Besucher erkunden die frisch renovierte Kapelle des Friedhofs Althemmoor, die nun mit moderner Gestaltung und verbesserter Akustik zu einem Ort des Innehaltens und der Begegnung einlädt. Foto: Mangels
Besucher erkunden die frisch renovierte Kapelle des Friedhofs Althemmoor, die nun mit moderner Gestaltung und verbesserter Akustik zu einem Ort des Innehaltens und der Begegnung einlädt. Foto: Mangels
Naturnahe Gestaltung

Abschiedskultur im Wandel: Friedhof Althemmoor erfindet sich neu

von Christian Mangels | 31.05.2026

Mehr Barrierefreiheit, eine naturnahe Gestaltung und neue Bestattungsformen: Der Friedhof Althemmoor wurde mit Unterstützung des Leader-Förderprogramms umfassend umgestaltet und an die gewandelten Bedürfnisse der Bestattungskultur angepasst.

In seiner mehr als 130-jährigen Geschichte hat der Friedhof Althemmoor immer wieder Veränderungen erfahren. Zuletzt wurde die Anlage im Jahr 1987 an die damaligen Anforderungen angepasst. Mit Unterstützung des Leader-Förderprogramms wurden nun weitere Maßnahmen umgesetzt, die sowohl den Erhalt der historischen Substanz als auch eine zeitgemäße Nutzung des Friedhofs sichern. Insgesamt 240.000 Euro wurden in das Projekt investiert. 65 Prozent der Kosten wurden über das Leader-Programm finanziert.

Bei einem Empfang und Rundgang auf dem Friedhof am Freitag informierten Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann und sein Team über die abgeschlossenen Arbeiten. Ziel sei es gewesen, den Friedhof den veränderten Anforderungen der Bestattungs- und Erinnerungskultur anzupassen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für Besucher deutlich zu verbessern.

Besucher erkunden zusammen mit Pastorin Martine Wüstefeld (links) und Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann (rechts) die naturnahen und barrierefreien Neuerungen des Friedhofs Althemmoor, die den Ort zu einem Raum der Begegnung und Besinnung machen sollen. Foto: Mangels

Im Rahmen der Neugestaltung wurden die Wege grundlegend erneuert. Der Hauptweg sowie die Nebenwege sind nun besser begehbar und ermöglichen auch Menschen mit Rollstuhl oder Rollator einen unkomplizierten Zugang zu allen Bereichen des Friedhofs. 

Besonderes Augenmerk lag auf der landschaftlichen Aufwertung des Areals. Entlang der Wege wurden neue Bäume und Sträucher gepflanzt, zudem entstanden großzügige Pflanzinseln und naturnahe Flächen. Die Lindenallee wurde fortgesetzt.

Die Bepflanzung orientiert sich an ökologischen Gesichtspunkten und soll Insekten und Vögeln zusätzlichen Lebensraum bieten. Damit erhält der Friedhof künftig stärker den Charakter einer parkähnlichen Grünanlage.

Auch die Friedhofskapelle und das Umfeld wurden aufgewertet. Sitzgelegenheiten laden Besucher zum Verweilen ein, während die Eingangsbereiche und Informationsmöglichkeiten neu gestaltet wurden. Das historische Ehrenmal blieb erhalten und wurde in das Gesamtkonzept eingebunden.

Besucher erkunden den neu gestalteten Friedhof Althemmoor, der durch barrierefreie Wege und naturnahe Bepflanzung als Ort der Begegnung und Erinnerung neu erstrahlt. Foto: Mangels

Mit Blick auf veränderte Bestattungswünsche bietet der Friedhof künftig zudem neue Grabformen an. Neben Wahl-, Gemeinschafts- und anonymen Grabstätten wurden Bereiche für Baumgräber geschaffen. Diese Form der naturnahen Bestattung erfreut sich zunehmender Beliebtheit und erweitert das Angebot für Angehörige erheblich. Jan Tiedemann ist überzeugt: "Wir haben einen Vorzeigefriedhof geschaffen. Ich bin gespannt, wie er angenommen wird." Wesentlich zum Gelingen des Konzepts beigetragen haben die Samtgemeinde-Mitarbeiter Marco Tohoff und Anke Steffens aus der Friedhofsverwaltung sowie die Grafikdesignerin Barbara Schubert, die die Innengestaltung der Friedhofskapelle entscheidend geprägt und umgesetzt hat.

Bereits bei der Vorstellung des Zukunftskonzepts, das bereits 2022 auf den Weg gebracht wurde, war deutlich geworden, dass sich die Bestattungskultur in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt hat. Sinkende Flächenbedarfe bei klassischen Grabstätten und der Wunsch nach pflegeleichten Bestattungsformen machten eine Neuausrichtung notwendig. Mit der nun abgeschlossenen Umgestaltung wurde auf diese Entwicklung reagiert.

In einer "Gedankenreise" über die Friedhofsanlage

Unter dem Motto "Friedhof mal anders erleben" lud Pastorin Martina Wüstefeld in der erneuerten Kapelle, deren Akustik ebenfalls verbessert wurde, zu einer "Gedankenreise" über die Friedhofsanlage ein. Mit Gedichten, unter anderem von Rilke und Ringelnatz, besinnlichen Texten und einer Rückschau auf ihre eigene Kindheit nahm sie die Besucher mit auf eine Reise durch Erinnerungen, Vergänglichkeit und Hoffnung. Dabei rückte sie den Friedhof nicht nur als Ort der Trauer, sondern auch als Raum der Begegnung, des Innehaltens und der Wertschätzung des Lebens in den Mittelpunkt.

Der Friedhof Althemmoor soll nach den Vorstellungen von Martina Wüstefeld ein Ort sein, "an dem das Leben wohnt und nicht der Tod". Musikalisch begleitet wurde die "Gedankenreise" von Christian Cordes.

Der Friedhof Althemmoor und die Kapelle erstrahlen in neuem Glanz, dank umfassender Umgestaltung durch das Leader-Förderprogramm. Foto: Mangels

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Christian Mangels

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