Schwierige Finanzsituation in Neuhaus (Oste) - und "keine Aussicht auf Besserung"
Die Gemeinde Neuhaus (Oste) kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten und sieht kaum Hoffnung auf Besserung. Trotz der Herausforderungen zeigt sich das Interesse an lokalen Projekten wie dem ehemaligen Kinderheim unverändert.
Die 10. Sitzung des Gemeinderats in Neuhaus (Oste) im Historischen Kornspeicher am Donnerstag (3. April 2025) brachte keine neuen Erkenntnisse. Von einer "schwierigen Finanzsituation" sprach Holger von der Lieth von der Kämmerei der Samtgemeinde Land Hadeln.
Von "wichtigen Angelegenheiten" habe er nicht zu berichten, leitete Bürgermeister Udo Miertsch die Sitzung ein. Ein Gespräch über den Ausbau der Ostlandstraße sei geführt worden, so Miertsch und ein Ergebnis stehe kurz bevor. Die Information des Bürgermeisters, dass eine Genossenschaft Interesse an dem ehemaligen Kinderheim bekundet und auch hier ein erstes Gespräch stattgefunden habe, stieß auf positive Resonanz der Ratsmitglieder und der weiteren Zuhörer. "Es werden Verhandlungen geführt", schilderte Udo Miertsch, "das hört sich sehr positiv an."
"Schwierig, in Neuhaus neue Erträge zu finden"
Weniger positiv waren die Ausführungen von Holger von der Lieth von der Kämmerei der Samtgemeinde Land Hadeln, der im Detail über die finanzielle Situation im Flecken Neuhaus (Oste) berichtete. "Wir hatten die Hoffnung, dass die EEG-Umlage uns helfen würde", so Holger von der Lieth. Der Aussage zur "schwierigen Finanzsituation" fügte er fast schon resignierend hinzu: "Ich sehe auch keine Aussicht auf Besserung." Und weiter: "Es ist schwierig, in Neuhaus neue Erträge zu finden", stellte von der Lieth fest. Udo Miertsch pflichtete ihm bei: "Sparen können wir bald nicht mehr, ich wüsste auch nicht, wo."

Ausgiebig und vor allem kontrovers wurde im Folgenden das Haushaltssicherungskonzept (HSK) für das Haushaltsjahr 2025 diskutiert. Als Maßnahmen sind unter anderem vorgesehen, dass zur Senkung der Unterhaltungskosten das Ehrenamt weiterhin verstärkt in Anspruch genommen werden soll. Geteilter Meinung waren die Ratsmitglieder bei der zum 1. Januar des kommenden Jahres geplanten Einführung einer Zweitwohnungssteuer. Auch die aktuelle Erneuerung des Daches des Hafenmeistergebäudes mit Kosten in Höhe von 22.000 Euro und dort künftig weitere Unterhaltungsmaßnahmen, wie der Erneuerung der Sanitäranlagen, gab Anlass für weitere Gespräche im Rat. Die Idee, eine Schenkung des Gebäudes an den Seglerverein vorzunehmen, fand einige Ablehnung.
"Ausgewiesener Fehlbetrag von 38.000 Euro"
Die Abstimmung zum HSK hatte dann auch zwei Enthaltungen und eine Gegenstimme zur Folge. Einen "ausgewiesenen Fehlbetrag von 38.000 Euro" wusste Holger von der Lieth zur Haushaltslage zu berichten, was bei der folgenden Abstimmung zum Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2025 mit einer Enthaltung und einer Gegenstimme quittiert wurde.
Beim Punkt "Anregungen" kam vonseiten eines Ratsmitglieds der Vorschlag, dass es "in der Bahnhofstraße ein Parkverbot" geben solle. Die Einwohnerfragestunde hatte einen bunten Mix zu bieten, unter anderem wollte ein Bürger wissen, ob die Treppe an der Brücke zur B73 instand gesetzt werden soll. Nichts sei aktuell geplant, entgegnete Udo Miertsch, der die grundsätzliche Frage aufwarf, ob sich eine Sanierung überhaupt noch lohne.
Von Arno Grewe
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