Vorschlag für Cuxhavener ÖPNV: Mehr Platz für Kinderwagen und Rollis durch Klappsitze
Ein Verkehrsexperte fordert bessere Barrierefreiheit im ÖPNV für Stadt und Kreis Cuxhaven. Er sieht Verbesserungsbedarf bei der Ausstattung der Busse, um mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle zu schaffen.
Vasyl Zhornyk aus der Stadt Geestland beschäftigt sich mit dem Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und damit, wie Mobilität integrativer und besser werden kann. Er teilte CNV-Medien unter anderem mit, dass er für die Thematik als Teilnehmer von Verkehrskonferenzen sensibilisiert worden sei. Dort habe er erfahren, dass eine verbesserte Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs behinderte Menschen sowie Frauen stärker in Arbeits- und gesellschaftliche Aktivitäten einbinde.
Dabei sieht er in dieser Region aber Hemmnisse, nicht zuletzt durch die eingesetzten Busse. Als Beispiel führt er an: "Wenn eine schwangere Person den lokalen Bus betritt, sind die anderen Passagiere und ich gerne bereit, ihren Sitz aufzugeben. Aber wenn das Baby geboren wurde und sich in einem Kinderwagen befindet, haben die Passagiere keine Möglichkeit, ihren Sitz dem Passagier im Kinderwagen zu überlassen. Warum? Im Bus gibt es nur wenige umlegbare Sitzplätze."
Deutlich mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle
Vasyl Zhornyk zufolge verkehren in Bremen, Delmenhorst und Oldenburg auf den Stadtlinien zwölf Meter lange Busse, in denen es deutlich mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle gibt. Er beklagt, dass es dafür vergleichsweise in Stadt und Kreis Cuxhaven zu wenig Raum gibt. Aber kann die öffentliche Mobilität dahingehend verbessert werden? Dem
Guter Grund beim größten Busunternehmen der Region nachzuhaken: Ist bei der KVG daran gedacht, künftig die Busse dahingehend auszustatten und zu modernisieren, dass sie noch inklusiver unterwegs sind und zum Beispiel durch Klappsitze mehr Stellplätze bieten können?
Laura Sarah Rogge von der KVG teilt dazu mit: "Unsere eingesetzten Niederflurbusse entsprechen den geltenden gesetzlichen Vorgaben. Sie verfügen über die vorgesehenen Stellflächen für Rollstühle und Kinderwagen sowie über die entsprechenden Sitzplätze. Unser Fuhrpark umfasst unterschiedliche Fahrzeugtypen, die jeweils für ihre vorgesehenen Einsatzbereiche beschafft und eingesetzt werden. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen im Stadt- und Regionalverkehr zum Teil erheblich."
Im Landkreis Cuxhaven spiele, so die KVG-Sprecherin, neben der Barrierefreiheit beispielsweise auch der touristische Verkehr eine wichtige Rolle. Daher verfüge ein Großteil der Fahrzeuge über Gepäckablagen beziehungsweise Kofferträger. Gleichzeitig sei besonders im Regionalverkehr ein ausreichendes Sitzplatzangebot von großer Bedeutung, da dort längere Fahrtstrecken zurückgelegt werden und viele Fahrgäste einen Sitzplatz erwarteten.
"Generelle Vergrößerung der Mehrzweckfläche nicht vorgesehen"
Bei der Fahrzeugbeschaffung gelte es deshalb, unterschiedliche Anforderungen wie Barrierefreiheit, Stellflächen, Sitzplatzkapazität und Gepäckmöglichkeiten in Einklang zu bringen. Laura Sarah Rogge meint abschließend: "Eine generelle Vergrößerung der Mehrzweckflächen durch den Einbau zusätzlicher Klappsitze ist nicht vorgesehen. Die Belange von Fahrgästen mit Rollstuhl oder Kinderwagen werden bei der Auswahl und Ausstattung unserer Fahrzeuge nach den gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt."
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.