Durch das frostige Wetter wurden viele Straßen wie die L 120 bei Debstedt zu Buckelpisten. Foto: Scheschonka
Durch das frostige Wetter wurden viele Straßen wie die L 120 bei Debstedt zu Buckelpisten. Foto: Scheschonka
Frostattacke auf den Asphalt

Schaden nach dem Frost: Winter hinterlässt Spuren an den Straßen im Kreis Cuxhaven

von Redaktion | 25.01.2026

Der harte Winter hat den Straßen im Kreis Cuxhaven stark zugesetzt. Risse und Schlaglöcher prägen das Bild, während Behörden um schnelle Reparaturen bemüht sind. Doch die richtige Einschätzung der Schäden erfordert Geduld.

Wer aktuell viel mit dem Auto unterwegs ist, dem ist es wahrscheinlich schon aufgefallen: Der Frost hat dem Asphalt auf den Straßen im Kreis Cuxhaven vielerorts zugesetzt. Risse und Schlaglöcher sind das Ergebnis des kalten Jahresstarts.

Die meisten Schäden zeigen sich an den viel befahrenen Hauptstraßen. Kein neues Phänomen, wie Landkreis-Sprecherin Simone Starke auf Anfrage von cnv-medien.de für das Kreisstraßennetz im Cuxland bestätigt. "Insbesondere die Kombination aus Feuchtigkeit, Frost-Tau-Wechseln und bereits vorgeschädigten Asphaltflächen führt dazu, dass vorhandene Schwachstellen sichtbar werden oder sich kurzfristig vergrößern", erklärt die Sprecherin das Problem. "Durch das Spiel zwischen Frost- und Tauphasen kann Wasser in kleinste Risse im Asphalt eindringen, gefrieren und so langfristig zur Schlaglochbildung führen."

Der Landkreis Cuxhaven wirbt um Verständnis, dass sich Straßenschäden nicht unmittelbar nach einer Frostphase vollständig beheben lassen. Die Bewertung, Einordnung und Sanierung von Frostschäden erfolgt laut Starke "nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen, da sie einen längeren Beobachtungszeitraum erfordert". Erst nach Abschluss der Frostperiode lasse sich verlässlich beurteilen, welche Maßnahmen sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar umgesetzt werden können.

Hinzu kommt, dass Instandsetzungsmaßnahmen geplant, priorisiert und haushalterisch abgesichert werden müssen. "Gerade bei einem umfangreichen Kreisstraßennetz erfolgt dies nicht punktuell, sondern nach fachlichen Kriterien, etwa Verkehrsbelastung, Schadensbild und Verkehrssicherheit." Dennoch werden akute Gefahrenstellen kurzfristig gesichert oder provisorisch behandelt, sodass die Verkehrssicherheit wieder gewährleistet ist, so die Kreis-Sprecherin.

Die Beethovenallee in Cuxhaven wurde in den vergangenen Wintermonaten stark in Mitleidenschaft gezogen. Speziell an den Seitenrändern sind Schäden entstanden. Foto: Mangels

In der Stadt Cuxhaven hat der Bauhof seine regelmäßigen Streckenkontrollen am 14. Januar 2026 aufgenommen, wie Pressesprecher Marcel Kolbenstetter informiert. "Akute Schäden, bei denen eine unmittelbare Gefährdung besteht - etwa durch tiefe Schlaglöcher mit Sturzgefahr - werden, sofern sie der Stadt bekannt sind, umgehend beseitigt", erklärt Kolbenstetter. Bislang seien aus der Bevölkerung noch keine Hinweise auf akute Straßenschäden eingegangen. Sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen, sollen festgestellte Straßenschäden schrittweise mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Marcel Kolbenstetter nennt als Beispiele die Straßen Beethovenallee, Neue Reihe, Steinmarner Straße und Abschnede.

Mitarbeiter des Bauhofs sind "mehr als gut ausgelastet"

In der Samtgemeinde Land Hadeln sind die Mitarbeitenden des Bauhofs aktuell "mehr als gut ausgelastet" und "extrem stark" in den Winterdienst eingebunden, wie Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule berichtet. Dringende Ausbesserungsarbeiten zur Beseitigung von Gefahrenstellen im Straßennetz werden mit Kaltasphalt vorgenommen. Es gebe immer Straßen, die aufgrund ihres baulichen Zustands besonders anfällig für Frost- und Witterungsschäden seien, so Thielebeule. "Vor allem ältere, sanierungsbedürftige Straßen zeigen eine erhöhte Schadensanfälligkeit", erklärt der Samtgemeindebürgermeister, ohne eine konkrete Straße zu nennen.

In der Samtgemeinde Börde Lamstedt rückte der Bauhof in diesem Jahr bislang zweimal aus, um kleinere Schlaglöcher an Straßeneinmündungen zu beseitigen. "Insofern sind insgesamt betrachtet die Meldungen noch relativ gering", sagt Samtgemeindebürgermeister Frank Springer. Meist würden die Schäden erst zum Vorschein kommen, wenn der Frost nachlässt. "Das dauert wohl noch ein bis zwei Wochen."

In der Samtgemeinde Hemmoor ist es ähnlich. "Das ganze Ausmaß der Frostschäden kann man erst nach der Frostperiode beurteilen", meint Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann. "Dann muss eine Bestandsaufnahme der Straßen durchgeführt und entschieden werden, wo dringender Handlungsbedarf besteht." Der Streckenfahrer des Bauhofs sei aber schon jetzt verstärkt damit beschäftigt, Schlaglöcher auszubessern. Entsprechende Meldungen würden telefonisch von Bürgern oder über den Mängelmelder eingehen.

Zwischen Nordleda und Neuenkirchen bekommt der Flickenteppich auf der Otterndorfer Straße immer mehr Risse. Foto: Mangels

Dass aktuell auf vielen Landes- und Bundesstraßen Frostschäden auftreten, bestätigt Friederike Wöbse, Geschäftsbereichsleiterin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Stade. Diese Defekte würden im Regelfall von den zuständigen Straßenmeistereien bei regelmäßigen Streckenkontrollen festgestellt. Die Behörde betreut allein im Kreis Cuxhaven 327 Kilometer Landesstraßen und 116 Kilometer Bundesstraßen.

"Insgesamt", so die Behördenleiterin, "kann man keine einzelne Straße festmachen, an der die Situation besonders herausfordernd ist. Die Straßen werden laufend genau betrachtet, da auch unterschieden werden muss zwischen Schäden, die eine Komfortminderung darstellen, und Schäden, die als verkehrsgefährdend einzustufen sind." Verkehrsgefährdende Schäden haben Vorrang vor Komfortminderung

Bei der Beseitigung haben verkehrsgefährdende Schäden Vorrang. "Dabei muss vorerst der Fokus auf die gröbsten beziehungsweise schlimmsten Schäden gelegt werden", erklärt Wöbse.

Wie die Gemeinden setzt auch die für Land- und Bundesstraßen zuständige Behörde derzeit Kaltasphalt ein, weil andere Reparaturmethoden aufgrund der ungünstigen Witterung nicht geeignet sind.

Von Jens-Christian Mangels und Heike Leuschner

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