Eine enorme Rauchentwicklung und bis zu zwölf Meter hohe Flammen boten sich den ersten Einsatzkräften beim Eintreffen auf dem Gelände eines Hemmoorer Unternehmens. Foto: Jürgen Lange
Eine enorme Rauchentwicklung und bis zu zwölf Meter hohe Flammen boten sich den ersten Einsatzkräften beim Eintreffen auf dem Gelände eines Hemmoorer Unternehmens. Foto: Jürgen Lange
Extreme Trockenheit

Feuerwehren stark gefordert: Großbrand in Hemmoor und mehrere Vegetationsbrände

28.06.2026

Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit haben die Feuerwehren im Kreis Cuxhaven am Wochenende mehrfach gefordert. Innerhalb weniger Stunden mussten die Einsatzkräfte zu mehreren Bränden ausrücken - darunter auch zu einem Großeinsatz in Hemmoor.

Die seit Tagen anhaltende Hitze und extreme Trockenheit haben die Feuerwehren im Kreis Cuxhaven am Wochenende mehrfach gefordert. Innerhalb von nur zwei Tagen mussten Einsatzkräfte zu mehreren Vegetations- und Großbränden im Bereich Hemmoor, Oberndorf und Wingst ausrücken.

Den größten Einsatz gab es am Sonnabend (27. Juni 2026) im Hemmoorer Stadtteil Basbeck. Gegen 18 Uhr bemerkte ein Anwohner im Bereich der Fährstraße eine starke Rauchentwicklung. Wenige Augenblicke später schlugen bereits bis zu zwölf Meter hohe Flammen in den Himmel. Umgehend wurden Feuerwehr und Polizei alarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen auf dem Gelände eines Unternehmens, das unter anderem mit Holz und Stackbusch handelt, mehr als 200 Bündel Stackbusch in Vollbrand. Die Flammen griffen bereits auf angrenzende Bäume über. Die starke Rauchentwicklung war weithin sichtbar.

Unter schwierigen Bedingungen und ausschließlich unter schwerem Atemschutz gingen die Einsatzkräfte gegen die Flammen in Hemmoor vor. Foto: Jürgen Lange

Da sich das Feuer rasch ausbreitete, ließ Einsatzleiter und stellvertretender Gemeindebrandmeister Malte Schimmelpfennig umgehend weitere Feuerwehren nachalarmieren. Unter schwerem Atemschutz gingen die Einsatzkräfte mit mehreren wasserführenden Fahrzeugen gegen die Flammen vor.

Wasserversorgung stellt Einsatzkräfte vor Herausforderungen

Die Wasserversorgung gestaltete sich aufgrund des extremen Niedrigwassers in der Oste schwierig. Stattdessen musste Wasser aus den Basbecker Wettern entnommen und zusätzlich über eine längere Wegstrecke von einem Hydranten an der B73 gefördert werden.

Um den Löscherfolg zu verbessern, wurde mit Unterstützung eines Traktors der brennende Stackbusch auseinandergezogen und anschließend mit zahlreichen Strahlrohren abgelöscht. Aufgrund der enormen Hitze mussten die eingesetzten Atemschutzgeräteträger bereits nach kurzer Zeit ausgetauscht werden. Zur Absicherung der Einsatzkräfte und zur Versorgung mit Getränken war die DRK-Bereitschaft Land Hadeln vor Ort.

Erst gegen 21.40 Uhr konnte "Feuer aus" gemeldet werden. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben des Eigentümers entstand jedoch ein hoher Sachschaden, dessen genaue Höhe noch nicht feststeht. Die Brandursache ist bislang unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die gesamte Brandfläche wurde am Freitag aus mehreren Strahlrohren intensiv bewässert, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Foto: Jürgen Lange

Mehrere Vegetationsbrände innerhalb von zwei Tagen

Bereits am Freitagabend (26. Juni 2026) mussten Feuerwehr und Polizei zu einem Vegetationsbrand in die Straße Moorwege in Wingst-Höden ausrücken. Dort brannten rund 50 Quadratmeter Vegetation. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen und ein weiteres Ausbreiten verhindern.

Nur wenige Stunden später entdeckte eine Polizeistreife in Ahrensfluchtermoor in der Gemeinde Oberndorf einen weiteren Flächenbrand entlang des Schwarzen Weges. Auf einer Fläche von rund 150 Quadratmetern standen Schilf, Büsche und Teile eines Baumes in Flammen. Mithilfe mehrerer Wärmebildkameras sowie eines Löschmonitors konnte der Brand nach umfangreichen Nachlöscharbeiten gelöscht werden.

Das Feuer hatte sich am Sonnabend bereits auf rund 75 Quadratmeter entlang beider Seiten des Grabens ausgebreitet. Foto: Jürgen Lange

Besonders bemerkenswert: Bereits am Sonnabend mussten die Feuerwehren erneut in den Schwarzen Weg ausrücken. Nahezu an derselben Stelle und fast zur gleichen Uhrzeit war erneut ein Vegetationsbrand ausgebrochen - diesmal auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Rund 75 Quadratmeter Vegetation brannten. Dank der schnellen Entdeckung und des zügigen Eingreifens der Feuerwehr konnte auch dieses Feuer rasch gelöscht werden.

Feuerwehr mahnt zur Vorsicht

Angesichts der anhaltenden Trockenheit appellieren die Feuerwehren an die Bevölkerung, besondere Vorsicht walten zu lassen. Bereits kleine Zündquellen können derzeit ausreichen, um Brände in trockener Vegetation auszulösen. Wie die einzelnen Feuer entstanden sind, ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.

Von Jürgen Lange

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