Das Beiboot "Mathias" des in Cuxhaven stationierten Rettungskreuzers „Anneliese Kramer“ fährt durch die Elbe. Kurz zuvor wurde die Bilanz für 2024 präsentiert. Foto: Larschow
Das Beiboot "Mathias" des in Cuxhaven stationierten Rettungskreuzers „Anneliese Kramer“ fährt durch die Elbe. Kurz zuvor wurde die Bilanz für 2024 präsentiert. Foto: Larschow
In Cuxhaven vorgestellt - mit Video

"Eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft": Das ist der neue DGzRS-Botschafter

von Tim Larschow | 28.01.2025

In Cuxhaven wurde die Bilanz der Seenotretter auf der "Hermann Marwede" vorgestellt. Mit dabei: ein Autor, der jetzt neuer DGzRS-Botschafter ist. Er wurde noch am selben Tag aus der Elbe gerettet. (Mit Video)

Für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee ist wieder ein arbeitsreiches Jahr zu Ende gegangen. Die Seenotretter halfen Besatzungen von Fischereifahrzeugen, waren häufig für Seeleute auf Handelsschiffen oder für Passagiere auf Fähren und Fahrgastschiffen im Einsatz. Um auf die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aufmerksam zu machen, gibt es prominente Repräsentanten - am Dienstag wurde in Cuxhaven ein neuer DGzRS-Botschafter vorgestellt.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Dienstag um 11 Uhr im Hafen von Cuxhaven die Jahresbilanz der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf dem größten Seenotkreuzer ihrer Flotte, der sonst auf Helgoland stationierten "Hermann Marwede", vorgestellt. Es wurde Bilanz über die Aktivitäten der Rettungsflotte gezogen und über aktuelle Entwicklungen gesprochen. Die Präsentation der Zahlen übernahm DGzRS-Pressesprecher Christian Stipeldey.

Das vergangene DGzRS-Jahr in Zahlen

Auf Nord- und Ostsee sind die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im Jahr 2024 fast 1800 Mal ausgerückt. Dabei halfen die Seenotretter mehr als 3000 Menschen.

"Ostfriesenkrimi"-Autor Klaus-Peter Wolf springt in die Elbe. Foto: Larschow

Insgesamt hatten die Besatzungen der 60 Seenotrettungskreuzer und -boote im vergangenen Jahr aber etwas weniger zu tun als im Jahr zuvor (1938 Einsätze in 2023). Allein 79 Menschen wurden aus Seenot gerettet, weitere 403 aus Gefahr befreit. 243 Mal wurden erkrankte oder verletzte Seeleute von Schiffen zum Festland transportiert.

"Während die Zahl der Einsätze der DGzRS etwa auf Vorjahresniveau liegt, ist die Zahl der technischen Hilfeleistungen und der Krankentransporte von Inseln oder Hallligen aufs Festland leicht rückläufig", erklärte Christian Stipeldey. An der niedersächsischen Nordseeküste rückten die Besatzungen zu 494 Einsätzen aus.

Seit ihrer Gründung vor mehr als 160 Jahren zählt die Statistik der Seenotretter mehr als 87.300 Gerettete - nach wie vor ohne jegliche staatliche Mittel zu beanspruchen. Geld kommt unter anderem durch die bekannten "Sammelschiffchen" in die Kasse - diese gibt es mittlerweile schon seit 150 Jahren.

Neuer Botschafter für die DGzRS

Nach der Präsentation der Zahlen gab es für die Anwesenden ein Highlight. Viele Prominente engagieren sich als Botschafter für die Arbeit der Seenotretter. Ihr gemeinsames Ziel: Mit ihrer Popularität auf die oft gefährliche Arbeit der Rettungsmänner und -Frauen aufmerksam zu machen.

Neuer ehrenamtlicher Botschafter der Seenotretter 2024 wurde beispielsweise die norddeutsche Erfolgsband Santiano. Seit der allerersten Tournee ist bei allen Konzerten der Musiker aus dem Norden Schleswig-Holsteins ein Sammelschiffchen der DGzRS dabei.  Weitere Botschafter sind unter anderem Kiteprofi Linus Erdmann, Schauspielerin Barbara Wussow, Moderator Yared Dibaba, TV-Koch Tim Mälzer oder Thomas Schaaf, ehemaliger Cheftrainer von Werder Bremen.

Am Dienstagvormittag wurde die illustre Runde an Bord der "Hermann Marwede" durch den neuen ehrenamtlichen Botschafter, den "Ostfriesenkrimi"-Autor Klaus-Peter Wolf, erweitert.

Bekanntes Gesicht für eine wichtige Mission: "Ostfriesenkrimi"-Autor Klaus-Peter Wolf wird am Dienstag zum neuen DGzRS-Botschafter. Foto: Larschow

"Prominente haben auch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft. Deshalb bin ich zum Beispiel Schirmherr für ein Hospiz im Norden. Und dann habe ich mir gedacht, wenn die Küste in meinen Büchern eine so große Rolle spielt, möchte ich auch die Seenotretter unterstützen", so Klaus-Peter Wolf.

Was es heißt, aus Seenot gerettet zu werden, konnte der Autor im Anschluss an seine kurze Rede zumindest zum Teil am eigenen Leib erfahren. Mit der in Cuxhaven stationierten "Anneliese Kramer" ging es auf die Elbe, wo eine Rettungsübung mit Klaus-Peter Wolf als "Schiffbrüchigem" durchgeführt wurde. Der Autor war von diesem Erlebnis sichtlich begeistert. "Man muss Sachen erleben, um darüber schreiben zu können. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, diese Erfahrung machen zu können", sagte Wolf nach der erfolgreichen Übung. 

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Tim Larschow

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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