Wahlkampf in Otterndorf: Jan-Christoph Oetjen (FDP) verurteilt Angriffe auf Politiker
Knapp ein Moment vor der Europa-Wahl holt sich die Otterndorfer FDP Wahlkampf-Verstärkung in die Medemstadt: Jan-Christoph Oetjen, Vizepräsident des Europäischen Parlamentes, warb am Freitag auf dem Wochenmarkt um Unterstützung.
Er kommt vom Bauernhof, war bis 2019 im niedersächsischen Landtag und hat sich dort unter anderem ums Thema Landwirtschaft gekümmert. Seit fünf Jahren gehört Oetjen dem EU-Parlament an und wurde 2024 Vizepräsident. Der 46-Jährige aus Rotenburg (Wümme) sitzt im Ausschuss für Verkehr und Tourismus und kümmert sich auch um EU-Innenpolitik.
Drei Themen liegen dem FDP-Politiker besonders am Herzen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont. In der Sicherheitspolitik sei eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern notwendig. "79 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs müssen wir Europäer anfangen, auf eigenen Füßen zu stehen", sagt Oetjen.
Wettbewerbsfähigkeit aus den Augen verloren
Zweites wichtiges Thema ist für den Liberalen die Wettbewerbsfähigkeit Europas. "Ursula von der Leyen und die Europäische Kommission haben das Thema völlig aus den Augen verloren", findet Oetjen, der auf Platz fünf der FDP-Liste zur Europawahl steht. Die EU erstarre in lähmender Bürokratie. Folge sei, dass in Europa derzeit nur ganz wenig investiert werde. "Dadurch werden Arbeitskräfte gefährdet."
Jan-Christoph Oetjen, der auf einem Bauernhof in Sottrum aufgewachsen ist, hat auch ein Ohr für die Sorgen und Nöte der Landwirte. Was den Wolf betrifft, vertritt er eine klare Meinung: "Wir müssen dahinkommen, die Population zu regulieren." Er kämpft für ein vernünftiges Wolfsmanagement und eine Unterstützung der Weidetierhalter bei ihren Herausforderungen.
Die jüngsten Attacken auf SPD-Europapolitiker Matthias Ecke in Sachsen und andere Wahlkämpfer verurteilt Oetjen scharf. Auch er merke, dass der Ton rauer und aggressiver werde, vor allem in den sozialen Medien. Der FDP-Politiker erlebe vielfach Vandalismus und Schmierereien an Wahlplakaten. "Das hat es früher auch schon gegeben, aber nicht in diesem Ausmaß."
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