Trauer in Oberndorf: Bürgermeister und Kümmerer Detlef Horeis verstorben
Ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen. Detlef Horeis ist kurz nach seinem Geburtstag erst 67-jährig verstorben. Oberndorf trägt Trauer. Die Dorfgemeinschaft war sein Leben.
Der Oberndorfer Bürgermeister verkörperte den Geist des Dorfes wie kaum ein anderer. Er lebte für seinen Ort und die Bewohnerinnen und Bewohner. Der Zusammenhalt der dörflichen Gemeinschaft in einem guten Miteinander, die Weiterentwicklung und eine zukunftsfähige Ausrichtung waren ihm wichtig.
Bis zuletzt hat er als unermüdlicher Kümmerer und Integrationsfigur für sein Oberndorf gewirkt und die Organisation des 44. Weihnachtsmarktes erheblich mitgeprägt. Eines seiner letzten Projekte war der mittlerweile siebte Hilfsgütertransport in die Ukraine. Bürgerbeteiligung war für ihn keine Worthülse, schließlich wusste er um die Stärken eines Teams, setzte darauf und motivierte andere, sich ebenfalls für die Allgemeinheit zu engagieren. Nie vergaß er, an seine Mitstreiter zu denken und sich bei ihnen zu bedanken.
"Die Mannschaft muss zusammenhalten!"
Sein Lebensmotto lautete denn auch: "Die Mannschaft muss zusammenhalten!" Und dies war stets eine Erfolgsformel, mit der sein Oberndorf auch nach außen punkten konnte. So überzeugte sein Oste-Ort eine internationale Jury und die Oberndorfer gewannen mit ihrem rührigen Bürgermeister an der Spitze den Europäischen Dorfentwicklungspreis. Wegen seiner Verdienste um die Tourismusentwicklung in seinem Fluss-Dorf erhielt er schon 2009 den Oste-Preis Goldener Hecht der AG Osteland.
Die Kommunalpolitik war seit über drei Jahrzehnten sein Metier, um mit Gestaltungswillen und Überzeugungsvermögen die Region und seinen Ort voranzubringen. Auf Samtgemeinde- und Gemeindeeben hat sich Detlef Horeis durch seine ehrliche und besonnene Art großen Respekt und Anerkennung verschafft. Aber in der Sache war er durchaus kämpferisch, wenn er von etwas überzeugt war, und wusste, sich auf faire Weise durchzusetzen.

Das Soziale in der SPD schrieb er stets groß. Detlef Horeis lebte die Werte seiner Partei. Auch über Parteigrenzen hinaus genoss der Oberndorfer Bürgermeister und Samtgemeinderatsmitglied großes Ansehen, vor allem als Mann des Ausgleiches. Sein jahrzehntelanges Wirken als Schiedsrichter dürften dafür als gute Grundlage gedient haben, die nötige Gelassenheit an den Tag zu legen. Der Fußball war seine große Leidenschaft - und hier besonders der HSV. Als eingefleischter Fan trug Detlef Horeis die Raute im Herzen und organisierte zahlreiche Fahrten zu Spielen.
Aus der zuweilen ruppigen Welt des Fußballs hatte er offensichtlich die Lektionen gelernt, nach dem Hinfallen wieder aufzustehen und weiterzuspielen. "Wer nicht kämpft, hat doch schon verloren", sagte er zum Beispiel, als er 2012 selbstbewusst als SPD-Landtagskandidat ohne Absicherung gegen den damals amtierenden Ministerpräsidenten David McAllister antrat - und als aufrechter Demokrat später mit der Niederlage umging.

Und so sorgte auch 2014 die Schulschließung der Kiebitzschule durch die damalige Samtgemeinde Am Dobrock nicht dafür, dass der Oberndorfer Bürgermeister den Kopf in den Sand steckte. Im Gegenteil - als es wenig später Bemühungen zur Gründung der Freien Schulen Lernart gab, unterstützte Detlef Horeis die Initiativen nach allen Kräften. Und er freute sich seitdem über Zuwachs im Dorf als die Schule am Start war. Überhaupt hieß er Neubürger gern persönlich willkommen und organisierte einmal im Jahr ein Fest, damit diese die umfangreiche Vereinswelt von Oberndorf kennenlernen konnten, um sich bestenfalls dort selbst einzubringen.
Seine politischen und gesellschaftlichen Ämter übte der Versicherungskaufmann gewissenhaft, geradlinig und ehrlich aus. So war er zum Beispiel bis zuletzt als Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Wingst tätig.
Das Land Hadeln und vor allem sein Oberndorf werden durch sein Fehlen ein ganzes Stück ärmer sein. Der Herzensmensch Detlef Horeis wird eine große Lücke reißen. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und den Kindern.