Die ersten Betriebstage unter DB Regio verliefen auf der RE-5-Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg mit kleineren Zwischenfällen. Die vertrauten blau-gelben Doppelstockzüge bleiben jedoch weiterhin im Einsatz. Foto: Privat
Die ersten Betriebstage unter DB Regio verliefen auf der RE-5-Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg mit kleineren Zwischenfällen. Die vertrauten blau-gelben Doppelstockzüge bleiben jedoch weiterhin im Einsatz. Foto: Privat
Bahnverkehr

Betreiberwechsel auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven: So lief der Start für den RE5

03.08.2026

Der Betreiberwechsel auf der RE5-Strecke von Cuxhaven nach Hamburg verspricht Stabilität und pünktlichere Züge, doch erste Betriebsprobleme trüben den Neuanfang. So verliefen die ersten Tage unter DB Regio.

Für Pendlerinnen und Pendler auf der RE5-Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg hat sich zum 1. August 2026 auf den ersten Blick wenig verändert. Die vertrauten blau-gelben Doppelstockzüge rollen weiterhin über Otterndorf, Cadenberge, Stade und Buxtehude bis in die Hansestadt. Doch im Hintergrund hat ein Betreiberwechsel stattgefunden.

Die bisherige DB-Tochter Start Unterelbe ist vollständig in die DB Regio AG integriert worden. Die Deutsche Bahn verbindet damit klare Erwartungen. Laut einer Pressemitteilung soll "der Betrieb zukünftig stabiler, wirtschaftlicher und zukunftsfähiger werden." Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem eines: Die Züge sollen künftig pünktlicher fahren.

Für Reisende soll der Übergang möglichst unbemerkt verlaufen. Fahrzeuge, Fahrpläne und Tickets bleiben unverändert. Auch die Beschäftigten der regionalen Geschäftseinheiten wurden von DB Regio eins zu eins übernommen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann DB Regio auf deutlich größere Personal- und Fahrzeugreserven zurückgreifen als das bisherige Tochterunternehmen Start Unterelbe. Zusätzliche Lokführerinnen und Lokführer sowie flexiblere Einsatzmöglichkeiten sollen dazu beitragen, den Betrieb zu stabilisieren.

Erster Betriebstag mit Problemen

Dass dieses Ziel noch nicht erreicht ist, zeigte sich bereits am ersten Wochenende nach der Übernahme.

Am Sonnabend (1. August 2026) waren mehrere Cuxhavener nach Hamburg gefahren, unter anderem zum Volksparkfest. Auf der Rückfahrt geriet ihre Reise jedoch ins Stocken. Fahrgästen zufolge wurde im Zug, der um 21.23 Uhr in Hamburg-Harburg abfuhr, kurz vor Stade durchgesagt, dass die Fahrt wegen eines nicht besetzten Stellwerks nur bis Stade fortgesetzt werde. Nähere Informationen habe auch das Zugpersonal nicht erhalten.

Mehrere Reisende, deren Namen der CNV-Redaktion bekannt sind, nahmen daraufhin auf eigene Kosten ein Taxi von Stade nach Cuxhaven, um noch in der Nacht nach Hause zu gelangen.

Am Bahnhof in Cuxhaven warteten derweil weitere Fahrgäste auf die Ankunft des Zuges. Im Gespräch mit anderen Reisenden versuchten sie herauszufinden, ob und wann dieser überhaupt noch eintreffen werde.

Für die meisten Fahrgäste änderte sich zum Betreiberwechsel wenig. Eine Pendlerin berichtete allerdings von Problemen mit der DB-Navigator-App, die am Morgen keine Reiseauskunft für den RE 5 anzeigte. Foto: Brettschneider

Auch am Montagmorgen (3. August 2026) lief nicht alles reibungslos. Eine regelmäßige Pendlerin zwischen Hemmoor und Cuxhaven berichtete von Problemen mit der DB-Navigator-App. Aufgrund eines technischen Fehlers habe die Anwendung für den RE 5 keine Reiseauskunft angezeigt. Gerade das sei für sie ärgerlich, denn wegen häufiger Verspätungen prüfe sie jeden Morgen vor dem Weg zum Bahnhof, ob der Zug fährt oder ob sie auf das Auto ausweichen müsse.

"Heute blieb mir nichts anderes übrig, als abzuwarten, ob der Zug kommt", sagte die Pendlerin. Der RE 5 erreichte den Bahnhof Hemmoor schließlich mit zwei Minuten Verspätung und fuhr um 7.21 Uhr ein.

Metronom kehrt Ende 2027 zurück

Die aktuelle Lösung ist allerdings nur von begrenzter Dauer. Bereits im Juli 2026 haben die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und die Freie und Hansestadt Hamburg bekannt gegeben, dass die Metronom Eisenbahngesellschaft den Zuschlag für das Teilnetz Unterelbe erhalten hat. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2027 wird das Unternehmen die Strecke erneut übernehmen.

Der neue Verkehrsvertrag läuft zunächst zehn Jahre und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden. Hintergrund ist die geplante Elektrifizierung der Strecke zwischen Stade und Cuxhaven. "Da dieselben Züge aus unserem Fahrzeugpool weiter unterwegs sein werden, gilt der Betreiberwechsel als Betriebsübergang. Beschäftigte werden direkt übernommen, wenn sie möchten", erklärte Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung.

Bis dahin muss DB Regio jedoch zunächst beweisen, dass sich die Erwartungen an einen stabileren und zuverlässigeren Betrieb tatsächlich erfüllen.

Von Tim Larschow und Bengta Brettschneider

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