Solarzukunft in Osterbruch: Auf einer 22 Hektar großen Fläche soll ein neuer Solarpark entstehen, der klimafreundlichen Strom für die Region liefert. Foto: Pleul/dpa
Solarzukunft in Osterbruch: Auf einer 22 Hektar großen Fläche soll ein neuer Solarpark entstehen, der klimafreundlichen Strom für die Region liefert. Foto: Pleul/dpa
Photovoltaik-Anlage

Sonne für Osterbruch: Heimkehrerin initiiert Millionenprojekt in Nubhusen

von Christian Mangels | 18.03.2026

Die Verbindung zur Heimat ist geblieben: Renate Leonhäuser, aufgewachsen in Osterbruch und heute in Stuttgart ansässig, treibt in ihrem Heimatdorf ein Solarprojekt voran, das auf einer 22 Hektar großen Fläche in Nubusen entstehen soll.

36 Jahre sind vergangen, seit Renate Leonhäuser, geborene Mohr, Osterbruch den Rücken kehrte, um im Süden der Republik ihr Glück zu finden. Jetzt kehrt sie mit einem besonderen Projekt zurück: Im Osterbrucher Ortsteil Nubhusen, nahe des Hadelner Kanals, will die Beraterin mit ihren Partnern auf eigener Fläche einen Solarpark errichten.

Die Idee ist nicht ganz neu: Schon vor einigen Jahren brachte die Wahl-Stuttgarterin Pläne für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf den Weg und schloss dazu einen Vorvertrag mit einer Projektgesellschaft. "Doch da ging einfach nichts voran", berichtet Renate Leonhäuser. Vor eineinhalb Jahren zog sie die Reißleine und entschied sich, den Solarpark mit Unterstützung von Partnern selbst umzusetzen.

Am Dienstag (17. März) gewährten Renate Leonhäuser und ihr Team im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Osterbrucher Dorfgemeinschaftshaus Einblicke in ihr Projekt. Neben Renate Leonhäuser gehören ihr Mann, der Unternehmer Jens Leonhäuser, sowie Stefan Küver und Heike Schwichow zur neu gegründeten Osterbruch Solar GbR. Die beteiligten Familien bringen sowohl lokale Verwurzelung als auch umfangreiche Erfahrung im Bereich erneuerbarer Energien mit. Auch der Gemeinderat steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. Die EE-Plan GmbH aus Cuxhaven wurde als Planungsbüro beauftragt.

Sie schieben die Pläne für einen Solarpark in Osterbruch-Nubhusen an (v.l.n.r.): Stefan Küver, Renate Leonhäuser, Heike Schwichow und Jens Leonhäuser. Foto: Mangels

Stefan Küver, Geschäftsführer des Windparks Neuenkirchen, präsentierte das Projekt und ging auf die Fragen der Teilnehmenden ein. Entstehen soll der Solarpark auf einer rund 22 Hektar großen Fläche (das sind umgerechnet 31 Fußballfelder) östlich des Hadelner Kanals. Das Gelände wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Dort sollen Solarmodule in südlicher Ausrichtung installiert werden, um eine möglichst hohe Energieausbeute zu erzielen. Zur Einbindung in die Landschaft ist eine Eingrünung vorgesehen. Zudem wird die Anlage eingezäunt, wobei die Durchlässigkeit für Kleintiere erhalten bleiben soll.

Geplante Leistung liegt bei 20 bis 25 Megawattpeak

Technisch ist der Solarpark nach den Plänen der Osterbruch Solar GbR mit Modultischen mit einer maximalen Bauhöhe von 3,50 Metern, mehreren Trafostationen und Batteriespeichern ausgestattet. Die geplante Leistung liegt bei etwa 20 bis 25 Megawattpeak. Damit könnte die Anlage einen erheblichen Beitrag zur Versorgung mit klimafreundlichem Strom leisten.

Aus naturschutzfachlicher Sicht gilt die Fläche laut Küver als vergleichsweise unproblematisch. Untersuchungen zu Brut- und Rastvögeln seien bereits durchgeführt worden. "Wir gehen davon aus, dass sich die Artenvielfalt auf der Fläche langfristig sogar verbessern kann", erklärte Stefan Küver. Gleichzeitig bleibt der Boden wasserdurchlässig, und wichtige Schutzabstände zu Gewässern werden eingehalten.

Der weitere Zeitplan sieht zunächst umfangreiche Gutachten und das Bebauungsplanverfahren im Jahr 2026 vor. Dabei sollen sowohl die Öffentlichkeit als auch verschiedene Fachbehörden beteiligt werden. Wenn alle Genehmigungen erteilt werden, könnte der Bau 2027 beginnen. Die Inbetriebnahme des Solarparks ist für das Jahr 2028 vorgesehen.

Zur Präsentation gab es von den Zuhörern viele Nachfragen, unter anderem zu einer möglichen Bürgerbeteiligung und zum geplanten Anschluss an das Umspannwerk in Otterndorf. Einige Anwohner äußerten Bedenken, dass der Solarpark das Landschaftsbild stark verändern könnte. Weitere Fragen drehten sich um Naturschutz und die Geräuschkulisse des geplanten Solarparks. Die Projektverantwortlichen versicherten, alle Bedenken ernst zu nehmen und fortlaufend über den Fortschritt zu berichten.

Renate Leonhäuser, aufgewachsen in Osterbruch und heute in Stuttgart ansässig, will mit ihren Partnern in Nubhusen einen Solarpark bauen. Foto: Mangels

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Christian Mangels

Redakteur
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