Vor einem Vierteljahrhundert: Kinderhospizverein wird in Cuxhaven gegründet
Der Kinderhospizverein Cuxhaven-Bremerhaven feiert 25 Jahre Engagement für Familien mit schwerkranken Kindern. Seit der Gründung 2001 und dem einzigartigen Neubau vor zehn Jahren bis heute bietet er Trost und Unterstützung in schweren Zeiten.
Richtig gefeiert werden soll erst im August mit einem großen Fest. Doch das eigentliche Jubiläum steht offiziell schon jetzt an. Der Kinderhospizverein Cuxhaven-Bremerhaven wird am kommenden Dienstag 25 Jahre alt. Grund genug, ein wenig zurückzuschauen aber auch den Blick nach vorn zu richten.
2001 gründeten Betroffene und Unterstützer den Kinderhospizverein Cuxhaven-Bremerhaven, um Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern verlässliche Hilfe zu bieten. Ursprünglich als ambulanter Dienst gestartet, entwickelte sich daraus ein umfassendes Angebot, das 2016 durch einen hellen, freundlichen Neubau mit Übernachtungsmöglichkeiten in der Franz-Rotter-Allee in Cuxhaven erweitert wurde. Möglich wurde der Neubau unter anderem durch finanzielle Unterstützung der Fernsehlotterie und die 2016 verstorbene Christa Eils, die dem Haus auch den Namen "Christa & Cassen Eils-Haus" hinterließ.
Kinder profitieren hier vom Miteinander
Das Haus ist bis heute einzigartig für die ambulante Kinderhospizarbeit in Deutschland, so die Vorsitzende Azize Subasic. Der Schwerpunkt liegt auf der Begegnung zwischen Kindern und Jugendlichen, deren Familien und den Ehrenamtlichen in den Räumen. Im Cuxhavener Kinderhospiz wird das Leben gefeiert - auch in Phasen der Trauer, des Abschieds und des Schmerzes. "Wir bieten einen geschützten Raum für Begegnung, zur Entlastung der Familien", sagt Stina Berndt, eine der drei hauptamtlichen Koordinatorinnen im Kinderhospiz. Die Stimmung sei an den meisten Tagen gelöst und fröhlich. Denn hier können die Kinder und Jugendlichen spielen, toben, entspannen oder einfach beisammensein. Die 400 Quadratmeter Fläche haben für alle etwas zu bieten und in der hellen Jahreszeit kommt das Außengelände hinzu. Hier profitieren die Kinder vom Miteinander, das ihnen die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen bieten.
Im Aufbau befindet sich die "Trostwerkstatt", die zum Zentrum für Trauerbegleitung aufgebaut wird. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die einen Verlust erlitten haben, werden individuell begleitet. Kinder bis zwölf Jahren werden hier zu "Trostpiraten", die etwas älteren zu "Wellenreitern" und Mütter und Väter, die den Verlust ihres Kindes betrauern, können ihn als "Sturm-Helden" bewältigen. Dabei werden sie vom Trost-Team mit Melanie Hagenah, Carmen Bicker und Stina Berndt begleitet. Auch dieses Angebot ist kostenfrei.
Großteil der Mittel stammt aus Spenden
Denn das gilt für alle Bereiche des Kinderhospizes, ob Beratung durch die palliativ ausgebildeten Koordinatorinnen, die ambulante Begleitung und Betreuung von Kindern wie Eltern oder auch die Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Der Großteil der Mittel, die der Verein für seine Angebote, die Arbeit der Ehrenamtlichen aber auch den Erhalt seiner Räumlichkeiten aufwendet, stammt aus Spenden. Und um Spenden zu bekommen, sind Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung wichtige Werkzeuge.
Dazu zählt zum Beispiel auch der Solidaritätslauf für das Kinderhospiz beim Cuxhavener Stadtsparkassen-Marathon am 10. Mai. Hier können sich Kindergärten und Grundschulen ebenso beteiligen wie Erwachsene und Firmenteams. Die Teilnehmenden senden in ihren Kinderhospiz-T-Shirts auf der Laufstrecke ein starkes Signal der Zusammengehörigkeit.