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Auch der Landkreis Cuxhaven und CNV‑Medien reagierten auf die kritische Sicherheitslücke. Foto: Rob Engelaar/dpa
Auch der Landkreis Cuxhaven und CNV‑Medien reagierten auf die kritische Sicherheitslücke. Foto: Rob Engelaar/dpa
Behörden und Unternehmen reagierten

Nach weltweiter PHP-Sicherheitswarnung: So wurden Systeme im Kreis Cuxhaven geschützt

von Tamina Francke | 22.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 22.10.2026 18:44 Uhr

Eine Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP hat am Mittwoch zahlreiche Internetangebote beeinträchtigt. Auch im Kreis Cuxhaven wurden Webseiten und Server vorsorglich abgeschaltet. Welche Maßnahmen waren notwendig, um die Systeme zu schützen?

Wer ab Mittwochnachmittag (21. Oktober 2026) verschiedene Internetseiten aufrufen wollte, bekam teilweise nur eine Fehlermeldung angezeigt. Auch der Landkreis Cuxhaven nahm seine Website vorsorglich vom Netz. Betroffen waren darüber hinaus unter anderem die Internetangebote des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), der Deutschen See, der Stadt Bremerhaven sowie der Bundesländer Niedersachsen und Bremen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte vor möglichen Cyberangriffen gewarnt und Betreibern empfohlen, betroffene Systeme umgehend zu aktualisieren oder vorübergehend abzuschalten.

So reagierte die CNV auf die Sicherheitslücke

Auch CNV-Medien schaltete am Mittwoch vorsorglich seinen Anmeldeserver ab. Wie Technikleiter Marten Schruteck und IT-Chef Andy Wernlein erläutern, prüfte die IT-Abteilung zunächst, welche PHP-Versionen betroffen waren und auf welchen eigenen Servern sie eingesetzt wurden. Parallel recherchierten die Verantwortlichen nach verfügbaren Sicherheitsupdates und nahmen gefährdete Systeme vorübergehend vom Netz. Damit sollte verhindert werden, dass Angreifer Schadsoftware einschleusen oder im schlimmsten Fall sensible Kundendaten abgreifen können.

Da durch die Abschaltung weder die Anmeldung noch die Überprüfung bestehender Abonnements möglich war, entschied sich unser Medienhaus kurzfristig, die Bezahlschranke für Plus-Artikel aufzuheben und das E-Paper vorübergehend frei zugänglich zu machen.

Vor der Wiederinbetriebnahme installierte die IT-Abteilung die erforderlichen Sicherheitsupdates. Seit Donnerstagmittag (22. Oktober 2026) stehen alle Funktionen auf cnv-medien.de wieder wie gewohnt zur Verfügung.

CNV-Geschäftsführer Ralf Drossner dazu: "Die Sicherheit der Daten unserer Leserinnen und Leser sowie unserer Abonnenten hat für uns oberste Priorität. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, vorsorglich einzelne Systeme abzuschalten, auch wenn dies vorübergehend Einschränkungen mit sich brachte. Dass unsere digitalen Inhalte dadurch zeitweise kostenlos zugänglich waren, haben wir im Interesse der Datensicherheit in Kauf genommen. Der Vorfall zeigt, wie wichtig eine leistungsfähige IT und schnelle, verantwortungsvolle Entscheidungen für ein modernes Medienhaus sind. Mein besonderer Dank gilt unserem IT-Team, das mit großem Einsatz dafür gesorgt hat, dass unsere Angebote schnellstmöglich wieder uneingeschränkt zur Verfügung standen."

Nach der PHP-Sicherheitswarnung mussten IT-Abteilungen kurzfristig reagieren und betroffene Systeme absichern. Foto: Nicolas Armer/dpa

Auf cnv-medien.de wollte die CN/NEZ-Redaktion am Donnerstag von den Usern wissen, wie sicher sie sich noch im Internet vor dem Hintergrund von wiederkehrenden Hackerangriffen und Datenklau-Attacken fühlen. Denn Cyberangriffe und Sicherheitslücken können Unternehmen, Behörden und Privatpersonen treffen. Daher lautete die Frage: "Wie groß ist Ihre Sorge, dass Ihre persönlichen Daten durch Hackerangriffe oder Sicherheitslücken in falsche Hände geraten?" Bis Donnerstagabend (Stand: 18.30 Uhr) stimmten die Teilnehmer wie folgt ab (Teilnahme an der Umfrage am Ende des Artikels bis Sonntagmittag, 25. Oktober 2026, möglich):

  • 23 %: "Sehr groß, ich mache mir ernsthafte Sorgen um meine Daten."
  • 44 %: "Eher groß, ich zweifle häufig an der Sicherheit digitaler Angebote."
  • 14 %: "Eher gering, ich vertraue überwiegend auf die Schutzmaßnahmen der Anbieter."
  • 19 %: "Gar nicht, ich mache mir darüber keine Sorgen."
23 Prozent der User von CNV-Medien machen sich ernsthafte Sorgen um ihre Daten im Internet (Stand: 22. Oktober 2026, 18.30 Uhr). Foto: Daniel Naupol/dpa

Landkreis Cuxhaven reagierte frühzeitig

Auch die Kreisverwaltung Cuxhaven gehörte zu den Einrichtungen, die am Mittwoch vorsorgliche Schutzmaßnahmen ergriffen. Wie Felix Miertsch, Bereichsleiter IT beim Landkreis Cuxhaven, erklärt, erhielt die Verwaltung nahezu zeitgleich über mehrere Informationsquellen Hinweise auf die Sicherheitslücke und deren Gefährdungspotenzial. Dazu gehörten unter anderem das BSI und das niedersächsische Computer Emergency Response Team (N-CERT).

Konkrete Hinweise auf einen Angriff oder eine unmittelbare Gefährdung der eigenen Systeme gab es laut Miertsch nicht. Da PHP jedoch in zahlreichen Webanwendungen eingesetzt wird, bestand ein grundsätzliches Risiko. Die Kreisverwaltung entschied deshalb, sämtliche betroffenen Dienste vorsorglich abzuschalten. Der reguläre Verwaltungsbetrieb blieb davon unberührt. Für Bürgerinnen und Bürger waren allerdings vorübergehend sämtliche externen Webseiten des Landkreises einschließlich der Online-Dienstleistungen nicht erreichbar.

Nach knapp zwei Stunden war der Großteil der Dienste wieder online. Nachdem die Anbieter entsprechende Sicherheitsupdates bereitgestellt hatten, wurden diese installiert. Seit Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr sind laut Miertsch alle Webseiten und Online-Dienste des Landkreises wieder vollständig verfügbar.

Auch Kliniken und Universitäten betroffen

Die Auswirkungen reichten weit über die Region hinaus. Nach Angaben des SWR nahmen unter anderem die Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg und Mannheim ihre Webseiten vorsorglich vom Netz. Auch die Universität Freiburg und die Berliner Charité schalteten verschiedene Online-Angebote und Dienste ab.

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Tamina Francke

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tfrancke@no-spamcuxonline.de

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