Jugendherberge Wingst: Rettungsplan mit dreijähriger Pacht zur Probe
Die Jugendherberge Wingst steht vor der Schließung. Bürgermeister Pawlowski und die Tourismus GmbH kämpfen um die Rettung und erwägen eine dreijährige Pacht als Übergangslösung. Die Zukunft des Standorts steht auf dem Spiel.
Die Jugendherberge Wingst mit mehr als 200 Gästebetten steht - wie mehrfach berichtet - vor der Schließung. Nach 88 Jahren droht zum Jahresende das Aus. In der Gemeinde wird an einer Lösung gearbeitet, wie man die Einrichtung doch noch erhalten kann.
Für die Wingst würde diese Schließung einen Schlag ins Kontor bedeuten. Um die 16.000 Übernachtungen fielen weg. "Das ist kein Selbstzweck, sondern es geht darum, Einrichtungen wie Schwimmbad, Zoo, Spielpark oder das Waldmuseum zu stützen", begründet Bürgermeister Patrick Pawlowski seine Bemühungen, die Jugendherberge zu erhalten und Zeit zu gewinnen für die Entwicklung einer tragfähigen Lösung. Denn käme es zu einer Schließung, sei es schwer, einen Betrieb wieder hochzufahren.
Der Bürgermeister hofft, das Ruder des drohenden Aus herumzureißen. Dabei kommt die rein gemeindliche Tochter Tourismus GmbH mit ihrem Prouristen Dr. Pierre Grothmann ins Spiel, die mit dem Landesverband Nordmark eine Interimslösung besprochen hat. So soll die Tourismus-Gesellschaft für drei Jahre als Pächterin des 200-Betten-Hauses auftreten. Diesen Zeitraum sehe man als Chance, wie und ob man die Jugendherberge wirtschaftlich betreiben könne. "Wohl wissend, dass es kritische Stimmen gibt, möchte ich diese Marschrichtung empfehlen. Wir kaufen uns mit einer solchen Pacht Zeit", betont Pawlowski. Ein Kauf durch die Gemeinde sei gegenwärtig gar nicht akut, sondern stünde erst am Ende der Evaluierungszeit zu einer möglichen Entscheidung..
Pawlowski setzt auf eine zügige Entscheidung der Gesellschafterversammlung, die aus dem gesamten Gemeinderat Wingst besteht. Das bedeute, dass noch der alte Gemeinderat entscheiden soll, um zu einer Lösung zu kommen, noch bevor eine Schließung mit allen Konsequenzen vollzogen wird. Schließlich gehe es darum, für den künftigen Weiterbetrieb Gästeakquise vorzunehmen mit gezielter Werbung und neuen Impulssetzungen für das idyllisch gelegene Gästehaus. Gedacht sei dabei an mehr abgestimmte Pakete für die Schulklassen, etwa durch Angebote und Kooperationen mit Waldzoo oder dem MoorIZ in Wanna-Ahlenfalkerberg.
Der Landesverband des Jugendherbergswerks Nordmark hatte Anfang Februar dieses Jahres angekündigt, dass die Jugendherberge zum Ende der Saison 2026 schließt. Als Argumente für die Schließung hatte das Jugendherbergswerk Kostengründe angeführt. Um den Standort zukunftssicher zu erhalten, wäre eine Generalsanierung der gesamten Gebäudesubstanz erforderlich, teilte der DJH-Landesverband Nordmark seinerzeit mit und rechnete kurz- und mittelfristig Investitionen im zweistelligen Millionenbereich vor.
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