Keine neue Amtszeit als Bürgermeister in Osten: Nach 25 Jahren soll Schluss sein
Carsten Hubert (CDU) ist seit einem Vierteljahrhundert Bürgermeister in Osten. Doch im September soll es einen Wechsel geben. Aber warum will der Christdemokrat nicht erneut antreten? Und was plant er kommunalpolitisch?
Carsten Hubert feiert Jubiläum: Er steht seit 25 Jahren als Bürgermeister an der Spitze des Ostener Rates. Eine weitere Wahlperiode dürfte wohl nicht hinzukommen, auch wenn die CDU wieder die Mehrheit bei der Kommunalwahl im September erhalten sollte. Der 65-Jährige will sich zwar nicht völlig aus der Politik zurückziehen, aber von dem Bürgermeisterposten schon.
Seit mehr als fünf Jahrzehnten hat die CDU die Mehrheit im Rat; seit 1972 gab es nur zwei Bürgermeister in der Oste-Gemeinde: Siegfried Wichmann (von 1972 bis 2001) und eben dessen Nachfolger Carsten Hubert (seit 2001). "Siegfried Wichmann hat mich auch für die Kommunalpolitik begeistert", sagt Hubert rückblickend, der 1986 erstmals in den Rat gewählt worden war.
"Gestaltungswillen" einbringen
Was ihn an der Tätigkeit als ehrenamtlicher Bürgermeister fasziniert? Die Antwort ist eindeutig: Man habe in diesem Amt die Chance, sich mit seinem Gestaltungswillen im Heimatort einzubringen und die Dorfentwicklung voranzutreiben. Natürlich habe es in seiner Zeit als Bürgermeister nicht nur erfreuliche Erfahrungen und Ereignisse gegeben, doch er ziehe ganz persönlich eine positive Bilanz.
Mit dieser Bilanz waren offensichtlich auch die Ostener in den vergangenen Jahren zufrieden. So holte er zum Beispiel bei der Wahl 2016 mit Abstand das beste Ergebnis aller Kandidaten (536 Stimmen). Zum Vergleich: Die drei Ratsmitglieder der SPD kamen zusammen auf 518 Stimmen. Ein ähnliches Bild gab es auch 2021. Auch bei dieser Wahl setzte sich Huberts CDU deutlich durch (sieben Ratsmandate). Die SPD kommt aktuell auf drei Sitze. Im November 2021 wurde Hubert vom Rat für eine weitere Amtszeit bestätigt - und zwar einstimmig.
Keine erneute Kehrtwende geplant
Dabei wollte er eigentlich nach gesundheitlichen Problemen bei der Wahl vor fünf Jahren gar nicht mehr antreten. 2018 sprach er von einem "Schuss vor den Bug", den er erhalten habe. Doch dann überlegte er es sich anders und kandidierte erneut. Eine solche Kehrtwende - so erklärte es Hubert am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion - werde es jetzt jedoch nicht geben: "Gesundheitlich geht es mir gut. Aber ich finde: Nach 25 Jahren müssen auch mal andere ran. Wenn's am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören."
Nach Informationen unserer Redaktion steht noch nicht fest, wer gute Chancen hätte, bei der Wahl die CDU-Liste anzuführen. Außerdem steht die Frage im Raum, ob man in Osten nicht der Vorgehensweise in anderen Kommunen folgt und vielleicht eine gemeinsame "Bürgerliste" aufstellt.
Einen kompletten Rückzug aus der Kommunalpolitik wird es für Hubert übrigens nicht geben: "Ich kann nicht von hundert auf null herunterschalten." Daher möchte er sich auf Samtgemeindeebene weiterhin in die Ratsarbeit einbringen: "Ambitioniert genug bin ich auf jeden Fall noch."