Vertreter und Vertreterinnen der Politik, der Grundschule und der "Omas gegen rechts" trafen sich am Wochenende gemeinsam mit Detlev Buck-Wiese (3.v.r.), der die Schriftzüge entdeckt hatte, zu einer spontanen Aktion in Ihlienworth, um gegen die "Straßenschmiererei" in Ihlienworth ein Zeichen zu setzen. Foto: Bettina Zersen
Vertreter und Vertreterinnen der Politik, der Grundschule und der "Omas gegen rechts" trafen sich am Wochenende gemeinsam mit Detlev Buck-Wiese (3.v.r.), der die Schriftzüge entdeckt hatte, zu einer spontanen Aktion in Ihlienworth, um gegen die "Straßenschmiererei" in Ihlienworth ein Zeichen zu setzen. Foto: Bettina Zersen
Protest vor der Grundschule

"Heimatliebe ist kein Verbrechen": Aktion in Ihlienworth nach Straßenkritzelei 

von Egbert Schröder | 20.07.2026

Die Formulierungen "Deutschland - Heimatliebe ist kein Verbrechen" und "Ich bin Patriot" auf einer Straße in Ihlienworth sind und bleiben umstritten. Wer steckt dahinter? Etwa rechtslastige Urheber?

"Deutschland - Heimatliebe ist kein Verbrechen" - dieser Spruch prangte noch bis Ende vergangener Woche auf einer Kreuzung in Ihlienworth zwischen harmlosen Straßenkreide-Malereien von Kindern. Und darunter: "Ich bin Patriot." Nach der Berichterstattung und Kommentierung der CN/NEZ-Redaktion hat es am Wochenende ein spontanes Treffen von Politikern und Interessengruppen gegen die Parolen-Aktion gegeben.

Wie berichtet, hatte der Ihlienworther Detlev Buck-Wiese die Sprüche entdeckt und unsere Redaktion, aber auch Akteure aus dem politischen Raum, informiert. Nach der Berichterstattung organisierten diese eine Zusammenkunft in der Nähe der Grundschule, wo die "Heimatliebe"-Parole zunächst tagelang zu sehen war. Inzwischen ist sie - so Buck-Wiese - verschwunden: "Ich weiß nicht, wer die jetzt entfernt hat."

"Vertrauensvolles Zusammenleben"

"Als Reaktion auf diese Straßenschmiererei vor der Grundschule in Ihlienworth haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik aus dem Samtgemeinderat -  der SPD/Grünen/Kurschat-Gruppe sowie der CDU/FDP-Gruppe -, der "Omas gegen rechts", engagierte Anwohner, die Schulleitung und die  Samtgemeindebürgermeisterkandidaten vor der Grundschule Sietland getroffen. Uns alle verbindet der Wunsch nach Gemeinschaft und einem friedlichen und toleranten Miteinander ohne Ausgrenzung und Antisemitismus in unseren Gemeinden. Gemeinsam setzen wir uns für die freiheitliche demokratische Grundordnung und für ein offenes und vertrauensvolles Zusammenleben in unserer Samtgemeinde , in allen Gemeinden und in unserer Gesellschaft ein", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen.

Und weiter: "In der Samtgemeinde Land Hadeln gibt es viel persönliches Engagement und verschiedene Initiativen, die sich für Vielfalt, Toleranz und für ein gutes Miteinander einsetzen. Die Stärke unseres Gemeinwesens liegt dabei im aufgeschlossenen Zusammenwirken der hier lebenden Menschen - unabhängig von Nationalität, Herkunft oder Glauben."

Nur gemeinsam könne man die Samtgemeinde auch zukünftig zu einer liebens- und lebenswerten Region machen. Garant dafür seien "immer auch aufgeschlossene und engagierte Menschen, die sich in unseren Gemeinden aktiv einsetzen". Dies gelte besonders auch in einer Zeit, die "von Veränderung und Unsicherheiten geprägt ist".

Appell des Rates an Bevölkerung

Der Rat der Samtgemeinde Land Hadeln hat nach Angaben der Verwaltungsspitze im Februar 2024 eine Resolution gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit verabschiedet. Darin bekenne sich das Gremium zu den Werten der Toleranz, der gegenseitigen Achtung und des friedlichen Zusammenlebens aller Menschen - unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht oder sexuellen Orientierung - und verurteile jede Form von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt, die durch rassistische oder fremdenfeindliche Motive getrieben sei.

Auch habe der Rat mit der Resolution an alle Bürgerinnen und Bürger den Appell gerichtet, Zivilcourage zu zeigen und gegen rassistische, antisemitische und fremdenfeindliche Äußerungen und Handlungen einzuschreiten.

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