Kommunalwahl in Hemmoor: Wie geht es für Johannes Schmidt (Bürgerforum) weiter?
Er hat das "Bürgerforum" in Hemmoor gegründet und es bis heute auch als meinungsstarkes Ratsmitglied geprägt: Johannes Schmidt. Jetzt hat er entschieden, wie es für ihn bei seiner kommunalpolitischen Arbeit weitergeht.
Johannes Schmidt zieht sich aus der Ratsarbeit in der Stadt und in der Samtgemeinde Hemmoor zurück. Bei der Kommunalwahl in zwei Monaten wird der Gründer des "Bürgerforums" nicht mehr antreten. "Es ist Zeit für die zweite Reihe", sagt Schmidt. Soll heißen: Kein Ratsmandat mehr, aber ein- und mitmischen wird sich Schmidt auch künftig, wenn es um kommunalpolitische Themen geht.
Damit verlässt ein profiliertes, routiniertes und meinungsstarkes Ratsmitglied in Hemmoor die Bühne. Schmidt war bereits vor seinem Umzug nach Hemmoor als damaliger Sozialdemokrat und SPD-Ratsmitglied in der Samtgemeinde Am Dobrock aktiv, bevor er in die Oste-Stadt kam.
Dort war er zunächst unter anderem Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, bevor es 2010 vor Ort und insgesamt zum Bruch mit der Partei kam. In Hemmoor entzündete sich der Streit unter anderem an der Ansiedlung von Discountern an der Otto-Peschel-Straße sowie am Kita-Bau im Gewerbegebiet, an der Informationspolitik der Stadt gegenüber der Bevölkerung und angeblich fehlender Bürgerbeteiligung bei zentralen Vorhaben.
Bei seinem Austritt aus der SPD und den Hemmoorer Fraktionen kündigte er an, sein Ratsmandat weiter ausüben zu wollen. Gleichzeitig gründete er das "Bürgerforum", das bis heute im Stadt- und auch im Samtgemeinderat vertreten ist.
Bei der Kommunalwahl am 13. September tritt das Bürgerforum erneut an. Und das - laut Schmidt - wieder mit "Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung und Menschen, die Verantwortung kennen. Menschen, die Hemmoor gestalten wollen".
Petrich und Anders stehen an der Spitze
In der Stadt Hemmoor wird die Liste vom Bürgerforum-Mitbegründer Tjark Petrich angeführt, der bereits über Erfahrung in der Ratsarbeit verfügt, denn bis 2021 gehörte er dem Stadtrat an. Auf Samtgemeindeebene steht Anette Anders ganz oben auf der Liste des Bürgerforums. Sie war in der Stadt Hemmoor als Ratsbeauftragte für die Kinder- und Jugendbeteiligung im Einsatz. Im Herbst vergangenen Jahres verkündete sie jedoch den Rückzug von diesem Posten und sparte nicht mit Kritik. Sie habe nicht den Eindruck, dass die Kinder und Jugendlichen bei Entscheidungsprozessen in Hemmoor eine große Rolle spielen würden. "Da gibt es eine Diskrepanz zwischen dem, was öffentlichkeitswirksam präsentiert wird, und dem, was in der Praxis Wirklichkeit ist", sagte sie zur Begründung ihres Schrittes.
Neben Petrich und Anders treten laut Bürgerforum weitere Kandidaten und Kandidatinnen aus "Wirtschaft, Mittelstand, Polizei, Verwaltung, Ernährungswissenschaft und Ehrenamt" an: "Unterschiedliche Berufe, unterschiedliche Lebenswege, ein gemeinsames Ziel: Hemmoor trotz schwieriger Finanzlage und ungelöster Planungen verantwortungsvoll weiterentwickeln", lautet ein Wahlkampf-Slogan.
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