Gewalt gegen Frauen: Mahnwache im Zentrum von Hemmoor geplant
Es sind meist Verbrechen, die hinter verschlossenen Türen passieren: Viele Frauen werden Opfer von Gewalttaten. In Hemmoor ist eine Mahnwache geplant, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen - und Hilfsangebote zu präsentieren.
Zum "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen", dem sogenannten "Orange Day", organisiert das "D.A.S. Stadtgespräch" am Mittwoch, 25. November, ab 17 Uhr eine Mahnwache auf dem Rathausplatz in Hemmoor.
Nach offiziellen Angaben des Bundeskriminalamtes wurden allein im Jahr 2024 insgesamt 132 Frauen in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. 135.713 Frauen wurden demnach Opfer von Partnerschaftsgewalt - rechnerisch etwa alle vier Minuten eine Frau. Hinter jeder dieser Zahlen stehen eine Frau, eine Geschichte und oft ein langer Leidensweg. Dabei erfasst die Statistik nur die Fälle, die der Polizei bekannt werden.
Mit der Aktion "Orange Day" soll auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht und ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Betroffenen gesetzt werden. Denn Gewalt beginnt nicht erst mit einem körperlichen Übergriff. Sie kann sich auch durch Drohungen, Kontrolle, Erniedrigung, psychischen Druck oder sexualisierte Übergriffe äußern.
Die Initiative zur Mahnwache entstand im "D.A.S. Stadtgespräch"; einem offenen und parteiunabhängigen Bürgerformat für Hemmoor und Umgebung. Unterstützt wird die Veranstaltung von Birgit Woitack-Dankers (Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Hemmoor). Auch die Frauen- und Mädchenberatung des Paritätischen beteiligt sich. Die Mitarbeiterinnen informieren vor Ort über konkrete Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und zeigen auf, an wen sich Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen wenden können.
Für die musikalische Begleitung sorgt die Sängerin Ann-Christin Lischer. Ebenfalls beteiligt sich der in Gründung befindliche Verein "Gemeinsam Meer Vielfalt", der den ersten "Christopher Street Day" (CSD) für den Landkreis Cuxhaven organisiert und sich darüber hinaus für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander einsetzt.
"Das Schweigen durchbrechen"
Ein zentrales Anliegen der Mahnwache ist es, deutlich zu machen, dass Gewalt gegen Frauen kein Problem einzelner gesellschaftlicher Gruppen ist. Sie kommt unabhängig von Herkunft, Religion, Bildung oder sozialem Status vor.
Die Mahnwache soll deshalb nicht nur ein Zeichen des Gedenkens und der Solidarität sein, sondern auch dazu beitragen, das Schweigen zu durchbrechen. "Denn Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache und kein reines Frauenthema. Sie geht die gesamte Gesellschaft an", so das Organisationsteam. "D.A.S. Stadtgespräch" stehe für "Dialog, Aktiv und Stärken". Aus den regelmäßigen Treffen entstünden konkrete Aktionen für Hemmoor und Umgebung. Die Mahnwache zum "Orange Day" sei eines dieser gemeinsamen Projekte.
Wer selbst von Gewalt betroffen ist oder eine betroffene Person kennt, erhält übrigens beim bundesweiten Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter 116 016 rund um die Uhr kostenfreie und vertrauliche Beratung.
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