Weitere Defis für das Cuxland
Vor einem Monat berichtete unsere Redaktion über das noch löchrige Netz an lebensrettenden Defibrillatoren im Cuxland. Inzwischen hat sich insbesondere bei den "Defis" in der Samtgemeinde Land Hadeln durch ehrenamtliches Engagement einiges getan.
"Wenn ein Stromstoß Menschen rettet" - so war der Artikel betitelt, in dem es um die Probleme geht, im Notfall auf einen "Automatisierten externen Defibrillator" (AED) zurückgreifen zu können. Ein solches Hightech-Gerät kann und soll ausdrücklich auch von Laien eingesetzt werden, wenn bei einer Person lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten, da das Herz nicht mehr ausreichend pumpt und der Körper zu wenig Sauerstoff erhält. Per Defi, der die Herzrhythmusstörungen über Elektroden erkennt, kann das Herz wieder über dosierte Stromstöße in den "Takt" gebracht werden.
Doch es gibt zwei logistische Probleme. So stehen viel zu wenige Geräte in erreichbarer Nähe zur Verfügung oder sie befinden sich im Innenbereich von Gebäuden, die vor oder nach Geschäftsschluss nicht betreten werden können. Für Wolfgang Steiner, der beim hiesigen DRK der Experte für Defibrillatoren ist und der Vereine, Kommunen und Initiativen bei der Anschaffung eines solchen Gerätes berät, ist das "nicht ideal". Besser seien natürlich Standorte, an denen die Defis jederzeit erreichbar seien; also im Außenbereich.
Zwei solcher Geräte sind seit Ende Januar auch in Neuhaus durch eine gemeinsame Aktion verfügbar. Das DRK, der Verein "Bunter Flecken", die Sparkasse sowie Privatpersonen hatten genügend Geld gesammelt und dann mit Unterstützung von Wolfgang Steier zwei passende Geräte erworben, die sie der Bevölkerung am Hafenschuppen und bei der Firma "Ulex" zur Verfügung stellen, falls es zu einem Notfall kommt. Die Wartungskosten übernimmt die Samtgemeinde.
Ausgelöst durch den Zeitungsbericht gab es zudem eine weitere Initiative in der Samtgemeinde Land Hadeln. So war in Wingst-Grift nach Informationen unseres Lesers Martin Lamke, der den Verein "Rund um die Wingst" leitet, spontan ein erfolgreicher "Bürgeraufruf" für eine Spendensammlung gestartet worden, damit auch dort unter der Vermittlung von Wolfgang Steinauer ein Defi installiert werden kann. Rund 2000 Euro seien dabei zusammengekommen. Nach Steiners Angaben habe man inzwischen ein modernes Modell ausgesucht: "Der Defibrillator soll in den nächsten Tagen am Schützenhaus in Grift installiert werden", sagte er auf Anfrage unserer Redaktion. Nach Lamkes Angaben wird es auch noch einen Termin geben, bei dem der DRK-Experte den Laien den Umgang mit dem Defi erläutert. (es)