Beim Deichbrand 2026 wird erstmals auf dem gesamten Festivalgelände ausschließlich bargeldlos bezahlt. Foto: Sina Schuldt/dpa
Beim Deichbrand 2026 wird erstmals auf dem gesamten Festivalgelände ausschließlich bargeldlos bezahlt. Foto: Sina Schuldt/dpa
Restguthaben, aufladen, bezahlen

Kein Bargeld mehr auf dem Deichbrand 2026 - so funktioniert das neue Cashless-System

von Tamina Francke | 09.07.2026

Wenn das Deichbrand startet, bleibt das Portemonnaie zu Hause. Auf dem gesamten Festivalgelände wird erstmals nur noch bargeldlos bezahlt. Wie das neue System funktioniert, wie Besucher Guthaben aufladen und sich Restgeld zurückholen, lesen Sie hier.

Wenn am 15. Juli 2026 das Deichbrand-Festival in Wanhöden startet, machen sich wieder Zehntausende Musikfans auf den Weg an die Nordseeküste. Zelt, Schlafsack, Dosenbier und jede Menge Sonnencreme gehören für viele zur Standardausrüstung. Eine Sache können die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr aber erstmals zu Hause lassen. Bargeld wird auf dem Festivalgelände nicht mehr benötigt.

Das Deichbrand führt zur diesjährigen Ausgabe ein vollständig bargeldloses Bezahlsystem ein. An allen Verkaufsständen wird ausschließlich mit einem RFID-Chip bezahlt, der im Festivalbändchen steckt. Der kleine Transponder speichert das zuvor aufgeladene Guthaben und funktioniert damit wie eine digitale Geldbörse. Egal ob Getränke, Essen, Merchandise oder Einkäufe im SuperStore. Bezahlt wird überall mit dem Chip am Handgelenk.

Mit der Umstellung reiht sich das Deichbrand in eine lange Liste großer Festivals ein, die bereits seit Jahren auf bargeldloses Bezahlen setzen. Warum der Schritt?

Darum setzt das Deichbrand auf Cashless

Auf Nachfrage von CNV-Medien erklärt die Festival-Pressestelle, dass auf einem Festival mit mehreren Zehntausend Gästen innerhalb kurzer Zeit unzählige Bezahlvorgänge abgewickelt werden müssen. Das neue System soll dafür sorgen, dass an den Verkaufsständen schneller kassiert werden kann und die Schlangen kürzer werden.

Bargeld hat auf dem Deichbrand ausgedient. An allen Verkaufsständen wird nur noch bargeldlos bezahlt. Foto: Dominic Steinmann/dpa

Hinzu kommt ein technischer Vorteil. Wie die Pressestelle mitteilt, funktioniert das sogenannte Closed-Loop-System auch dann, wenn das Internet zeitweise ausfällt. Die Zahlungen werden zwischengespeichert und später übertragen. Außerdem entfällt der Aufwand für Bargeld, Wechselgeld und Geldtransporte. Das erhöhe auch die Sicherheit für Mitarbeitende und Partner auf dem Festivalgelände.

Für die Festivalgäste entstehen laut Veranstalter keine zusätzlichen Kosten. Gezahlt wird weiterhin ganz normal in Euro. Eine eigene Festivalwährung gibt es nicht.

Was Festivalbesucher jetzt wissen müssen

Wie funktioniert das Bezahlen?

Jedes Festivalbändchen enthält einen RFID-Chip. Dieser dient als digitale Geldbörse. Beim Bezahlen reicht es, das Armband an das Lesegerät zu halten. Der Betrag wird automatisch vom Guthaben abgebucht.

Wie kommt Geld auf den Chip?

Wer möchte, kann bereits vor dem Festival online Guthaben aufladen. Dafür muss im Cashless-Portal ein kostenloses Benutzerkonto angelegt und das Ticket über die Barcode-Nummer mit dem Konto verknüpft werden. Anschließend kann ein beliebiger Betrag aufgeladen werden. Das Guthaben wird beim Einlass automatisch auf den Chip am Festivalbändchen übertragen.

Möglich sind unter anderem Zahlungen per PayPal, Apple Pay, Google Pay sowie mit Visa-, Mastercard- und Maestro-Karten.

Kann ich auch vor Ort Guthaben aufladen?

Ja. Nach Angaben der Veranstalter gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Bereits registrierte Nutzer können jederzeit online weiteres Guthaben aufladen. Zusätzlich stehen auf dem Gelände sogenannte Self-Top-Up-Stationen bereit. Dort kann Guthaben per Karte oder digitalen Bezahldiensten aufgeladen werden.

Ein kurzer Scan des Festivalbändchens genügt. Das Guthaben wird direkt vom RFID-Chip abgebucht. Foto: Ole Spata/dpa

Wer ausschließlich Bargeld dabeihat, kann dieses an der zentralen Top-Up- und Support-Station einzahlen. Nach Auskunft der Deichbrand-Pressestelle gegenüber CNV-Medien ist dies die einzige Stelle auf dem Festivalgelände, an der Bargeld noch angenommen wird.

Kann ich mein Guthaben jederzeit sehen?

Ja. Das aktuelle Guthaben kann entweder direkt an den Self-Top-Up-Stationen abgefragt werden oder im persönlichen Cashless-Portal. Dort werden außerdem sämtliche Einkäufe gespeichert. Auch digitale Belege können dort jederzeit heruntergeladen werden.

Was passiert mit dem Pfand?

Auch das Pfandsystem läuft über den Chip. Sowohl Dosenpfand aus dem SuperStore als auch Becherpfand auf dem Festivalgelände werden automatisch über das Guthaben verrechnet.

Was passiert mit Restguthaben?

Wer nach dem Festival noch Geld auf dem Chip hat, kann sich dieses gebührenfrei auszahlen lassen. Die Auszahlung ist ab Mittwoch, 22. Juli 2026, über das Cashless-Portal möglich. Dort muss die Funktion "Auszahlung starten" ausgewählt werden. Nach Angaben der Veranstalter erfolgt die Rückerstattung innerhalb von bis zu 14 Tagen per Banküberweisung.

Gab es Kritik an der Umstellung?

Ja, "unterschiedliche Rückmeldungen" und "nachvollziehbare Nachfragen". Wie die Pressestelle gegenüber CNV-Medien mitteilt, habe es im Vorfeld insbesondere Fragen zum Datenschutz, zur Rückerstattung von Restguthaben, zu technischen Problemen und zu den Auflademöglichkeiten gegeben. Deshalb habe man die Informationen frühzeitig über Website, App und soziale Netzwerke veröffentlicht. "Technisch arbeiten wir mit einem erfahrenen europäischen Anbieter und seinem deutschen Team zusammen, dessen Systeme bereits bei zahlreichen Großveranstaltungen eingesetzt wurden. Zusätzlich haben wir Sicherheits- und Notfallprozesse vorgesehen, um auch auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können", heißt es auf Nachfrage. Zusätzlich soll es auf dem Festivalgelände Support-Stationen geben, an denen Besucher Hilfe erhalten.

Bleibt das System dauerhaft?

Grundsätzlich ja. Nach Angaben der Deichbrand-Pressestelle ist das bargeldlose Bezahlen als langfristige Weiterentwicklung des Festivals geplant. Nach der Premiere werde das System jedoch umfassend ausgewertet. Dabei sollen sowohl die technischen Abläufe als auch die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher berücksichtigt werden.

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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