Bärbel-Fest im historischen Hafen in Neuhaus zeigt rund 100 Jahre alte Barkasse
Beim Bärbel-Fest in Neuhaus stand eine rund 100 Jahre alte Barkasse im Mittelpunkt. Besucher nutzten Fahrten auf der Oste, während Oldtimer, Kulinarik und Familienangebote für zusätzlichen Andrang im Hafen sorgten.
Bei sonnigem Wetter wurde der historische Hafen von Neuhaus am Sonnabend (2. Mai 2026) zum Schauplatz des Bärbel-Festes, zu dem die Barkassengemeinschaft Neuhaus/Oste eingeladen hatte.
Im Mittelpunkt stand die historische Hafenbarkasse "Bärbel". Das Schiff wurde vermutlich Ende der 1920er Jahre gebaut. Angaben zur Werft und zum ersten Eigner sind nicht eindeutig belegt.
Der Dieselmotor der Barkasse wurde am 18. Juni 1935 auf der Werft in Billwerder/Allermöhe bei Hamburg eingebaut. Es handelt sich um einen dreizylindrigen Viertakt-Schiffsdiesel vom Typ Jastram KGR3 mit rund 50 PS.

Aufwendiger Motorstart
Der Motor wird nicht elektronisch gestartet, sondern mittels Druckluft. Vor dem Start werden die Zylinder per Hand in die richtige Position gebracht, Ventile geölt und Einstellungen überprüft. Erst danach wird Druckluft eingesetzt, um den Motor in Gang zu setzen. Nach Angaben der Barkassengemeinschaft dauert es etwa zehn bis 15 Minuten, bis der Motor betriebsbereit ist.
In den Jahren von 1941 bis 1944 wurde die Barkasse von der Kriegsmarine betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm 1947 die Reederei Lüdgens & Reimers das Schiff.
Im Jahr 1950 kaufte dann der Neuhauser Werftbetreiber Peter Unruh die Barkasse in Hamburg und setzte sie im eigenen Betrieb ein. Den Namen "Bärbel" erhielt das Schiff nach seiner Tochter.
Seit 1992 befindet sich die Barkasse im Besitz der Barkassengemeinschaft Neuhaus (Oste) und liegt im historischen Hafen von Neuhaus.

Sanierung und Auszeichnung
Zwischen Herbst 2009 und Frühjahr 2012 wurde die "Bärbel" umfassend saniert. Seitdem erfolgen kontinuierlich weitere Instandhaltungsarbeiten. Für ihr Engagement wurde die Barkassengemeinschaft im Jahr 2012 mit dem "Goldenen Hecht" der AG Osteland ausgezeichnet.
Im Rahmen des Festes wurden Gästefahrten auf der Oste angeboten. Die Fahrten begannen ab etwa 13.30 Uhr und waren abhängig von den Gezeiten. Eine Fahrt dauerte rund 20 Minuten.

Bei den sommerlichen Temperaturen kam es zu einem hohen Besucheraufkommen und für die Fahrten bildeten sich sogar Warteschlangen am Anleger.
Die Wartezeit ließ sich mit dem weiteren Rahmenprogramm versüßen. Dazu gehörten Brathering, ein Wagyu-Foodtruck sowie auch ein Kuchenbuffet.
Für Kinder stand eine Hüpfburg zur Verfügung. Zusätzlich wurde eine Oldtimer-Show mit Pkw, Motorrädern und Traktoren präsentiert.
