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Der angekündigte Herbststurm „Austen“ dürfte in den kommenden Tagen wieder zahlreiche „Sehleute“, Wetterbegeisterte und sogenannte „Stormwatcher“ an die Cux-Küste locken. Foto: Larschow
Der angekündigte Herbststurm „Austen“ dürfte in den kommenden Tagen wieder zahlreiche „Sehleute“, Wetterbegeisterte und sogenannte „Stormwatcher“ an die Cux-Küste locken. Foto: Larschow
Herbststurm "Austen"

Gleich zwei Sturmtiefs im Anmarsch: Was Cuxhaven und dem Cuxland jetzt bevorsteht

von Christian Mangels | 21.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 21.10.2026 17:14 Uhr

Auf das Cuxland kommt ein stürmisches Wochenende zu. Das Atlantiktief "Austen" soll am Freitag (23. Oktober) die Nordsee erreichen und schwere Sturmböen mit sich bringen. An der Küste sind Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h möglich.

Wenn die Nordsee aufgewühlt ist, zieht es viele Menschen zum "Storm Watching" an die Küste. Am kommenden Wochenende dürfte sich ihnen ein beeindruckendes Naturschauspiel bieten - allerdings nur aus sicherer Entfernung. Denn auf Cuxhaven und das Cuxland kommt ein kräftiger Herbststurm zu.

Bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag soll das Atlantiktief "Austen" über die Irische See und den Ärmelkanal in Richtung Nordsee ziehen. Dort frischt der Wind zunehmend auf. Am Freitag dürfte es dann auch an der deutschen Nordseeküste ungemütlich werden.

Nach Einschätzung des Meteorologen Dominik Jung sind an und auf der Nordsee Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde möglich. Besonders betroffen sein könnten Helgoland, die Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln sowie die angrenzenden Küstenabschnitte. Dazu kommen kräftige Regenschauer und möglicherweise einzelne Gewitter. Auch im Cuxland müssen sich die Menschen auf Behinderungen einstellen. Herabfallende Äste und umstürzende Bäume können ebenso zum Problem werden wie Einschränkungen im Straßen- und Bahnverkehr. 

Reisende bekommen Auswirkungen zu spüren

Noch bevor das Sturmtief am Freitag seine volle Wirkung entfaltet, bekommen Reisende die Auswirkungen zu spüren. Die Reederei Cassen-Eils hat aufgrund der Wettervorhersage die Fahrten ihres Katamarans "Nordlicht" für Donnerstag (22. Oktober) abgesagt. Als Alternative soll die MS "Helgoland" um 9.30 Uhr vom Cuxhavener Fährhafen zur Hochseeinsel aufbrechen. Die Rückfahrt ab Helgoland Südhafen ist für 16.30 Uhr vorgesehen. 

Der "Halunder Jet", der Hamburg, Brunsbüttel und Cuxhaven mit der Insel verbindet, bleibt am Donnerstag ebenfalls im Hafen. Gleiches gilt für die "Adler Cat" ab Wilhelmshaven und die "Funny Girl" ab Büsum. Fahrgäste des "Halunder Jet" können die Ersatzverbindung mit der MS "Helgoland" nutzen. Auch die Insel Neuwerk ist betroffen. Die für Donnerstag geplanten Fahrten der MS "Flipper" zwischen Cuxhaven und Neuwerk entfallen vollständig.

Schwere Sturmböen, Regen und gestrichene Fährfahrten: Tief "Austen" erreicht am Freitag die Nordsee. Foto: Schuldt/dpa

Wer auf eine schnelle Wetterberuhigung hofft, muss sich gedulden. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte der Höhepunkt der stürmischen Wetterlage erst in der Nacht zum Sonnabend erreicht werden. "In der Nacht zum Samstag wird der Wind noch zunehmen", erklärt DWD-Diplom-Meteorologin Christiane Lösel. An der Cuxland-Küste ist dann mit besonders kräftigen Böen zu rechnen. Doch auch weiter landeinwärts dürfte der Sturm deutlich spürbar sein.

Am Sonnabend bleibt das Wetter zunächst rau. Der DWD erwartet im Nordwesten anfangs weiterhin stürmische Verhältnisse mit schweren Sturmböen an der Nordsee. Im Tagesverlauf soll der Wind allmählich nachlassen. Bei überwiegend wolkigem bis stark bewölktem Himmel ziehen immer wieder Schauer durch, vereinzelt sind kurze Gewitter möglich. Die Temperaturen erreichen acht bis 13 Grad.

Am Sonntag zieht bereits das nächste Tief heran

Eine nachhaltige Wetterberuhigung ist allerdings nicht in Sicht. Zwar sollen die Schauer in der Nacht zum Sonntag zunächst nachlassen, doch schon kündigt sich das nächste Sturmtief an. "Im Westen und Nordwesten rollt ein neues Tief über die Nordsee heran", sagt DWD-Meteorologin Christiane Lösel.

Damit wird auch der Sonntag (25. Oktober) voraussichtlich erneut nass und windig. Im Tagesverlauf frischt der Süd- bis Südwestwind auf und dreht mit dem Durchzug einer Wetterfront auf West. An der Nordsee rechnet der DWD abermals mit kräftigen Böen. Örtlich sind schwere Sturmböen der Windstärke zehn möglich, was Geschwindigkeiten von 89 bis 102 Kilometern pro Stunde entspricht.

Trotz der kräftigen Herbststürme gibt es für die Küstenbewohner zunächst eine Entwarnung: Eine Sturmflut zeichnet sich beim ersten Sturmtief nach den bisherigen Einschätzungen nicht ab. Entscheidend ist dabei die Windrichtung. "Beim ersten Sturmtief dieses Herbstes kommt der Wind eher aus Südwest. Gut für die Bewohner, vorerst gibt es keine Sturmflutgefahr", erklärt der Wetter- und Klimaexperte Frank Böttcher aus Hamburg.

Trotz des herannahenden Herbststurms genießen Spaziergänger am Cuxhavener Strand die raue Meeresluft. Foto: Reese-Winne

Allerdings können sich Wasserstände und Windverhältnisse bei einer solchen Wetterlage kurzfristig ändern. Küstenbewohner und Urlauber sollten deshalb die aktuellen Warnungen des DWD und die Hinweise der örtlichen Behörden im Blick behalten.

Wer das stürmische Wetter in Cuxhaven, Otterndorf oder an der Wurster Nordseeküste beobachten möchte, sollte ausreichend Abstand zum Wasser halten. Besonders exponierte Molen, Buhnen und überflutete Küstenbereiche können bei schweren Sturmböen gefährlich werden.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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