Keine kollektive Begeisterung bei Wohnprojekt in der Stadt Hemmoor
Wohnraum ist knapp - auch in Hemmoor. Jetzt sollen im Stadtteil Basbeck ein größerer Gebäudekomplex und weitere Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Planung stößt nicht bei jedem Anwohner auf Begeisterung.
Das Wohnraumangebot in Hemmoor dürfte sich auf absehbare Zeit verbessern. Im Stadtteil Basbeck ist unter dem Titel "Wohnpark zur alten Gärtnerei" der Bau eines größeren Gebäudekomplexes in Verbindung mit anderen zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern vorgesehen. Der Investor steht in den Startlöchern, der Stadtrat soll am Donnerstag, 27. August, den notwendigen Satzungsbeschluss für das Projekt fassen. Doch nicht jeder Anwohner ist glücklich damit.
Dort, wo einst eine Gärtnerei stand, sollte ursprünglich eine Seniorenwohnanlage entstehen. Das Areal befindet sich direkt an der Bahnhofstraße. Für das Vorhaben lag auch schon ein gültiger Bebauungsplan vor, doch zu einer Umsetzung der Pläne kam es nicht.
Stattdessen erfolgte eine Kehrtwende hinsichtlich der künftigen Nutzung. Zwar soll dort immer noch gebaut werden, allerdings geht es nicht um eine größere Einrichtung oder einzelne Wohnungen für Senioren, sondern um eine allgemeine Wohnbebauung. So kann auf dem Areal, wenn der Bebauungsplan entsprechend angepasst und vom Stadtrat durchgewinkt wird, statt des Seniorenheimes auch ein Wohngebäude mit einer Länge von bis zu 50 Metern errichtet werden. Und das ist anscheinend - neben anderen (kleineren) Mehrfamilienhäusern - auch vorgesehen.
Klare Tendenz im Fachausschuss
Die Planungen sind bereits ziemlich weit fortgeschritten, eine notwendige Änderung des Bebauungsplanes rückt in greifbare Nähe. Auf seiner Sitzung am Donnerstag, 27. August, um 19 Uhr im Hemmoorer Rathaus könnte der Stadtrat den Satzungsbeschluss fassen. Und dazu dürfte es - so jedenfalls der Eindruck nach einer Fachausschusssitzung am Dienstagabend - auch kommen. Bei sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung empfahl dieses Gremium dem Stadtrat einen solchen Beschluss. Nur bei dem sogenannten "Städtebaulichen Vertrag", bei dem es um Erschließungsfragen geht, gibt es noch Klärungsbedarf. Möglicherweise sind die offenen Fragen aber bis zur heutigen Ratssitzung vom Investor beantwortet worden.
Mehr Lärm-, Licht- und Verkehrsbelastung?
Was bleibt, ist die Skepsis einzelner Anwohner, die sich insbesondere an der zu erwartenden Entwicklung der Verkehrs- und Lärmproblematik stören. Ohnehin - so ihre Kritik - sei die Bahnhofstraße bereits heute durch den Verkehr erheblich belastet. Wenn jetzt zusätzlich ein solches Wohngebiet geschaffen werde, erhöhe sich das Aufkommen durch Autos und Lastwagen noch weiter, denn die Erschließung erfolge ausschließlich über eben diese Bahnhofstraße. Kritisiert wurde nicht nur eine vermeintlich unzureichende bis fehlende Verkehrsplanung, sondern auch eine zu erwartende Licht- und Lärmbelästigung durch die Fahrzeuge.
Stadtdirektor Jan Tiedemann verwies mehrfach darauf, dass die einzelnen Kritikpunkte vom Fachbüro gegenübergestellt und abgewogen worden seien und der Kreis als Kommunalaufsicht die nunmehr vorliegende Planung und Vorgehensweise nicht beanstandet habe.
Letztlich entscheiden über das, was auf der dortigen Fläche entstehen kann und soll, muss aber der Stadtrat. Dem für den heutigen Donnerstagabend zu erwartenden Satzungsbeschluss kommt daher eine zentrale Bedeutung für den weiteren Fortgang des Projektes zu.
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