Im Rathaus Hemmoor wurde über die Sanierung und den Ausbau von zwei Straßen diskutiert. Foto: Brettschneider
Im Rathaus Hemmoor wurde über die Sanierung und den Ausbau von zwei Straßen diskutiert. Foto: Brettschneider
Ausbau von Straßen

Hemmoorer Bauausschuss über 6,1-Millionen-Projekt: Rückmeldung zur Förderung fehlt

von Märthe Werder | 17.06.2026

Im Hemmoorer Bauausschuss wurde über zwei geplante Maßnahmen gesprochen: die Umgestaltung der Hauptstraße und der Ausbau der Elsa-Brändström-Straße. Beide Vorhaben bringen hohe Kosten mit sich, was für Diskussionen sorgt. 

Am Dienstagabend (16. Juni 2026) kam im Hemmoorer Rathaus der Bauausschuss der Stadt Hemmoor zusammen. Auf der Tagesordnung standen die Umgestaltung der Hauptstraße sowie der Ausbau und die Sanierung der Elsa-Brändström-Straße.

Im vergangenen Jahr wurde bereits der Fußweg an der Südseite der Hauptstraße in Hemmoor-Warstade erneuert. Im zweiten Bauabschnitt soll das Projekt auf der Nordseite vor der katholischen Kirche in diesem Jahr fortgesetzt werden. Die Kosten würden sich auf ungefähr 15.000 Euro belaufen, erläuterte Waldemar Thomys, Fachbereichsleitung Bauen und Entwickeln, bei der Vorstellung der Pläne. Der vorhandene Belag sei sehr marode und müsse zurückgebaut werden, schilderte er. Über die Höhe der Kosten äußerten sich einige Mitglieder schockiert. "Entweder wurde Granit oder Marmor eingeplant, oder wo kommen die Kosten her?", fragte Jürgen Hinck (SPD). Er sei fast ohnmächtig geworden, als er den Preis pro Meter ausgerechnet habe. Auch die Aufteilung in zwei Bauabschnitte verwunderte einige Mitglieder.

Die Kosten für das Bauprojekt seien so hoch, da der Boden verseucht sei, erklärte Vorsitzender Dirk Brauer. Dadurch seien die Entsorgungskosten sehr hoch. Er schilderte auch, dass es sich um ein Orientierungsangebot handelt - bei einer öffentlichen Ausschreibung könnte es günstiger werden. "Es ist sehr teuer, aber wir sind in der Verkehrssicherungspflicht", betonte Brauer. Er machte den Vorschlag, beide Bauabschnitte zusammenzufassen, um die Kosten zu senken und eine möglichst große Ausschreibung anzustreben. Der Ausschuss verzichtete auf eine Abstimmung - diese soll erfolgen, wenn das Ergebnis der Ausschreibung vorliegt.

Antrag auf Förderung noch unbeantwortet

Danach ging es um den Ausbau und die Sanierung der Elsa-Brändström-Straße. Die Straße und vor allem die Radwege sollen in zwei Bauabschnitten auf das mögliche Maximum verbreitert werden. Zudem sollen zwei Kreisel entstehen, die verkehrsberuhigend wirken sollen. Am 25. Juni 2025 wurde bereits ein Förderantrag bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gestellt. Von der Förderstelle sei bislang keine Rückmeldung gekommen und es werde weiter abgewartet, sagte Thomys. Den ersten Schätzungen nach werde das Vorhaben Kosten in Höhe von 6,1 Millionen Euro verursachen.

"Im Bereich des Kreidesees muss man auf den Grünstreifen ausweichen, wenn man sich dort auf dem Rad begegnet", erläuterte Samtgemeindebürgermeister Jan Tiedemann zum aktuellen Zustand. Eine durchgängige Breite des Radwegs von 2,5 Metern werde jedoch nicht überall umsetzbar sein. Grund dafür sind unter anderem Straßenentwässerungsgräben, welche nicht verändert werden. "Ein Zweirichtungsradweg müsste eigentlich sogar breiter als 2,5 Meter sein", warf Jürgen Hinck ein. Vorsitzender Brauer gab zu bedenken, ob die Kosten überhaupt alle Vorhaben decken würden: In Höhe des Kreidesees soll der Radweg Richtung See verschwenkt werden. Im Zuge des Vorhabens soll dort auch eine Aussichtsplattform entstehen.

Idee eines Blitzers wird eingeworfen

In der Sitzung konnten sich die Mitglieder auf einige Eckpunkte für die Planung einigen: Wo es räumlich möglich ist, soll der Radweg auf die maximale Breite ausgebaut werden und es soll die Verschwenkung in Richtung See geben. Zudem soll die Aussichtsplattform extra beantragt werden, sollte sie die Kosten des Antrags übersteigen.

Im Anschluss bekamen die anwesenden Bürger die Möglichkeit, sich zu äußern - drei Bürger nahmen sie in Anspruch. "Ich verstehe nicht, warum dort Kreisel gebaut werden sollen, um den Verkehr zu beruhigen. Wäre ein Blitzer nicht sinnvoller?", fragte einer der Bürger. Der Vorsitzende gab ihm recht, dass abgewogen werden müsse, ob sich die Kreisel lohnen. Jedoch müsse man die Verkehrssicherheit im Blick haben. Jan Tiedemann ergänzte, dass die Stadt keinen Blitzer anschaffen dürfe. "Das kann nur der Landkreis", sagte er. 

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Märthe Werder

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