Niedersachsens Segelflieger in Nordholz: Junge Piloten kämpfen um Titel im Segelflug
Drei Tage lang stellten sich junge Segelflieger in Niedersachsen anspruchsvollen Flugmanövern und traten in Nordholz im Wettbewerb um den Landessieg an. Spannung und Präzision bestimmten das Geschehen am Himmel über Nordholz-Spieka.
Drei Tage, 30 junge Piloten, 90 Wertungsflüge: Am letzten Augustwochenende richtete die Sportfluggruppe Nordholz/Cuxhaven auf dem Sonderlandeplatz Nordholz-Spieka das niedersächsische Landesjugendvergleichsfliegen im Segelflug aus. Der Wettbewerb richtet sich an Segelflieger kurz vor oder kurz nach der Lizenz. Der Jüngste war 15 Jahre alt, keiner älter als 20. Die Teilnehmer kamen aus ganz Niedersachsen und stellten sich drei Wertungsdurchgängen. Zehn Fluglehrerinnen und Fluglehrer aus verschiedenen Vereinen bildeten zwei Jurys mit je fünf Mitgliedern und vergaben für jeden Fehler Punkte.
Jeder Handgriff zählt
Gefragt war sauberes Handwerk. Im ersten Durchgang flogen die Piloten nach dem Start Kreiswechsel, also exakte Vollkreise abwechselnd links- und rechtsherum. Danach folgten die Platzrunde und ein Seitengleitflug zur Ziellandung. Im zweiten Durchgang übten sie die hochgezogene Fahrtkurve. Mit ihr steigt ein Segelflugzeug in die Thermik ein, in die warme, aufsteigende Luft, die es trägt. Der dritte Durchgang verlangte Rollübungen, bei denen Seiten- und Querruder genau zusammenspielen müssen.
Die Jury am Boden sah jeden Wackler. Das Wetter erleichterte es nicht. Tiefe Wolken und kurze Schauer zogen über den Platz, Organisatoren und Fluglehrer mussten den Flugbetrieb sicher und trotzdem dicht halten. Um 8.30 Uhr begannen am Sonnabend die Startvorbereitungen, gegen 17.15 Uhr fiel die letzte Wertung. Schon am Freitagabend hatte Kai-Uwe Sagemühl, Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste und Schirmherr des Wettbewerbs, die Teilnehmer beim Briefing begrüßt.
Bei der Siegerehrung am Sonnabendabend zeigte sich, wie knapp es zuging. Wenige Fehlerpunkte entschieden über das Podest. Landessieger wurde Jan Ole Warnecke vom Uhlenflug Peine. Platz zwei ging an Lea Henz vom VfL Rotenburg-Wümme, Platz drei an Dane Wiegard vom Hannoverschen Aeroclub. Alle drei haben sich damit für das Bundesjugendvergleichsfliegen qualifiziert, bei dem sich der Nachwuchs aus allen Bundesländern misst. Dort gibt es auch eine Länderwertung. Im vergangenen Jahr belegte Niedersachsen darin Platz zwei.
130 Helfer im Einsatz
Hinter dem Wochenende steckt fast ein Jahr Arbeit. Gleich nach dem Zuschlag begann das Organisationsteam der Sportfluggruppe mit der Planung und opferte dafür viele Wochenenden. Beim Wettbewerb selbst packten 130 Helferinnen und Helfer mit an. Die Stadtsparkasse Cuxhaven, die Allianz-Vertretung Thorsten Döscher, der Rotary-Club Otterndorf Land Hadeln und das LTB-Flugwerk NRW unterstützten die Veranstaltung. Die Bäckerei Jörg Itjen aus Cuxhaven lieferte Frühstück, Schnitzelbrötchen, Kuchen und Baguettes für den Grillabend, Ülis Segelflugbedarf stiftete zahlreiche Preise. So konnte der Verein die Startgebühren bewusst niedrig halten. Kein Jugendlicher sollte aus Geldgründen zu Hause bleiben müssen. Teilnehmer, Eltern, Vereine und Verband lobten die Veranstaltung einhellig.
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