Rettungsaktionen in Geestland und Cuxhaven: Verstorbener Storch und Junge in Not
Tierische Dramen mit vorläufigem Happy End in Bad Bederkesa und Lüdingworth-Köstersweg (Cuxhaven). Insgesamt wurden drei Jungstörche gerettet. Die Storchenbeauftragte des Kreises Cuxhaven zeigte vollen Einsatz und freute sich über Unterstützung.
Tierdramen mit vorläufigem Happy End. Zwei Jungstörche aus Bad Bederkesa und ein abgestürztes Küken aus Lüdingworth-Köstersweg wurden Donnerstag (11. Juni 2026) zur Storchenaufzuchtstation nach Berne transportiert, wo sie gepäppelt werden.
Am Montagabend wurde ein toter ausgewachsener Storch auf dem Bauhofgelände in Bad Bederkesa gemeldet. Nachdem sich Mitarbeiter Alexander Fink gleich am Dienstagmorgen ein eigenes Bild gemacht und sich an die Untere Naturschutzbehörde gewandt hatte, kam Ursel Richelshagen als Weißstorchbeauftragte des Landkreises Cuxhaven ins Spiel. Sie wurde sofort aktiv und machte sich im Umfeld auf die Suche, um herauszufinden, in welchem Nest ein erwachsenes Tier fehlt.
Stundenlang vier Nester beobachtet
Kein leichtes Unterfangen: Denn die Elterntiere wechseln sich bei der Futterbeschäftigung ab und man muss diesen einen kurzen Moment abpassen, wo beide Eltern gleichzeitig am Nest sind. Vier Nester im Umfeld standen dabei unter Beobachtung der Storchenbeauftragten aus Neuenkirchen. "Wir wollten schließlich keine Jungtiere unnötig aus dem Nest holen", so die Naturschützerin. Nach insgesamt 13 Stunden am Dienstag und Mittwoch vor Ort stand für sie schließlich fest, dass es dabei um das Storchennest mit drei Jungtieren hinter dem Anglerheim am Hüllenweg handeln muss.

Weil das verbliebene Elterntier nach dem Tod des Partners im Dauereinsatz war, die Nestlinge allein mit Nahrung zu versorgen, und drohte, sich dabei durch Dauerstress zu überfordern, wurde eine Rettungsaktion beschlossen und die Storchenaufzuchtstation in Berne benachrichtigt. "Das Tier schleppte fast pausenlos Mäuse heran und hatte nur einmal kurz Zeit, sich hinzulegen und auszuruhen", so die Beobachtung der Storchenbeauftragten.
Am Donnerstagnachmittag stiegen sie und Alexander Fink mit dem vom Bauhof Geestland zur Verfügung gestellten Steiger nach oben. Dort sicherten sie zwei der drei Küken, die rund fünf bis sechs Wochen alt und noch nicht flügge sind. Das deutlich kräftigste Jungtier ließen sie nach kontrollierender Begutachtung im Nest - in der Hoffnung, dass das hinterbliebene Elterntier - vermutlich der Vater - sich darum kümmert. Der Storch umkreiste während der Rettungsaktion sein Nest und hatte immer fest im Blick, was dort mit seinem Nachwuchs angestellt wurde. Die Nachbarn bat Ursel Richelshagen darum, ein Auge auf das Storchennest zu haben, damit das Tier ausreichend gefüttert und nicht von angreifenden Fremdstörchen attackiert wird. "Ich bin mir sicher, dass das Junge gefüttert wird", zeigte sich Ursel Ruchelshagen zuversichtlich.
Ausdrückliches Lob von Ursel Richelshagen fand die Hilfsbereitschaft und engagierte Unterstützung durch die Bauhof-Mitarbeiter in Bad Bederkesa. Die freuten sich zwar darüber, winkten aber ab: "Das ist doch für uns selbstverständlich."
Flügge aus dem Nest geworfen und abgestürzt
Dieses war nicht die einzige Storchenrettung. Ein noch jüngerer Storch wurde in Lüdingworth-Köstersweg wohl aus dem Nest einer hohen Nordmanntanne geworfen. Ein Anwohner brachte das stark geschwächte Tier nach Franzenburg zu Vogelfreund Edwin Göken, der es mit einer Rotlichtlampe und gefütterten Sardinen stabilisieren konnte. Wie die Bederkesaer Jungvögel wurde es am Donnerstagnachmittag von einem Landkreis-Mitarbeiter nach Berne in der Wesermarsch zum Aufpäppeln zur dortigen Storchenpflegestation gebracht.
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