft mit Schuld und Schamgefühlen zu tun. Durch ein digitales Angebot können erste Unsicherheiten abgebaut werden. Dieses Angebot ist eine gute Erweiterung zu den etablierten Angeboten der Fachstelle."
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