Tagelang auf dem Deichbrand unterwegs: Das sind die Tops und Flops der Redaktion
Tagelang waren die Reporter von CNV-Medien und der Nordsee-Zeitung auf dem Deichbrand-Gelände unterwegs. Zwischen Konzerten, Campingplätzen und Festivalstimmung haben sie viele Eindrücke gesammelt. Zum Abschluss des Wochenendes ziehen sie Bilanz.
Die Tops und Flops von Philipp Overschmidt
Top: Mein absolutes Top-Highlight sind die Jungs vom Bierlaster auf dem Womo South. Die Truppe aus den Kreisen Aurich und Cloppenburg hat ein Camp der Superlative geschaffen. Sie sind bereits Kult auf dem Kult-Festival und feiern dort alljährlich ein Weinfest. In diesem Jahr gab es einen großartigen Auftritt: DJ Beauty & the Beats brachte die Massen vor dem Bierlaster zum Kochen. Am Vorabend hatte der Musiker noch vor zehntausenden Menschen gespielt.
Flop: Eigentlich ist das bargeldlose Bezahlen per Chip auf dem Deichbrand 2026 eine gute Sache - schnell, einfach, unkompliziert. In Gesprächen mit Festival-Gastronomen ist mir dann aber doch ein Flop aufgefallen: Die Menschen an den Essensständen bekommen kaum noch Trinkgeld. Während früher kleine Schälchen dazu einluden, das Kleingeld dort zu hinterlassen, bleibt die Theke nun leer. Dass bei den Bierpreisen mit 6,99 Euro - ähnlich wie bei den Spritpreisen - auf psychologische Preisgestaltung gesetzt wird und nicht einfach 7 Euro verlangt werden, ist ebenfalls ein Unding.

Die Tops und Flops von Bengta Brettschneider
Top: Mein persönliches Highlight war die Schnitzel-Box. Nach einem langen Festival-Tag war die Portion perfekt und hat neue Kräfte freigesetzt. Pluspunkt: Die Box war auch als vegane Version zu haben.
Flop: Sand und Dreck. Die kleinen Krümel sind in jede Pore gekrochen, haben sich über die Laptop-Tastatur gelegt und in die Ohren. Ultra Minuspunkt: Der Schlamm vom Sonntag war dann noch schlimmer.

Die Tops und Flops von Feenke Hornbostel
Top: Alexander Marcus live ist einfach legendär. Als er die Bühne betreten hat, war die Stimmung sofort mega. Ein lange ersehnter Traum von mir ist endlich in Erfüllung gegangen.
Flop: Der Weg vom Crew-Parkplatz zum Pressezelt war extrem lang, was sehr viel Zeit gekostet hat. Gerade wenn man viel auf dem Zettel hatte oder es eilig hatte, war das sehr nervig.

Die Tops und Flops von Joscha Kuczorra
Top: Was die Band Scooter mit Frontmann H. P. Baxxter in der Nacht zu Sonnabend eineinhalb Stunden lang abgerissen hat, war einfach Wahnsinn. Die Musik kann man mögen oder nicht. Fest steht: Wer vor der Bühne steht, springt fast ausnahmslos mit, wenn der 62-Jährige "Hyper Hyper" oder "Wicked" ins Mikro ruft und von einer Seite der Bühne zur anderen rennt. Der Auftritt stand dem Spektakel beim Deichbrand 2024 in nichts nach.
Flop: An sämtlichen Eingängen auf dem Festival-Gelände waren die Security-Mitarbeiter zwar präsent, bei Fragen nach dem Weg zu bestimmten Orten aber meist keine große Hilfe. Die Antwort lautete häufig, man stehe nur am Ein- oder Ausgang und kontrolliere, wer durchgehe. Vom Festivalgelände selbst hatten viele offenbar wenig Ahnung. Klar, niemand kann jeden Winkel kennen. Eine kurze Schulung und etwas mehr Ortskenntnis auf dem Gelände wären dennoch wünschenswert.

Die Tops und Flops von Märthe Werder
Top: Mein persönliches Highlight war das Interview mit Raum27. Für mich war es zum ersten Mal die Möglichkeit, mit Künstlern persönlich zu sprechen. Tristan und Mathis waren super sympathisch und haben unsere Fragen ausführlich beantwortet.
Flop: Für mich hat der Wetterumschwung sehr auf die Stimmung gedrückt. Schön mit Sonne gestartet, ist es ab Sonnabend leider kälter und windig geworden. Der Matsch am Sonntag hat mir dann den Rest gegeben.

Die Tops und Flops von Marie Petersen
Top: Das DJ-Duo Drunken Masters hat es einfach drauf. Die Stimmung auf dem prall gefüllten Infield war bombastisch. Nachdem sie im letzten Jahr das Frühsport-Special übernehmen durften, haben sie in diesem Jahr zusammen mit den Fans die Nacht zum Tag gemacht. Mein Fazit: nachts gefallen sie mir sogar noch besser. Das Konzert verlässt man nicht ohne Partystimmung.
Flop: Die Wegführung zum Womo Watt war bis Samstag unnötig kompliziert. 2018 war ich das erste Mal auf dem Camp, auch weil der Weg zum Infield besonders kurz war. In diesem Jahr war dann nicht nur ein Camp dazwischen, sondern die Durchgänge auch so weit hinten, dass ich genauso gut auf fast jedem anderen Platz hätte campen können.

Tops und Flops von Tamina Francke
Top: Menschen reagieren auf Veränderungen bekanntlich gerne skeptisch, mich eingeschlossen. Entsprechend gespannt war ich auf das neue Cashless-System auf dem Deichbrand. Nach dem Wochenende fällt das Fazit aber eindeutig aus: Das bargeldlose Bezahlen hat sich bewährt. Drinks, Essen und Merchandise gab es innerhalb weniger Sekunden. Niemand musste mehr nach Bargeld suchen oder auf Wechselgeld warten. Gerade bei einem Festival mit 60.000 Besucherinnen und Besuchern sorgt das für deutlich entspanntere Abläufe.
Flop: Natürlich können die Veranstalter aus Sicherheitsgründen nicht unbegrenzt Leute in eine bereits ausgelastete Area lassen. Dennoch sorgte der Einlassstopp bei den ElecTrees während des Auftritts von Paracek am Freitagabend bei einigen Festivalgästen für Enttäuschung. Vielleicht hatte man gehofft, dass sich der Andrang angesichts der parallel laufenden Auftritte von Headlinern wie Marteria und Scooter stärker verteilen würde. In den sozialen Medien berichteten viele Fans jedoch, dass sie den Auftritt des DJs leider verpassen mussten. Die große Nachfrage zeigt, welchen Stellenwert die ElecTrees-Area inzwischen für viele Deichbrand-Besucher hat.

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