Munja, Mirka und Marka stammten aus einem Wurf und wurden 1993 im damaligen "Babyzoo" aufgepäppelt. Jetzt ist aus dem Trio ein Duo geworden. Archivfoto: Kramp
Munja, Mirka und Marka stammten aus einem Wurf und wurden 1993 im damaligen "Babyzoo" aufgepäppelt. Jetzt ist aus dem Trio ein Duo geworden. Archivfoto: Kramp
Tod kam überraschend

Fangemeinde ist geschockt: Wingster Braunbärin "Munja" lebt nicht mehr

von Egbert Schröder | 03.08.2026

Sie war einer der "Stars" im  Waldzoo in der Wingst: die Braunbärin "Munja". Gemeinsam mit ihren zwei Schwestern lebte sie dort über drei Jahrzehnte. Woran das Tier gestorben ist, wird zurzeit noch untersucht. 

Trauer im Wingster Waldzoo: Munja - eine der drei bekannten Braunbärinnen - ist gestorben. Sie war gemeinsam mit ihren Schwestern 1993 in die Wingst gekommen und dort mit der Flasche aufgezogen worden. Der Tod kam unerwartet. Tierpfleger entdeckten sie bei ihrer Morgenrunde. Viele Äußerungen in den sozialen Medien zeigen, wie groß das Bedauern von Zoobesuchern ist.

Sonntagnachmittag, 16 Uhr: Im Wingster Waldzoo herrscht großer Andrang im Bären- und Wolfsgehege. Es ist Fütterungszeit. Kinder und Erwachsene sehen von hoher Warte aus zwei Bären, die auf dem Gelände hin- und herlaufen. Es sind Mirka und Marka. Ihre Schwester Munja kommt nicht mehr. Sie ist kurz vorher gestorben - aus heiterem Himmel.

Auch für die Tierpfleger war das überraschend. "Von den drei Schwestern zeigte sie die geringsten Alterserscheinungen, musste auch noch nie für Untersuchungen oder Behandlungen in Narkose gelegt werden. Am Vorabend war sie ihrem Alter entsprechend fit", heißt es seitens der Zooleitung. Am nächsten Morgen war dann aus dem Braunbären-Trio aber plötzlich ein Duo geworden.

Woran sie gestorben ist? Das ist unklar: Der Tierkörper sei noch zur Abklärung der Todesursache in der Pathologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Erste Untersuchungen würden auf "altersbedingte Veränderungen an der oberen Halswirbelsäule" hindeuten, die vielleicht zum Tod geführt hätten. Doch: "Die finalen Ergebnisse stehen noch aus."

Zunächst nur mit der Flasche ernährt

Nach Darstellung des Zoos seien die drei Schwestern, die aus einem Wurf stammen, vor mittlerweile 33 Jahren - im April 1993 - in den damaligen "Baby-Zoo" gekommen, wo sie aufgepäppelt und zunächst mit der Flasche ernährt wurden. Zum Jahresende 1993 meldete der damalige private Zoobetreiber dann Insolvenz an; auch die drei Bären gehörten zur "Insolvenzmasse".

Schließlich übernahm die Gemeinde die Kontrolle über die Einrichtung, baute in den 90er-Jahren zunächst einen Stall und legte später den Grundstein für den heutigen "Wolf- und Bärenwald" - auch "Taiga" genannt. Dabei handelt es sich um ein rund 3000 Quadratmeter großes Gehege. Legendär sind die Fütterungen der Braunbären um 16 Uhr, die in einem gesicherten Abstand und trotzdem ganz nah von außen verfolgt werden können.

In freier Wildbahn werden Bären übrigens rund 30 Jahre alt; in einem Zoo auch schon mal über 40.

"Du wirst mir sehr fehlen"

Die drei Schwestern zählten zu den "Stammgästen" im Wingster Waldzoo. "Den Mitarbeitern fällt der Abschied schwer", sagt die Zooleitung. Immerhin seien die Schwestern in den Zoo gekommen, als noch keiner der heute dort Beschäftigten bereits im Einsatz war. Eine neue Bärin oder einen neuen Bären wird es übrigens vorerst nicht geben. Die sogenannte "Zugewöhnung fremder Bären" wäre unnatürlich und würde "Streit und Unruhe auslösen".

In den sozialen Netzwerken gibt es augenscheinlich eine große Fangemeinde des Bären-Trios: "Och Mensch, ich wünsche den Schwestern der Bärin noch ein langes Leben und den Pflegern mein Beileid", "Du wirst mir sehr fehlen" und "Gute Reise, Munja", heißt es dort unter anderem. Aber auch: "Endlich befreit. Run free."

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Egbert Schröder

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