"Ich ziehe ganz viel Energie aus Musik": Otterndorferin beim "Fête de la Musique"
Marissa Burchhardt tritt am Sonntag (21. Juni 2026) beim "Fête de la Musique" in Otterndorf auf. Im beruflichen Alltag verbindet sie als Musiklehrerin ihr Hobby mit dem Beruf - das war aber nicht immer ihr Plan gewesen.
Sie ist Musikerin, Lehrerin, Mutter und Sportlerin - Marissa Burchardt tritt am Sonntag (21. Juni 2026) zum dritten Mal beim "Fête de la Musique" in Otterndorf auf. Im Repertoire hat sie eine Mischung aus Coversongs verschiedener Genres. "Auch Maritimes, das passt ja auch an die Nordseeküste."
Die gebürtige Oldenburgerin lebt seit 20 Jahren in Otterndorf - seit 18 Jahren arbeitet sie als Lehrerin an der Schule am Dobrock in Cadenberge. "Eigentlich war es nicht meine Passion, Lehrerin zu werden", erzählt die 44-Jährige. Ihr eigentlicher Plan: Musiktherapeutin werden. Voraussetzung dafür war das erste Staatsexamen im Fach Musik auf Lehramt. Sie studierte daher Musik, Deutsch und Mathe auf Grundschullehramt und machte anschließend das Aufbaustudium und ihr Diplom in Musiktherapie. "Ich habe dann aber keine Stelle gefunden", schildert Burchardt. Daher entschied sie sich für ein Referendariat an der Hauptschule Otterndorf. "Ich habe mein zweites Staatsexamen gemacht und bin dann in der Schule hängen geblieben - und habe auch viel Freude daran gefunden." Das pädagogische Hintergrundwissen kann sie auch in ihrem jetzigen Job gebrauchen und anwenden.
Musik wurde ihr in die Wiege gelegt
Musik liegt in der Familie: Ihre Mutter sang im Chor, ihr Vater spielte in einer Band und ihre Tante war im Musicalbereich tätig. "Das wurde mir ein bisschen in die Wiege gelegt", sagt Burchardt. Früh begann sie mit Klavier- und Querflötenunterricht, war im Chor oder Orchester und spielt auch Gitarre. Seit 2012 tritt sie öffentlich auf. Zu Beginn noch als Duo, heute vor allem solo. So auch beim "Fête de la Musique", wo sie "ein bisschen der entspannte Auftakt in den Nachmittag" sein wird, wie die 44-Jährige selbst sagt.
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr einer ihrer ersten Solo-Auftritte: Irgendwann sei sie Teil des Publikums gewesen, schildert Burchardt. "Alle hatten so eine Freude daran, laut mitzusingen. Ich verschmolz so mit dem Publikum."
Seit einiger Zeit ist die Lehrerin Teil des Leitungsteams der Oberschule Cadenberge, was viele neue Aufgaben mit sich bringt. "Aber wenn ich dann auf der Bühne stehe und Musik mache, dann gibt mir das so viel Energie, dass ich danach auch alle anderen Herausforderungen gut schaffe." Für sie sei es ein guter Ausgleich und mache ihr den Kopf frei. "Ich ziehe ganz viel Energie aus der Musik", beschreibt die Musikerin. In ihrer weiteren Freizeit macht sie zudem Ausdauersport: Erst vor Kurzem nahm sie am Giants Run in der Wingst teil.
Musik bringt Menschen zusammen
Bislang hat die Musikerin einen eigenen Song geschrieben: "Wintertraum". Für weitere hat sie noch keine Zeit gefunden. Sie tritt gerne in Bistros oder Strandbars auf: "Eigentlich ist das so das, was ich am liebsten mache. Da gibt es keinen Traum, der nicht erfüllt ist", sagt die zweifache Mutter über Wünsche für ihre musikalische Zukunft. Die Musik wird für sie immer ein Hobby bleiben: "Ich glaube, dass es mir gerade nur deswegen so viel Spaß macht, weil ich nicht darauf angewiesen bin, damit mein Einkommen zu sichern."
In die Zukunft der Livemusik blickt sie zudem positiv: "Ich glaube, dass Livemusik immer erhalten bleibt." Die Otterndorferin ist sich sicher, dass Menschen trotz digitaler Angebote Auftritte wertschätzen. "Gerade auch wenn ich selber daran so eine Freude habe. Ich glaube, das ist es, was beim Publikum auch ankommt und was man überträgt", betont sie. Musik ist für Burchardt etwas Besonderes: "Es verbindet Menschen und bedarf keiner Übersetzung. Egal, welche Sprache man spricht, Musik bringt alle zusammen."
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