Ohne menschliche Hilfe hat der Hirsch keine Chance, sich aus dem Tornetz zu befreien. Foto: Ulf Ahrens
Ohne menschliche Hilfe hat der Hirsch keine Chance, sich aus dem Tornetz zu befreien. Foto: Ulf Ahrens
In Gemeinde Gnarrenburg

Hirsch im Landkreis Rotenburg in Tornetz gefangen - oftmals eine Todesfalle

12.02.2026

Ein Hirsch gerät auf einem Sportplatz der Gemeinde Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) in ein Tornetz und entfacht erneut die Debatte über die Sicherheit der Tiere und die Verantwortung der Sportvereine. Die Jäger fordern dringend Maßnahmen.

Schauplatz war - wie bereits mehrfach in den vergangenen Jahren - der Sportplatz an der Kuhstedter Grundschule: Am 12. Januar hatte sich ein Hirsch mit seinem stattlichen Geweih in dem Ortsteil der Gemeinde Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) in einem zwar hoch-, aber nicht abgehängten Tornetz verfangen.

"Zu der Zeit lag ordentlich Schnee. Die Hirsche suchen den Bereich am Sportplatz in Kuhstedt auf, weil dort viele Eichen stehen und dementsprechend ausreichend Eichelmast vorhanden ist", erklärt Ulf Ahrens, Sprecher der Kuhstedter Jagdgemeinschaft.

Worüber sich die Jäger ärgern

Ahrens weiter: "Fußball wird schon seit Wochen nicht mehr gespielt und trotzdem fühlt sich niemand dafür verantwortlich, das Netz abzunehmen. In meinen 40 Jahren als Jäger haben wir bestimmt 20 Hirsche aus Tornetzen befreit und zu 90 Prozent aus eben diesem einen Tor", ärgert sich der Kuhsteder Jäger.

Gemeinsam mit zwei Mitjägern befreite er den erschöpften Hirsch aus dem Netz. Bei der nicht ungefährlichen Befreiungsaktion müssen zwei Jäger das Wildtier festhalten, damit ein Dritter das Geweih aus dem Netz freischneiden kann.

Oft ein Todesurteil für die erschöpften Tiere

"Leider müssen wir auch feststellen, dass die Hirsche im Anschluss häufig versterben. Wir finden die verendeten Tiere meist nicht weit vom Sportplatz entfernt", berichtet Ulf Ahrens. Der Stress der Befreiungsaktion sei dann zu viel für die bereits geschwächten Tiere.

Mit seinem Geweih hat sich dieser Hirsch im Netz eines Fußballtores auf dem Kuhstedter Sportplatz verfangen. Foto: Ulf Ahrens

Im aktuellen Fall nahm die Befreiungsaktion ein gutes Ende. Der Hirsch wurde knapp eine Woche später wohlauf im Bereich Ladendey gesichtet. Dennoch sind die Kuhstedter Jäger verärgert, dass immer wieder Hirsche leiden müssen. "Wir sind schon etwas frustriert darüber, dass nach so vielen Jahren und immer wiederkehrender Ermahnung nichts passiert und die Netze einfach in den Toren hängen gelassen werden", sagt Ulf Ahrens.

Regeln fürs Spielen und Training gefordert

"Der Sportplatz wird nicht nur von Fußballmannschaften, sondern auch nachmittags von Kindern zum gemeinsamen Bolzen genutzt. Darüber freuen wir uns grundsätzlich. Wir müssen jedoch eine verlässliche Regelung finden, dass die Netze abgehängt werden. Am besten komplett weg und nur zu den Spielen und beim Training wieder dran. Darüber werde ich mit den Trainern sprechen", erklärt Günter Bertram, der Erste Vorsitzende des TSV Kuhstedt.

Dass sich im tiefen Winter wieder ein Hirsch dort verfangen hat, ärgere ihn, betont Bertram. "Jetzt im Winter sollten dort keine Netze hängen", bedauert der Vereinsvorsitzende, der alle Beteiligten noch einmal für das Thema sensibilisieren möchte.

Von Corvin Borgardt und Birgit Pape

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