Ein Miniaturbagger steht symbolisch am Rand eines Schlaglochs, das nach dem harten Winter auf der Landesstraße 117 in Ihlienworth entstanden ist. Foto: Mangels
Ein Miniaturbagger steht symbolisch am Rand eines Schlaglochs, das nach dem harten Winter auf der Landesstraße 117 in Ihlienworth entstanden ist. Foto: Mangels
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Krater statt Asphalt: Wir suchen die schlimmsten Schlaglöcher im Kreis Cuxhaven

von Christian Mangels | 17.03.2026

Der Winter scheint endgültig vorbei zu sein, doch den Autofahrern hat er ein ungewolltes Andenken hinterlassen: Schlaglöcher. Manche Straßen im Kreis Cuxhaven sind von Kratern geradezu übersät. Wir suchen die tiefsten Löcher und marodesten Straßen.  

Risse, Furchen, ganze Krater: Die Ihlienworther Ortsdurchfahrt gleicht mehr einem Flickenteppich als einer Landesstraße. Die Holperpiste ist nur eines von vielen Beispielen für den Sanierungsbedarf öffentlicher Straßen im Landkreis Cuxhaven. Nach Angaben der Stader Geschäftsstelle der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) war der vergangene Winter "im Vergleich zu den letzten Jahren sehr intensiv". Die Zahl der entstandenen Schlaglöcher sei höher als in den vergangenen Wintern. Bei der Beseitigung haben verkehrsgefährdende Schäden Vorrang. "Dabei muss vorerst der Fokus auf die gröbsten beziehungsweise schlimmsten Schäden gelegt werden", erklärt Friederike Wöbse, Geschäftsbereichsleiterin der NLStBV in Stade.

Ursache für die Straßenschäden sind vor allem die häufigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter. Dringt Regen- oder Schmelzwasser in kleine Risse der Fahrbahn ein, gefriert es und dehnt sich aus. Der Asphalt wird von innen aufgesprengt. Beim anschließenden Tauwetter entstehen Hohlräume unter der Oberfläche, die durch den Verkehr eingedrückt werden - es bilden sich Krater im Asphalt. Entscheidend für diese Schäden ist weniger der Dauerfrost als vielmehr der wiederholte Wechsel zwischen Plus- und Minusgraden.

Besonders anfällig sind ältere kommunale Straßen. Viele Fahrbahnen im Kreis Cuxhaven sind bereits mehrere Jahrzehnte alt und erreichen zunehmend das Ende ihrer Lebensdauer. Frost-Tau-Wechsel machen vorhandene Schwachstellen dann besonders schnell sichtbar.

Wer haftet eigentlich für Fahrzeugschäden? 

Schlaglöcher sind für Autofahrer nicht nur ein großes Ärgernis, sie können am Fahrzeug auch teure Schäden verursachen.Wer haftet eigentlich, wenn es durch marode Straßen zu einem Schaden am eigenen Wagen kommt? Und was lässt sich tun, wenn man ein Schlagloch entdeckt, das dringend beseitigt werden sollte?

Zuständig für das Beseitigen von Schlaglöchern sind je nach Straße die Stadt oder Gemeinde, der Kreis, das Land oder auch der Bund. "Der jeweilige Straßenbaulastträger haftet aber nur, wenn nachweisbar ist, dass er seine Pflicht verletzt hat - etwa weil Kontrollen ausblieben oder bekannte Schlaglöcher nicht repariert oder zumindest nicht beschildert wurden", erklärt Thomas Müther, Sprecher des ADAC. Genau das mache es so schwierig, für einen Schlaglochschaden am Auto entschädigt zu werden, sagt er. Auch Radfahrer gehen nach einer Klage häufig leer aus: "Gerichte urteilen bei Schadensersatzansprüchen meist zugunsten der Gemeinden", stellt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fest.

Durch das frostige Wetter wurden viele Straßen wie die L 120 bei Debstedt zu Buckelpisten. Foto: Scheschonka

Erhöhte Chancen auf Schadensersatz hat man laut Müther aber, wenn sich schon zuvor Bürger über bestimmte Schlaglöcher beschwert haben, diese aber trotzdem nicht behoben wurden oder auch kein Schild aufgestellt wurde. "Wir empfehlen, die Behörde anzuschreiben und eine Frist zur Rückmeldung zu setzen. Wenn die Behörde dann nicht reagiert, bleibt nur der Rechtsweg", sagt der ADAC-Sprecher.

Wenn man in ein Schlagloch gefahren ist und dadurch Schaden am Fahrzeug entstanden ist, sollten alle Details genau dokumentiert werden, raten der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der ADAC. Folgendes sollte dokumentiert werden: Wie ist der Schaden entstanden und wann? Wo liegt das Schlagloch? Gibt es am Straßenrand Warnhinweise oder -schilder?

Das Schlagloch und der Schaden sollten unbedingt noch an der Unfallstelle fotografiert werden. Notieren sollte man die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Auch wichtig: Namen und Anschriften möglicher Zeugen. Vorsorglich sollte die Kfz-Versicherung informiert werden - und unter Umständen auch die Polizei.

Besonders wichtig ist diese Dokumentation für alle, die keine Vollkasko- oder entsprechende Fahrrad-Versicherung abgeschlossen haben und ohne Schadensersatz die Reparaturkosten selbst tragen müssen. Wichtig ist das aber auch für Versicherte: "Die Angaben und die Fotos können die Schadenregulierung der Kfz-Versicherung beschleunigen", heißt es vom GDV.

Unsere Redaktion sammelt die schlimmsten Schlaglöcher

Unsere Redaktion will wissen, wie unsere Leserinnen und Leser die Schlagloch-Situation vor ihrer Haustür wahrnehmen. Deshalb rufen wir dazu auf, die tiefsten Löcher und marodesten Straßen in der Stadt und im Landkreis Cuxhaven zu melden. Wer ein besonders gravierendes Schlagloch entdeckt hat, kann ein Foto mit genauer Ortsangabe und kurzer Beschreibung an die Redaktion senden. Die E-Mail-Adresse lautet mangels@cnv-medien.de. Kleiner Tipp: Am aussagekräftigsten sind die Fotos, wenn sie aus der Hocke aufgenommen werden und etwa ein Zollstock die Tiefe des Schlaglochs dokumentiert.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

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