Schüler aus Cuxhaven und Marokko arbeiten gemeinsam an Lösungen gegen Wasserknappheit
Die BBS Cuxhaven beteiligt sich an einem internationalen Bildungsnetzwerk zum Thema nachhaltige Wasserwirtschaft. Bei einem Austauschprojekt in Marrakesch arbeiteten deutsche und marokkanische Schüler gemeinsam an Lösungen gegen Wasserknappheit.
Die Berufsbildenden Schulen (BBS) Cuxhaven wollen sich künftig stärker in internationale Bildungsprojekte zum Thema nachhaltige Wasserwirtschaft einbringen. Wie die Schule in einer Mitteilung erklärt, stand dabei ein Austauschprojekt in Marrakesch im Mittelpunkt, das im April gemeinsam mit mehreren Bildungseinrichtungen und Partnern aus Deutschland und Marokko durchgeführt wurde.
Im Zentrum der Aktivitäten stand ein Praxisprojekt der BBS Verden im Rahmen des europäischen Förderprogramms Erasmus+. Parallel dazu fand erstmals der sogenannte "Future Hub" statt. Beide Formate wurden nach Angaben der Beteiligten von der deutsch-marokkanischen Bildungsbrücke (dmmb) initiiert und begleitet. Ziel sei es gewesen, internationale Kooperationen im Bildungsbereich auszubauen und neue Partner für zukünftige Projekte zu gewinnen.
An dem Projekt der BBS Verden nahmen zehn Schülerinnen und Schüler aus den Bereichen Technik, Soziales und Pflege teil. Unterstützt wurden sie von Lehrkräften, einem Studenten der Hochschule Bremen sowie Studierenden der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Universität Marrakesch. Gemeinsam mit marokkanischen Lernenden entwickelten und bauten die Teilnehmenden eine Bewässerungsanlage, die sich mit den Folgen zunehmender Wasserknappheit beschäftigt.

Wasserknappheit als gemeinsames Zukunftsthema
Wie die BBS Cuxhaven mitteilt, wurde dabei deutlich, dass Wasserknappheit längst nicht mehr nur ein Problem in Nordafrika sei. Auch Deutschland verliere seit Jahren erhebliche Wasserressourcen, insbesondere Grundwasser. Während Wasser in Deutschland vor allem industriell genutzt werde, liege der Schwerpunkt in Marokko stärker in der Landwirtschaft. Dort werde jedoch bereits intensiv an Lösungen gearbeitet, etwa durch Meerwasserentsalzungsanlagen und Bildungsprogramme zum nachhaltigen Umgang mit Wasser.
Der erstmals veranstaltete Future Hub brachte Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Berufsschulen aus Nordniedersachsen, eines Unternehmens sowie marokkanischer Bildungsinstitutionen zusammen. Nach Angaben der Organisatoren sollte das Treffen dazu dienen, bestehende Projekte vorzustellen, neue Kooperationen anzustoßen und langfristige Netzwerke aufzubauen. Dabei sei es nicht nur um gemeinsame Projekte in Marokko gegangen, sondern auch um neue Initiativen an den jeweiligen Schulstandorten in Deutschland.

Neue Netzwerke zwischen Schulen und Institutionen
Zum Programm gehörten Workshops sowie Besuche eines Wassermuseums, eines Klärwerks und einer Universität in Marrakesch. Themen wie nachhaltige Wasserwirtschaft, Ressourcennutzung und weitere globale Nachhaltigkeitsziele standen dabei im Mittelpunkt. Auch gesellschaftliche Fragestellungen, darunter die Gleichstellung der Geschlechter, wurden angesprochen.
Für die BBS Cuxhaven nahm Studiendirektor Ralf Salih vom 14. bis 18. April an dem Austausch teil. Laut Mitteilung zeigte er sich besonders beeindruckt von der Zusammenarbeit zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften der BBS Verden. Der interkulturelle Austausch habe dabei selbstverständlich funktioniert; sprachliche oder kulturelle Hürden hätten in der gemeinsamen Projektarbeit kaum eine Rolle gespielt.

BBS Cuxhaven will sich stärker einbringen
Die BBS Cuxhaven kündigte an, sich künftig aktiv in das entstehende Netzwerk einzubringen. Vor Ort wurde dazu eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.
Großes Interesse bei marokkanischen Jugendlichen
Nach Angaben der Schule zeigte sich das Interesse an dem Projekt auch außerhalb der eigentlichen Arbeitsgruppen. Schülerinnen und Schüler der marokkanischen Partnerschule, die nicht direkt teilnehmen konnten, suchten in ihren Pausen gezielt das Gespräch mit den Projektteilnehmenden. Besonders groß sei das Interesse von Mädchen an technischen Themen und praktischen Anwendungen gewesen.
Der Austausch fand mit der Hasan-2-Schule in Marrakesch statt. Dabei sei auch deutlich geworden, dass es in Marokko kein Berufsschulsystem nach deutschem Vorbild gebe. Gerade dieser Unterschied eröffne neue Perspektiven für beide Seiten, heißt es in der Mitteilung weiter.

Nachhaltige Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Neben der BBS Cuxhaven waren weitere Berufsschulen aus Nordniedersachsen beteiligt. Daraus habe sich nicht nur eine internationale Zusammenarbeit mit Marokko entwickelt, sondern auch eine stärkere regionale Vernetzung zwischen den beteiligten Schulen.
Nach Einschätzung der Beteiligten zeigen die Projekte, wie sich praxisnaher Unterricht, nachhaltige Entwicklung und interkultureller Austausch miteinander verbinden lassen. Themen wie Wasserknappheit, Wasseraufbereitung und Infrastruktur würden künftig weiter an Bedeutung gewinnen und eröffneten zugleich neue berufliche Perspektiven für junge Menschen.

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