Neu und alt auf einem Bild vereint: Der Elektro-Neubau "Witte Kliff 2" liegt am Anleger der Landungsbrücke auf Helgoland, während die "Witte Kliff" an ihr vorbeifährt. Foto: Brigitte Rauch
Neu und alt auf einem Bild vereint: Der Elektro-Neubau "Witte Kliff 2" liegt am Anleger der Landungsbrücke auf Helgoland, während die "Witte Kliff" an ihr vorbeifährt. Foto: Brigitte Rauch
Verzögerter Einsatz

Helgoland: Das ist dran an Gerüchten zur neuen Dünenfähre "Witte Kliff 2"

von Wiebke Kramp | 20.08.2026

Die neu gebaute Elektrofähre "Witte Kliff 2" sorgt auf Helgoland für Diskussionen. Übungsmanöver haben zu Schäden geführt und technische Probleme verzögern den Einsatz. Doch Experten bleiben gelassen.

Die "Witte Kliff 2" ist das erste rein elektrisch angetriebene Seeschiff in der Deutschen Bucht. Diese neu gebaute Dünenfähre ist seit einigen Tagen auf Helgoland, doch im Einsatz ist sie noch nicht. Auf der Insel kursieren jetzt Gerüchte, dass das Elektroschiff bei Übungsmanövern im Hafen stark beschädigt worden sei. Was ist da dran?

Hafenmeister Alexander Block bestätigt gegenüber CNV-Medien Schäden an der so genannten "Scheuerleiste" des Schiffes: "Sie hat dort hinten eine Delle. Aber das ist nichts Großes", versichert er. Dazu sei es bei den Übungsmanövern gekommen. Zurzeit würden insgesamt sieben Bootsführer auf die neue Dünenführer geschult.  Es sei ein vollkommen neues Fahren, anstelle eines Steuerrades gebe es Schalthebel und auch das Fahrverhalten sei ein anderes, weiß der Kapitän und unterstreicht die Bedeutung sicher an den besonderen Helgoländer Hafenanlagen an- und abzulegen sowie sich in dem besonderen Hochseerevier bei verschiedenen Wetterlagen sicher zu bewegen.

"Technische Kinderkrankheiten"

Dass die "Witte Kliff 2" allerdings zurzeit nicht mehr zu Übungszwecken gefahren werden kann, liege an "technischen Kinderkrankheiten". Das sei bei einem Prototyp wie diesem extra für Helgoland konzipierten Schiff "völlig normal", gibt sich Alexander Block unaufgeregt und setzt darauf, dass ein Techniker, der in der nächsten Woche zur Insel kommen soll, den Defekt abstellt.

Gebaut wurde die Fähre auf der Werft Ampereship GmbH in Stralsund. Das Schiff ist 15,5 Meter lang und 5,6 Meter breit. Bei einem Tiefgang von 1,17 Metern erreicht es eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Knoten, das entspricht rund 18,5 Kilometern pro Stunde. Bis zu 95 Fahrgäste finden an Bord Platz. Die Batteriekapazität beträgt 1184 Kilowattstunden. Für den Antrieb sorgen zwei Elektromotoren mit jeweils 130 Kilowatt Leistung. Der elektrische Schiffsantrieb arbeitet mit modernen Ruderpropellern. Sie sollen eine präzise Steuerung und eine hohe Manövrierfähigkeit ermöglichen.

Einsatz zunächst im ruhigen Abendbetrieb

Drei Jahrzehnte brachte die bisherige Dünenfähre "Witte Kliff" Helgoländer und Gäste zuverlässig von der Insel zur Düne und zurück. Sie bleibt als Ersatzschiff der Gemeinde erhalten und wird bis zum regulären Einsatz der neuen Elektrofähre ihre Dienste versehen. Ihre Nachfolgerin soll, wenn sie wieder einsatzbereit ist, zunächst im weniger frequentierten Abendbetrieb eingesetzt werden: "Wir wollen dann auch testen, was sie bei bestimmten Wetterlagen abkann …", kündigt Alexander Block an.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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