Fohlenschau in Hemmoor: Bestimmter Nachwuchs ganz besonders im Fokus
Die Fohlenschau in Hemmoor bot ein faszinierendes Bild: Über 30 junge Pferde beeindruckten mit Charakter und eleganten Bewegungen. Ein bestimmter Nachwuchs zog dabei ganz besonders das Interesse auf sich.
Wer glaubt, Fohlen sei gleich Fohlen, der war noch nie auf der Fohlenschau der Hengststation Pape in Hemmoor. Für den Laien sind die jungen Pferde zunächst vor allem eines: niedlich. Doch schon nach wenigen Minuten am Ring wird deutlich, dass jedes Fohlen seinen ganz eigenen Charakter und Eigenschaften besitzt.
Auf der Anlage an der Stader Straße herrschte am Nachmittag reges Treiben. Mehr als 30 Fohlen wurden gemeinsam mit ihren Müttern präsentiert. Manche waren erst zehn Tage alt, andere bereits drei Monate. Während einige neugierig auf die Zuschauer zugingen, blieben andere lieber dicht an der Seite ihrer Mutterstute. Dazwischen saßen Züchter, Pferdehalter und interessierte Besucher am Ring und verfolgten aufmerksam jede Bewegung.
Besonderes Interesse galt den ersten Nachkommen des Hemmoorer Hengstes "Krügerrand". Die Erwartungen an den Nachwuchs des jungen Vererbers waren groß. Und gleich das erste vorgestellte Fohlen sorgte für Aufmerksamkeit. Das am 6. März geborene Stutfohlen aus der Serafina von Scolari-Royal Prince stammt aus dem ersten Fohlenjahrgang von Krügerrand und zeigte sich erstaunlich gelassen. Während andere Fohlen noch etwas unsicher wirkten, blickte die junge Stute ruhig ins Publikum. Stammrichter Hannes Baumgarten aus Verden fand deutliche Worte: "Ein Fohlen wie es hier steht, völlig spannungsarm, zufrieden wie es ins Publikum guckt, mit menschfreundlichem Auge." Besonders Körperbau und Bewegungen überzeugten den erfahrenen Richter. Im Schritt zeige das Fohlen bereits außergewöhnliche Qualität, im Trab wirke es locker, elastisch und federnd. Sein Urteil fiel eindeutig aus: Endring.

Überhaupt zeigte sich Baumgarten schon früh beeindruckt vom Niveau der Schau. "Es ging hier schon gut und furios los", sagte er anerkennend. Bereits bei den ersten Kandidaten habe er Fohlen für die Endrunde gesehen. "Da ist schon gleich bei den ersten Kandidaten viel Potenzial vorhanden."
Dass die Veranstaltung unter guten Vorzeichen stand, hatte Stationsleiter Ingo Pape bereits zu Beginn gehofft. Unter trockenen Bedingungen konnten die Besucher die Fohlen aus nächster Nähe beobachten und erleben, wie unterschiedlich sich die Tiere präsentierten.
Für Außenstehende wurde dabei schnell sichtbar, worauf Züchter und Richter achten. Neben dem Körperbau spielen die Bewegungen eine entscheidende Rolle. Wie setzt ein Fohlen die Beine? Wie locker bewegt es sich? Wie harmonisch wirkt das Gesamtbild? Viele dieser Details erschließen sich für den Kenner beim Blick in den Ring.

Die Fohlenschau findet traditionell gemeinsam mit der Partnerstation Beckmann statt. Die jungen Pferde werden dabei zunächst an der Seite ihrer Mutter vorgestellt, anschließend von dem Richter bewertet und am Ende prämiert. Für viele der präsentierten Fohlen könnte die Veranstaltung zugleich der erste Schritt in eine erfolgreiche Zukunft sein. Nicht selten finden die Nachwuchspferde bereits auf der Schau oder kurz danach einen neuen Besitzer.
Doch neben aller fachlichen Bewertung stand auch das Miteinander im Mittelpunkt. Nach einem Nachmittag voller Pferde, Gespräche und Fachsimpeleien klang der Tag in geselliger Runde aus. Am Abend wurde gemeinsam gegrillt und Fußball geschaut. "Uns ist das Gemeinschaftsgefühl mit unseren Züchtern und Stutenbesitzern wichtig. Wir pflegen die Geselligkeit", sagt Ingo Pape. Und so ging es an diesem Tag nicht nur um Noten, Abstammungen und Prämierungen. Zwischen Vorführring, Stallgasse und Grillplatz wurde deutlich, dass die Fohlenschau für viele weit mehr ist als eine reine Zuchtveranstaltung. Sie ist Treffpunkt, Erfahrungsaustausch und Tradition zugleich - und genau das macht ihren besonderen Reiz aus.
Von Myriam Domke-Feiner
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