CNV Medien

Der Alfstedter Buchautor Hans-Hinrich Kahrs, der viele Jahre lang am Hemmoorer Gymnasium unterrichtet hat, verfasste das neue Buch „De Zementpacker“. Bei der Präsentation waren auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler vertreten, die eine Geschichte über den Zementpacker vortrugen - op Platt. Foto: Schröder
Der Alfstedter Buchautor Hans-Hinrich Kahrs, der viele Jahre lang am Hemmoorer Gymnasium unterrichtet hat, verfasste das neue Buch „De Zementpacker“. Bei der Präsentation waren auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler vertreten, die eine Geschichte über den Zementpacker vortrugen - op Platt. Foto: Schröder
Ob "Fischfrau" oder "Utröper"

Künstler aus Hemmoor hat viele Dörfer und Städte mit seinen Werken geprägt

von Egbert Schröder | 04.11.2026

Viele werden ihn nicht gekannt haben; seine Werke aber schon: Jetzt ist ein Buch über den Hemmoorer Künstler Frijo Müller-Belecke erschienen - und das sogar "zweisprachig".

Im Atelier des Hemmoorers Frijo Müller-Belecke entstanden zahlreiche Kunstwerke, zu denen auch die Statue von Lucas Cranach in der Lutherstadt Wittenberg zählt. Foto: CNV-Archiv
Das Deichbauer-Denkmal in Otterndorf schuf ebenfalls der Hemmoorer Frijo Müller-Belecke. Foto: CNV-Archiv
Greta Lange von den "Plattrebellen" beeindruckte bei der Buchvorstellung mit ihren Gesangseinlagen. Foto: Schröder

Seine Kunstwerke sind ortsbildprägend - ob in Hemmoor, Otterndorf, Cuxhaven, Stade, Verden oder Wittenberg. Der 2008 verstorbene Hemmoorer Frijo Müller-Belecke hat viele sichtbare Spuren hinterlassen. Jetzt haben ihm der Autor Hans-Hinrich Kahrs (Alfstedt) und der Landschaftsverband Stade selbst ein Denkmal gesetzt: In dieser Woche ist das auf Platt- und Hochdeutsch verfasste Buch "De Zementpacker" erschienen.

Dass die Präsentation gerade in der Aula des Hemmoorer Gymnasiums stattfand, war kein Zufall, sondern naheliegend. Müller-Belecke und auch Kahrs hatten schließlich dort viele Jahre lang unterrichtet. Müller-Belecke war unter anderem als Kunsterzieher mit dem Werkunterricht beschäftigt. Kahrs erweiterte neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Lehrer später das Angebot des Gymnasiums um die Plattdeutsch-Klassen und ist ein bundesweit anerkannter "Platt"-Experte.

Der Zementpacker - erst weg, jetzt wieder da

Auf Hoch- und Plattdeutsch würdigen er und weitere Autoren in eindrucksvoller Weise seinen ehemaligen Kollegen und dessen Werke im Buch "De Zementpacker". Der Titel bezieht sich auf eine Skulptur, die ursprünglich auf dem Gelände des Zementmuseums an der B 73 in Hemmoor stand, dann aber 2003 von Metalldieben gestohlen worden war und später in Einzelteilen auf einem Bremer Recyclinghof entdeckt und durch die Initiative der Archiv-Gruppe des Geschichts- und Heimatvereins wieder zusammengesetzt wurde. Heute steht die Statue wieder; direkt am Hemmoorer Rathaus. Ein weiteres Kunstwerk ("Die Reisenden") wird im nächsten Jahr am Hemmoorer Bahnhof in Müller-Beleckes Heimatstadt aufgestellt (wir berichteten).

Andere Objekte sind insbesondere im Elbe-Weser-Raum zu entdecken. Dazu zählen unter anderem die "Fischfrau" in Stade, der "Fährmann" in Wischhafen, "Bauer und Kalb" in Cadenberge, "Isern Hinnerk" in Horneburg oder auch der "Stadtbrunnen" in Schneverdingen, der "Vogelflug" in Cuxhaven und auch das "Deister"-Denkmal in Osterbruch.

Es geht nicht nur um eine Dokumentation

Diesen Kunstobjekten und auch dem Menschen und Künstler Frijo Müller-Belecke ist das nun erschienene Buch "De Zementpacker" gewidmet. Hans-Eckhard Dannenberg (Landschaftsverband Stade), Hans-Hinrich Kahrs, aber auch Hartmut Arbatzat als ehemaliger Schüler skizzierten wichtige Stationen im Leben des Hemmoorer Künstlers, der mehrere Jahre lang übrigens auch in Kolumbien unterrichtete. 1986 ließ er sich dann ohne Bezüge als Kunsterzieher vom Schuldienst beurlauben, um sich auf die Kunst und seine Familie zu konzentrieren.

Bei der Vorstellung, an der auch Müller-Beleckes Frau Susanne teilnahm, wurde deutlich, dass es sich nicht nur um eine reine Dokumentation der Kunstwerke handelt, sondern um eine hoch- und plattdeutsche Beschreibung dessen, was Müller-Belecke in seinen Objekten ausdrücken wollte. Ihm - so Hans-Hinrich Kahrs - sei es um eine "Kunst zum Anfassen" gegangen. In den Wortbeiträgen wurde deutlich, dass der Hemmoorer eine ganz eigene und unverkennbare "Handschrift" entwickelt habe, die unverkennbar sei.

Müller-Belecke hätte sich wahrscheinlich gefreut über die Präsentation des Buches "De Zementpacker". Statt langer Reden sangen und erzählten Schülerinnen und Schüler "op Platt" über die schwere Arbeit eines Zementpackers oder präsentierten in Sportsmanier ihre Interpretation von "Barrenturner" - ein Kunstobjekt, das seit 1964 am Gymnasium Warstade zu sehen ist und von Müller-Belecke stammt. 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Egbert Schröder
Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Probleme am Dienstag

Verspätungen, fehlende Informationen: Ärger über Bahn-Fahrt von Hamburg nach Cuxhaven

Ein Beschluss sorgt für Kritik

Politischer Neustart in Land Hadeln: Wer im Samtgemeinderat jetzt das Sagen hat

Landwirtschaft

Infoveranstaltung in Geestland: Biosicherheit in der Rinderhaltung ab 2027

Polizei klärt auf

Entwarnung nach "Mitschnacker"-Alarm in Schiffdorf: Was wohl wirklich dahintersteckte